Wildschweine im Garten? Lieber nicht!

wildschweineManchmal handelt man sich Haustiere ein, die keine sind und die man auch gar nicht haben wollte. Wildschweine gehören dazu. Die treiben beispielsweie in Berlin ihr Unwesen, ackern Gärten um, wüten in Blumenbeeten, plündern Komposthaufen und bedienen sich an Mülltonnen. Zurück lassen die Wildtiere ein Schlachtfeld und viel Ärger und Schaden. Der Naturschutzbund (NABU) hat eine weitere schlechte Nachricht: Die Gartenbesitzer können nicht auf Schadensersatz hoffen.

Generell können Wildschweine bejagt werden, aber: In „befriedeten Gebieten“, wie etwa Gärten, Spielplätze oder Parks, ist dies laut NABU nur in Ausnahmefällen und mit Sondergenehmigung erlaubt. Wer ein Problem mit Wildschweinen hat, der sollte sich an die Polizei wenden, die auch den Kontakt zu Experten (z.B. Förster oder Veterinäramt) vermitteln kann.

Wildschweine können gefährlich werden

Doch was tun, wenn man ungebetenen Besuch von Wildschweinen bekommt? Die sind mit über einem Meter Schulterhöhe und bis zu 150 Kilogramm Gewicht nicht gerade klein und sie haben gefährliche Zähne. Die Stadt Berlin rät, keine hektischen Bewegungen zu machen, sondern sich langsam zurückzuziehen, damit sich das Tier ebenfalls entfernen kann. „Auf keinen Fall darf ein Wildschwein eigeengt oder in eine Ecke gedrängt werden. Es kann dann sehr schnell zum Angriff übergehen“, warnt die Stadt Berlin.

Tipps, wie man sich und den Garten schützt

  • Ein stabiler Zaun mit 1,50 Metern Höhe ist nur dann ein guter Schutz, wenn er mit einem Betonsockel oder einer stabilen und eingrabbaren Manschette ausgestattet ist. Andernfalls werden die Wildschweine mühelos mit dem Zaun fertig.
  • Garagentore und Grundstückszufahrten sollten immer geschlossen sein.
  • Füttern Sie die Wildschweine nicht, denn dann verlieren die Wildschweine ihre Scheu vor Menschen, sie werden immer zutraulicher und sie kommen immer wieder zur Futterstelle. Die Tiere fordern Futter gerne mit heftigen Remplern ein und das kann gefährlich werden.
  • Nähern Sie sich auch nicht den Tieren und fassen Sie diese nicht an.
  • Achten Sie darauf, dass Sie nicht versehentlich zwischen Jungtiere (Frischlinge) und Mutterschwein (Bache) geraten, denn Mama Wildschwein wird da ziemlich sauer reagieren.
  • Begegnet man einem verletzten Wildschwein, ist Mitleid und Hilfsbereitschaft erst mal fehl am Platz, denn verletzte Wildschweine können sehr gefährlich werden, wenn sie Annäherungen abwehren – vor allem die großen Eckzähne der männlichen Tiere (Keiler) sind gefährlich.
  • Essensreste haben auf dem Komposthaufen nichts zu suchen, denn das ist wie ein gedeckter Tisch für hungrige Wildschweine. Besser ist es, ganz auf den Komposthaufen zu verzichten, denn auch Gartenabfälle gehören zum Speiseplan der Wildschweine.
  • Tabu sind auch offene Tonnen mit Essensabfällen und herumstehende Müllsäcke, die von Wildschweinen ohne Probleme aufgerissen und geplündert werden können.
  • Wasserstellen im Garten sollten eventuell beseitigt werden, denn die sind eine verlockende Einladung für Wildschweine, die sich gerne im Schlamm suhlen.
  • Auf der Hut sollten auch Selbstversorger sein, denn ein Garten ist nahezu paradiesisch für Wildschweine, wenn sie dort z. B. Früchte, Salat, Gemüse, Pilze und Kräuter finden. Text: Marion Friedl/Foto: Gerald Förtsch

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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