Paulchens Welt: Mein erster Geburtstag

Copyright: Marion Friedl

Gestern war ein großer Tag! Ich bin ein Jahr alt geworden. „Alles Gute zum Geburtstag, mein großer Bär Paulchen“, hat Frauchen gesagt. Sie nennt mich großer Bär, weil ich doch größer als gedacht wurde: 53 Zentimeter Schulterhöhe hat sie gemessen und sie sagt, dass ich einen irre breiten Schädel habe. Naja, es ist halt viel drin in meinem Kopf…

Cool – Hundeparty zum Geburtstag!

Einen Ball habe ich von Frauchen zum Geburtstag bekommen und ein Zerrspiel, das ich gemeinsam mit meinem Mitbewohner Pepino spielen kann. Und dann kamen noch Leckerlis von meinen Facebook-Freunden an. Und ich bekam Besuch von meinem Freund Smokey, der mit einer wilden Verfolgungsjagd gratulierte. Das war echt cool! Hundeparty zum Geburtstag!

Umzug und Frauchen-Erziehung gemeistert

„Du hast schon viel erlebt in Deinem ersten Lebensjahr“, meinte Frauchen und erwähnte gleich mal die Hundeerziehung. Die war aber weniger aufregend wie der Umzug. Mann, hatte ich da Muffensausen. Ich bin sogar in einen Karton gesprungen, weil ich nicht wollte, dass mich Frauchen womöglich vergisst. Im Karton würde sie mich schon mitnehmen, dachte ich mir. Sie hat mich aber wieder ausgepackt und ich durfte ohne Karton im Auto mitfahren. Und es war kaum zu glauben. Obwohl der Umzug so chaotisch war wegen der miesen Umzugstruppe, hatte Frauchen all mein Sachen in das schöne neue Zuhause mitgenommen und nichts vergessen. Das ist bei Frauchen nämlich nicht selbstverständlich, denn manchmal denkt die an die wichtigsten Dinge nicht, wie etwa mein Leckerli. In meinem ersten Lebensjahr war ich eigentlich dauernd damit beschäftigt, sie daran zu erinnern, aber ich habe sie ganz gut erzogen…

Mein Freund Kimba hat mich nie ganz verlassen

Aber nicht alles war schön. Ich war etwa drei Wochen bei Frauchen und schon wurde ich mit dem Tod konfrontiert. Damals lebte noch Kimba bei Frauchen und er sollte mir einiges beibringen, weil er doch schon 13 Jahre auf dem Buckel hatte. Doch Kimba wurde sehr krank und ist gestorben. Hat sich einfach vom Acker gemacht und mich allein gelassen. Mann, war ich traurig. Und ich musste sein letztes Buch fertig schreiben, weil er es selber nicht mehr geschafft hat. Ich schreibe jetzt auch seine lustigen Geschichten auf Facebook weiter, arbeite am eigenen Buch und er schaut mir dabei auf die Pfoten. Ich habe schnell festgestellt: Auch wenn Kimba gestorben war, so ist er immer noch bei uns. Frauchen hat sein Bett behalten und manchmal lege ich mich hinein und schlafe nicht in meinem eigenen Bett. Da kann es schon vorkommen, dass ich plötzlich wieder raus springe, weil mich irgendwas verjagt. „Tja,  unser Geisterhund Kimba ist mal wieder da“, sagt Frauchen dann immer.

Der kleine Pepino wurde zu uns geschickt

Sie macht in seiner Gedenk-Ecke jeden Abend eine Kerze für Kimba an und als Schamanin hat sie auch schon Kontakt mit ihm aufgenommen: Channeling nennt sie das. Da dürft Ihr nicht darüber lachen, denn Kimba wäre traurig, wenn sie das nicht tun würde. Der hat seine Pfoten immer noch in unserem Leben drin. Und das ist gut so: Ich musste lang auf einen Mitbewohner warten, aber genau an seinem Geburtstag vor 12 Tagen hat Kimba den Pepino zu uns geschickt. Der wurde aus einer Tötungsstation in Spanien gerettet und von Andalusien zu uns gebracht. Manchmal, wenn ich in Pepinos Augen sehe, dann sehe ich den sanften Blick von Kimba. Er ist auch so gelehrig wie Kimba und hängt dauernd an Frauchens Hosenbein. Das hat Kimba auch getan: Er ist Frauchen auf Schritt und Tritt gefolgt. Und wisst Ihr, was dieser Pepino noch getan hat? Er hat gleich in der ersten Nacht in Kimbas Bett geschlafen und ist nicht vertrieben worden. Hm, vielleicht steckt ja ein wenig Kimba in ihm…

Bratwurst-Klau und Paulchen-Konzert: Es war viel los im ersten Lebensjahr

Ich habe so viele Dinge entdeckt in meinem ersten Lebensjahr: Ich habe gelernt, brav im Auto mitzufahren, ich sah fremde Tiere im Wildpark und Flatterenten im Naturschutzgebiet, es gab Hunde-Eis im Straßencafé, Shopping auf dem Jahrmarkt und tolle Düfte im Biergarten. Meinen Freund Smokey habe ich kennengelernt, ich habe Frauchens Papa im Berchtesgadener Land besucht und war fast in Österreich. ein Flohmarkt mit Live-Musik stand auf dem Programm und ich habe mitgesungen und mir eine Bratwurst-Kostprobe gemopst. Auf einer Grillparty war ich eingeladen, einen Hundepool und einen Tunnel habe ich erobert und, und, und… Es war wirklich viel los in meinem ersten Jahr. Viel mehr als die Gassi-Runden, bei denen ich auch Frauchens geliebte Hundeerziehung erledigen musste. Immerhin gab es Leberwurst für gute Leistungen…

Ich bin gespannt, was noch kommt

Auch wenn ein Jahr schon rum ist, es gibt noch Dinge, die neu sind für mich. Advent, Weihnachten und Silvester habe ich noch nicht mit Frauchen erlebt. Ich bin gespannt darauf. Und ich bin gespannt, was noch kommen wird, denn Frauchen hat gesagt: „Auch wenn man einen kompletten Jahresverlauf erlebt hat, gibt es immer etwas Neues und Schönes zu entdecken.“ Hoffentlich hat sie Recht… Text: Paulchen / Foto: Marion Friedl

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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