Wie landen Katzen beim Absturz auf ihren Pfoten?

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Katzen springen gerne einem Vogel oder einem Schmetterling hinterher und wenn sie das zum Beispiel auf einem ungesicherten Balkon tut, droht Absturzgefahr. Hartnäckig hält sich die These, dass Katzen beim Absturz nur ihren Schwanz benutzen, um auf allen vier Pfoten und damit unbeschadet auf dem Boden landen. Aber: Der Schwanz spielt zwar eine wichtige Rolle, doch es ist ein ungemein komplexer Bewegungsvorgang des gesamten Körpers.

Kopf, Vorderbeine und Rückgrat werden zuerst ausgerichtet

Dieser komplexe Vorgang beginnt für Katzen beim Absturz auch nicht an ihrem hinteren Ende, sondern am Kopf.  Angenommen die Katze fällt rückwärts vom Balkon herunter, dann dreht sich als erstes der Kopf so, dass die Blickrichtung zum Boden geht. Danach dreht die Katze ihre Vorderbeine und zieht sie so an, damit sie mit den Pfoten ihr Gesicht schützen kann. Ist das erledigt, wird das vordere Rückgrat gedreht. Der Effekt: Kopf und Rückgrat befinden sich nun auf einer geraden Linie.

Justierung des Hinterteils und ein Buckel als Stoßdämpfer

Nun fehlt noch der hintere Teil der Katze: Erst mal justiert die Katze das hintere Rückgrat aus und dann zieht sie die Hinterbeine an. Jetzt passt schon mal das meiste: Kopf und Rücken sind gerade; die Vorder- und Hinterpfoten sind auf gleicher Höhe. Aber: Das Fahrwerk ist noch nicht komplett ausgefahren. Das passiert erst kurz vor der Landung: Die Katze streckt ihre Beine kräftig angespannt nach unten durch. Gleichzeitig verändert sich die gerade Rückenhaltung, denn die Katze macht einen Buckel. Der Buckel ist so etwas wie ein Stoßdämpfer. Er federt den Aufprall ab.

Der Schwanz wird für Katzen beim Absturz zum Ruder

Ach so, da war ja noch etwas: Der Schwanz. Der ist vom Zeitpunkt des Absturzes an die ganze Zeit über in Bewegung. Die Katze benutzt ihn als steuerndes Ruder und als Balance-Hilfe.

Alles passiert blitzschnell

Klingt nach einem aufwändigen, langen Prozedere? Aufwändig ja, langwierig nein. Das alles passiert blitzschnell und gegen diese Art Landung ist ein Flugzeug im Landeanflug eine lahme Ente.

Die Fallhöhe spielt eine wichtige Rolle

Wichtig ist allerdings, dass die Fallhöhe nicht zu gering ist, denn die Katze muss trotz aller Schnelligkeit genug Zeit haben, um alle Körperteile perfekt für die Landung auszurichten. Übrigens: Es stimmt auch nicht, dass Katzen auch aus höchster Höhe einen Absturz überleben. Beim Absturz nimmt die Geschwindigkeit zu und kommt dann das eigene Körpergewicht hinzu, kann der Aufprall zu heftig sein und es kann tödlich enden. Entscheidend für die Landung ist auch der Untergrund. Harter Steinboden zum Beispiel kann fatale Folgen haben. Deshalb bitte ein stabiles, bissfestes Katzennetz am Balkon nicht vergessen! Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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