Regenspiele als Ersatz für den Freigang

Copyright: Marion Friedl

Es regnet mal wieder und Mieze hat keine Lust auf Freigang? Aber die Fellnase ist unruhig und unzufrieden? Regenspiele können die Stimmung prompt aufhellen und den Stubentiger auslasten.

Jagd auf fressbare Beute

Als Regenspiele sind die Klassiker immer ein Hit: Ob Fellmaus oder Federbüschel – die Jagd auf ein zappeliges Objekt macht immer Spaß. Aber sie wird umso spannender, wenn man die Beute auch noch fressen kann. Ein Stück Käse ist schnell an Maus, Federbüschel, Spielangel oder auch an einer Schnur befestigt. Die Beute kann über dem Kopf der Katze kreisen, über den Boden flitzen oder auch an der Schnur unter einem Sofa in Deckung gehen.

Raschelnde Suche im duftenden Bällebad

Oder wie wäre es mit einem lecker duftenden Bällebad? Das ist schnell und preisgünstig gemacht: Aus einer alten Zeitung werden zerknüllte Bälle gebastelt, die in einem Karton laden. In manchen Bällen werden Leckerlis versteckt und dann geht die Suche los. Katzen lieben Kartons, sie mögen raschelnde Gegenstände und natürlich futtern sie auch gerne mal.

Anglerglück kann Mieze auch indoor haben

Wenn der Regen auf den Geist geht, aber die Katze nichts gegen eine Schüssel mit Wasser hat, darf sie ihr Anglerglück auf die Probe stellen. Schüssel mit Wasser füllen, Korken schwimmen lassen und schon wird es knifflig für die Katzenpfoten. Bitte nicht unbeaufsichtigt spielen lassen, damit nicht aus Versehen Korkteile im Katzenmagen landen. Außerdem ist es doch toll, wenn die Samtpfote mit einem Leckerli belohnt wird, sobald sie die schwimmende Beute heraus geangelt hat.

Katzen-Agility Marke Eigenbau

Gegen Bewegungsmangel gibt es sportliche Regenspiele: Bauen Sie einen Agility-Parcours auf. Auf der Sofalehne lässt es sich prima balancieren, vom Tisch kann auf den Kratzbaum gesprungen werden, ein Hocker dient als Podest, eine Decke über die Sitzfläche von zwei Stühlen gelegt und schon hat man einen Tunnel. Besenstiele auf niedrige Kartons gelegt, dienen als niefdrige Sprunghürden. Vielleicht haben Sie einen Hoola-Hoop-Reifen, den Sie als Sprunghindernis halten können. Putzeimer, die in einer Linie aufgestellt werden, können als Slalom genutzt werden. Wenn Musik dabei sein soll, lassen Sie die Katze einfach über die Klaviertasten laufen. Auch Kunststücke können beim Agility einstudiert werden, wenn die Katze z.B. auf dem Podest ein Geheimnis ins Ohr flüstert (Leberwurst ans Ohrläppchen schmieren), Ihnen die Pfote reicht oder vom Regal auf Ihren Rücken springt.

Versteckspiel mit Kuschelfaktor

In der Wohnung kann man auch ein Versteckspiel starten. Verstecken Sie sich heimlich im Nebenraum z.B. unter einer Decke, machen Sie ein ungewohntes Geräusch und lassen Sie sich suchen. Bestimmt wird die Katze Sie sehr schnell finden, aber das ist auch gut so, denn die Kuschelrunde macht dann beiden Spaß.

Kochen und spielen kombinieren

Wenn die Katze ein Gourmet ist, dann kann kochen und spielen kombiniert werden. Bereiten Sie z.B. Hühnchenfleisch für beide zu – für Sie gewürzt und für die Katze natürlich ohne Gewürze. Kein Problem, wenn mal ein kleines Stück Fleisch herunter purzelt oder wie von Zauberhand in ein Versteck (z.B. unter den Teppich) wandert. Ja, wo ist es denn nur? Mieze wird es schon finden und fressen. Geräusche beim Kochen (z.B. Gläserklirren, Schneebesen, Topfgeklapper) können das Interesse wecken und dann wird beobachtet und erkundet. Der Topflappen kann als Beute zweckentfremdet werden, wenn er aufgehängt und immer wieder bewegt wird. Achtung: Immer abseits von Gefahrenquellen (z.B. Herdplatten, heißes Wasser) spielen und ungefährliche Dinge benutzen, die z.B. nicht splittern können.

Regenspiele stärken das soziale Band

Diese Regenspiele sind ein Ausgleich für entgangenen Freigang. Sie vertreiben Langeweile, sorgen für Spaß und Bewegung und trainieren auch noch das Köpfchen. Sie fordern und fördern auch natürliche Instinkte, wie etwa den Jagdtrieb und das beliebte Beobachten. Toller Nebeneffekt: Die Regenspiele stärken das soziale Band zwischen Mensch und Tier, denn es wird gemeinsam gespielt. Text: Marion Friedl / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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