Tipps und Tricks fürs Kommando Sitz

Kommando SitzBei dem einen Hund geht es schnell, beim anderen dauert es ein wenig, aber fest steht: Jeder Hund kann das Kommando Sitz lernen. Und wenn es mal länger dauert, dann helfen ein paar Tricks, um dem Hund klar zu machen, was mit dem Kommando Sitz gemeint ist. Hier gebe ich ein paar Tipps für das erfolgreiche Sitz-Training:

  • Vorteilhaft ist es, wenn von Anfang an sowohl mit dem Wort „Sitz“ als auch mit einem Sichtzeichen, wie etwa dem erhobenen Zeigefinger, geübt wird. Warum? Denken Sie mal an später: Vielleicht hört der Hund im Alter nicht mehr so gut, dann sieht er den Zeigefinger. Es könnte auch sein, dass das Gehör prima funktioniert, aber die Sehkraft nachlässt: Dann hört er das Kommando. Und was ist, wenn Ihnen wegen einer Halsentzündung mal die Stimme wegbleibt? Dann können Sie immer noch den Zeigefinger bewegen.
  • So beginnt die Übung: Der Besitzer steht nah vor dem Hund. Der Vierbeiner hört das Wort „Sitz“ und sieht gleichzeitig den erhobenen Zeigefinger.
  • Setzt sich der Hund nicht, kann der Mensch einen kleinen Schritt auf den Hund zugehen – meistens setzt sich der Hund mit abwartendem Blick da schon auf seine vier Buchstaben. Natürlich hört er in diesem Moment sofort ein Lob und bekommt eine Belohnung.
  • Klappt das mit dem Sitz nicht auf Anhieb, darf nachgeholfen werden. Variante 1: Der Besitzer geht in die Hocke (bitte nicht über den Hund beugen, denn das wäre eine Drohgebärde) und eine Hand legt sich von oben auf das Hinterteil des Hundes. Ein kleiner, sanfter Druck parallel zum Kommando „Sitz“ sagt dem Hund: Der Po gehört auf die Erde.
  • Nachhilfe-Variante 2: Der Hundebesitzer steht vor dem Tier, sagt Sitz und führt das Belohnungsleckerli sichtbar von unten nach oben. Damit der Hund das begehrte Leckerli nicht aus den Augen verliert, wird er sich setzen, um es bequem und mit lang gestrecktem Hals hoch über ihm zu beobachten. Klar, dass er beim Hinsetzen ein Lob hört und das Leckerli auch bekommt.

Das Hundetraining in den Alltag einbeziehen

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deshalb sollten Sie für das Training schon etwas Geduld und Zeit aufbringen. Täglich zwei mal zehn Minuten Training einlegen und das Kommando stets in den Alltag einbeziehen: Der Futternapf steht erst am Boden, wenn der Hund Sitz gemacht hat, das Leckerli gibt es nur für ein Sitz, beim Gassi gehen muss der Hund vor dem Überqueren der Straße Sitz machen, das Spielzeug wird erst nach einem Sitz geworfen und der Hund soll es auch wieder mit einem Sitz abliefern. Bereits nach einer Woche dürfte das Kommando recht gut sitzen und nach spätestens 14 Tagen müsste es zuverlässig jedes Mal klappen. Wichtig: Nicht unermüdlich und verbissen trainieren, denn ein Hundeleben besteht auch aus Spaß und am schönsten sind die Pausen. Kennen wir doch auch von der Schulzeit, oder?

Jeder übt gleich, Fehler werden ignoriert

Wichtig für Familienhunde: Jeder in der Familie muss die Übung in gleicher Weise machen, das selbe Kommando und Sichtzeichen benutzen – und bitte nicht aufgeben, denn Konsequenz gehört zur erfolgreichen Hundeerziehung dazu. Wenn es dem Hund anfangs schwer fällt, das Kommando richtig ausztuführen, nicht einfach resignieren oder gar schimpfen, denn der Hund hat das Kommando nicht verstanden und versteht daher auch nicht, wofür er getadelt wird. Ignorieren Sie Fehler einfach, führen Sie den Hund ein paar Schritte weiter und üben Sie das Kommando dann erneut.

In den nächsten Folgen geht es um die Kommandos Platz, Bleib, Komm und Bei Fuß sowie das Kommando Bring, das kombiniert mit Such und Aus trainiert wird. Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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