Sinne der Miezen: Gibt’s den sechsten Sinn?

miekeschMinka ahnt das Erdbeben schon geraume Zeit vor den Erschütterungen. Katzen warnen vor Feuer und retten Besitzern immer wieder das Leben. Noch bevor das Gewitter da ist, ist die Samtpfote im Trocknen. Geht es dem Menschen schlecht, merkt der Stubentiger das sofort und spendiert eine tröstende Kuscheltherapie. Und natürlich weiß die Katze genau, wann Fütterungszeit ist, wann der Mensch heimkommt und sie scheinen sogar mitzubekommen, wenn sich eine Maus dem Haus nähert. Oft beweist sie auch hellseherische Fähigkeiten, wenn es ums Futter geht: Das könnte unangenehm werden, also fresse ich es nicht. Doch hat sie deshalb einen sechsten Sinn? Jein, kann man da nur sagen.

Ob Erdbeben oder Feuer – alle fünf Sinne helfen zusammen

Genau genommen ist es eine Summe aller fünf Sinne und hinzu kommt eine Art innere Uhr. Doch der Reihe nach: Wie wir wissen, haben Katzen sehr gute Ohren. Das hilft ungemein, wenn es darum geht, das herannahende Frauchen oder einen sehr weit entfernten Donner zu hören. Auch die Augen funktionieren vor allem in der Dämmerung prima und da kann man prima sehen, ob sich in der Dämmerung ein fremder Besucher anschleicht – und sei er noch so klein. Auch die Katzennase leistet wertvolle Dienste und so erschnuppert sie entfernten Regen, gefährlichen Rauch und sogar Krankheiten. Nase, Geschmackssinn und Jacobsonsches Organ hinter den Schneidezähnen helfen zusammen, wenn es darum geht, Ungenießbares vom Speiseplan zu verbannen. Und dann ist da noch ihr Tastsinn, der kleinste Vibrationen spürt und das kann bei Erdbeben hilfreich sein.

Die innere Uhr tickt in jedem Tier

Hinzu kommt die innere Uhr, die wohl in jedem Tier tickt. Vögel wissen genau, wann es Zeit ist aufzustehen und wann der Tag zu Ende geht und es Zeit wird ins Nest zu fliegen. Kühe stellen sich täglich zur gleichen Uhrzeit beim Melken an. Der Hahn kräht morgens immer pünktlich. Werden Fütterungszeiten täglich eingehalten und kommt der Mensch stets zur selben Zeit nach Hause, wissen Hunde und Katzen genau, wann es so weit ist. Aus dem Takt geraten die Tiere allerdings, wenn der Mensch an der Uhr dreht, weil Sommer- oder Winterzeit angesagt ist. Das war nun das letzte Sinnes-Geheimnis der Katzen, das wir in dieser Serie gelüftet haben. Und nun verstehen wir unsere Lieblinge doch gleich viel besser, oder? Text: Marion Friedl / Foto: Gerald Förtsch

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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