Warum heißt es Kater und Katzenjammer?
Copyright: Marion Friedl

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Der Straßenfasching hat begonnen und so manch einer wacht am nächsten Tag mit einem Brummschädel auf, weil es ein Bierchen zu viel war. Und prompt müssen die Katzen herhalten, wenn man diesen Zustand benennt: Dieser Mensch hat einen Kater, sein Katzenjammer ist groß und deshalb braucht er ein Katerfrühstück. Ob diese Begriffe jedoch wirklich etwas mit den Samtpfoten zu tun haben, ist ein wenig fraglich.

Der Kater könnte vom Wort Katarrh herkommen

Der arme Kater auf vier Pfoten kann wohl nichts dafür, wenn der Mensch nach einer durchzechten Nacht aufwacht und sich total mies fühlt. Der Begriff Kater dürfte eher von Katarrh kommen – eine Erkrankung, die nicht nur mit Schnupfen und Husten einher geht, sondern man fühlt sich auch unwohl und hat Kopfweh. Das wiederum passt dann wieder zum Kater nach dem etwas ausgeuferten Alkoholkonsum.

Wenn verliebte Kater den Katzenjammer anstimmen

Andererseits könnte das Wort Kater auch in Zusammenhang mit dem Katzenjammer stehen. Das ist zurückzuführen auf das Rufen des Katers beim Stelldichein mit der Liebsten. Studenten haben im 19. Jahrhundert haben sich daran orientiert und mit dem Wort Katzenjammer beschrieben, wie jämmerlich sie sich nach einem Rausch fühlten. Heute wird das Wort Katzenjammer nicht nur für den Brummschädel verwendet, sondern man sagt auch gerne zu recht schräger Musik, dass diese wie ein Katzenjammer klingt. Irgendwie ist beides ein wenig ungerecht, denn so jämmerich klingt ein liebesgeplagter Kater gar nicht, wenn er ein Ständchen singt.

Das Katerfrühstück würde Katern nicht schmecken

Doch egal, ob man nun einen Kater oder einen Katzenjammer hat – angeblich soll ein Katerfrühstück gut tun. Ob dieses Frühstück allerdings Katern schemecken würde, ist fraglich, denn die mögen zwar Fisch, aber saurer Fisch steht nicht ganz oben auf der Speisekarte von Stubentigern. Viel Eiweiß, viel Fett und viel Saures gehört in ein Katerfrühstück und dazu soll man jede Menge Wasser trinken.

Ein Kater bekommt keinen Kater

So ganz genau weiß man es also nicht, woher die Redewendungen tatsächlich kommen. Eines aber ist ziemlich gewiss: Ein Kater bekommt keinen Kater, denn der trinkt ganz brav nur Wasser, das übrigens manchmal auch als Gänsewein bezeichnet wird, weil sich Gänse ganz gern ein Schlückchen genehmigen vom alkoholfreien Gänsewein aus Bach, Fluss, Weiher oder See. Und da ist nun mal nur Wasser drin. Unsere Katzen sind eben doch besser als ihr Ruf. Übrigens: In einem früheren Beitrag, habe ich über manch andere Märchen und Vorurteile über Katzen geschrieben. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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