Vogel des Jahres 2019: Feldlerche braucht Hilfe

Copyright: NABU Peter Lindel

Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019. Gekürt wurde sie dazu vom  Naturschutzbund Deutschland (NABU) und vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Und das bereits zum zweiten Mal seit 1998, weil die Anstrengungen noch nicht ausreichen, um die Art zu retten. Deshalb muss die Feldlerche nun noch mal ran und für die Forderung der Verbände werben, die europäische Agrarwirtschaft grundlegend zu ändern.

Immer weniger Feldlerchen singen

„Der alarmierende Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen Allerweltsvogels setzte sich fort“, bedauert NABU-Präsidiumsmitglied Heinz Kowalski mit Blick auf die Entwicklung seit 1998. Ähnliches Bedauern zeigt LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer: „Nur noch wenige kennen und hören den Gesang der Feldlerche am Himmel. Intensivkulturen mit Wintergetreide, Mais und Raps, fehlende Brachflächen und der Rückgang von Insekten verringern ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage.“

Vögel leiden unter intensiver Landwirtschaft

Nicht nur der Feldlerche machen diese schlechten Bedingungen zu schaffen: Auch andere Vögel, wie der Kiebitz und das Rebhuhn, leiden darunter. Ihnen geht es teilweise noch schlechter als der Feldlerche. Die immer intensiver werdende Landwirtschaft ist zum Hauptgrund des Artensterbens in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb ein radikales Umsteuern.

Weichen der Agrarpolitik richtig stellen

Derzeit fließen jährlich 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen (das sind 114 Euro pro EU-Bürger) überwiegend als pauschale Flächenprämien an Landwirte. Diese Gelder müssen laut LBV und NABU künftig statt in Massenproduktion gezielt für eine naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden, um Arten zu retten. Die Feldlerche – und mit ihr die ländlichen Lebensräume und ihre Artenvielfalt – haben nur eine Chance, wenn die Bundesregierung auf EU-Ebene die Weichen der Agrarpolitik richtig stellen.

Mitmach-Aktion soll Leben retten

NABU und LBV rufen mit der Mitmach-Aktion „Meine 114 Euro“ die Bürger dazu auf, ihre Wünsche für eine Agrarreform an EU-Parlamentarier aus ihrem Wahlkreis zu übermitteln. Das kann der Feldlerche und anderen Feldvögeln das Leben retten.

Inzwischen gibt es 38 % weniger Feldlerchen

Die Feldlerchen haben zwar immer noch 1,3 bis 2 Millionen Reviere in Deutschland, aber in den vergangenen 25 Jahren ist ein Drittel der Lerchen verschwunden. Zwischen 1990 und 2015 betrug der Bestandsrückgang 38 % und aus vielen Gebieten Deutschlands ist die Feldlerche ganz verschwunden.

Es fehlt an Brutmöglichkeiten und Nahrung

Einer der Gründe: Oft kann nur noch eine Brut aufgezogen werden, weil Mais, Wintergetreide und Raps keinen Platz für eine zweite und dritte Brut lassen. Die Vögel weichen deshalb auf vegetationsfreie Fahrspuren aus – doch dort werden sie von Fressfeinden entdeckt oder von Landmaschinen überrollt. Ihr beige bis rötlich-braunes Tarngefieder bietet nur im Stoppelfeld guten Schutz. Es fehlt an Brachen, Sommergetreide und extensiv genutztem Grünland als Brutmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass sich auch in den Überwinterungsgebieten die Nahrungsbedingungen verschlechtert haben.

Meine Bitte: Bei der Aktion mitmachen und das Sterben stoppen

Bitte machen Sie bei der Aktion „Meine 114 Euro“ mit und greifen Sie der Feldlerche unter die Flügel. Sie soll kein drittes Mal Vogel des Jahres werden, weil das Sterben von ihrer Art und von anderen Vogelarten weiter geht. Wir wollen die Feldlerche auch weiterhin singen hören und wir wollen nicht, dass es am Himmel über uns stumm wird. Und nicht vergessen: Diese 114 Euro jährlich, die als Subvention ausgegeben werden, ist auch Ihr Geld. Und ich finde: Es ist Ihr gutes Recht, zu sagen, wofür Ihr Geld verwendet werden soll und wofür nicht. Und ich bin mir sicher, bei Feldlerche und Co. ist es gut aufgehoben. Text: Marion Friedl / Foto: NABU Peter Lindel

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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