Rudelschlafen im Bett stärkt die Bindung

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Mein Hund hat Angst und deshalb schläft er bei mir im Bett. Nun ja, das trifft höchstens zu, wenn sich ein Hund vor Gewitter fürchtet und mal kurz Schutz im Menschenbett sucht. Genauer betrachtet ist das Rudelschlafen bei Hunden und Wölfen eigentlich ganz normal.

Ausreden für Bellos Kuscheln im Bett

Es gibt zwei Möglichkeiten, warum einige Hundebesitzer diese Geschichte vom ängstlichen Hund erzählen: Entweder haben sie ein schlechtes Gewissen und wollen die Situation mit Bello im Bett schön reden, indem sie eine Ausrede für das Rudelschlafen verwenden. Oder sie vermenschlichen dieses Verhalten und denken dabei an ein Kind, das sich im Dunklen fürchtet und bei den Eltern unter die Bettdecke kriecht.

Rudelschlafen stärkt das soziale Band

Hunde aber fürchten sich nicht in der Dunkelheit und können ausgezeichnet schlafen. Und doch gibt es wahre Kuschelbären, die bevorzugt gerne im Bett ihres Menschen schlummern. Auch im Hunderudel schlafen Hunde, die sich gut verstehen, gerne mit Körperkontakt. Das ist gemütlich und vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit. Zugleich stärkt es das soziale Band zwischen den Tieren.

Man wärmt sich gegenseitig

In freier Natur gibt es freilich noch einen weiteren Grund für dieses Rudelschlafen: Man wärmt sich gegenseitig. Mangels Artgenossen kuschelt der Haushund eben mit seinem Menschen im Bett. Eng wird es erst, wenn das mehrere Hunde tun wollen und sich im Bett des Menschen drängeln.

Bettschläfer zeigen großes Vertrauen

Das Verhalten ist also ein großer Vertrauensbeweis und zeugt von einer innigen Bindung. Warum also eine Geschichte vom ängstlichen Hund erfinden? Es ist doch viel schöner zu sagen: Mein Hund vertraut mir sehr und hat mich so gerne, dass er sogar mit mir im Bett kuschelt. Außerdem kann man gerne sagen: In meinem Hund schlummern noch das ganz ursprüngliche Verhalten des Rudelschlafens. Das verleiht dem Vierbeiner doch einen Hauch von Wildnis und Freiheit, oder?

Besitzergreifende Hunde gehören aber ins Körbchen

Die Gewissensfrage, ob der Hund ins Bett gehört oder nicht, sollte jeder Hundebesitzer einfach selbst beantworten. Lediglich, wenn der Hund dem Menschen tagtäglich nicht mehr von der Pelle rücken will und den Zweibeiner auch noch vehement als sein Eigentum verteidigt, dann sollte die Nähe reduziert werden und der Hund allein in seinem Körbchen schlafen. Text/Foto: Marion Friedl

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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