Paulchens Welt: Immer Ärger mit den Wespen

Copyright: Marion Friedl

Eigentlich vermisse ich den Winter ja nicht, aber es war schon lustig, die Schneeflocken in der Luft zu fangen. Weil es im Sommer nicht schneit, habe ich erfolgreich nach Ersatz für dieses Vergnügen gesucht. Nun fange ich Wespen in der Luft. Besser gesagt: Ich würde sie gerne fangen, denn Frauchen lässt mich nicht. Mann, ist das eine Spaßbremse…

Frauchen und ihr mieser Trick

Gut, Frauchen rechtfertigt ihre Verbote ja immer. Bei den Wespen sagt sie, dass die Viecher stechen können und das gefährlich für mich werden kann, wenn die zum Beispiel in den Hals oder im Maul zustechen. Pah! Die hat keine Ahnung, dass ihr Paulchen unverwundbar ist!

Anscheinend glaubt sie, dass meine Überzeugung pure Selbstüberschätzung ist. Jedes Mal, wenn ich so einen Wespenflieger schnappen will, ruft sie „Nein, Paulchen!“ und wenn ich nicht höre, dann greift sie zu einem ganz miesen Trick: Sie wirft diese Klimperdinger vor meine Pfoten und bremst mich damit aus. Sauerei! Da kriege ich einen Schreck und vergesse für einen Moment meine Jagd auf die Wespen. Was sich natürlich negativ auf meine Erfolgsbilanz als Jäger auswirkt. Gut, dass ich die nicht veröffentlichen muss…

Keine Toleranz für Chefallüren

Inzwischen kontrolliert Frauchen ja nicht nur mich, sondern auch mein Zubehör. Ich bin misstrauisch, wenn sie meine Näpfe ansteuert, obwohl da noch Wasser drin ist oder noch gar nicht Fütterungszeit ist. Womöglich will sie mir das Wässerchen wegnehmen oder einen Futterrest klauen. Geht doch gar nicht! Da mag sie noch so oft behaupten, dass sie der Chef ist. Beim Futter hört die Toleranz für Chefallüren auf. Vergreife ich mich an ihrem Campari? Niemals! Was? Ihr fragt nach dem Einkaufskorb, den ich immer kontrolliere und nach meiner Arbeit als Bodenreiniger in der Küche? Das ist ja wohl etwas ganz anderes: Das ist eifrige Mithilfe im Haushalt.

Unglückspaddler darf ich nicht trockenlecken

Allerdings muss ich zugeben, dass Frauchen einmal in meinem Napf fündig wurde. Ein Wespenflieger war abgestürzt. Mit vollem Karacho in meinen Wassernapf. Erst mal drin gelandet, versuchte sich dieser Bruchpilot als Olympiaschwimmer. Vergeblich natürlich. Eine Medaille hat dieser Möchtegern-Sportler nicht gekriegt. Aber immerhin eine trockene Freiheit außerhalb meines Napfes. Ich habe mich hilfsbereit angepirscht und wollte ihn trockenlecken – zumindest habe ich so getan als ob, denn ich hatte sofort erkannt: Dieser tropfnasse Unglückspaddler könnte leichte Beute sein. Aber nein: Frauchen hatte mich durchschaut und es hieß mal wieder „Nein, Paulchen“.

Beim Zwetschgendatschi ist meine Hilfsbereitschaft nicht gefragt

Überhaupt legt Frauchen keinen Wert auf meine Hilfsbereitschaft. Beim Zwetschgendatschi fuchtelt sie dauernd mit den Händen herum, um diebische Fliegerangriffe zu verhindern. Ich würde ihr dabei jedes Mal gerne helfen, denn vielleicht würde sie das ja mit einem Happs vom Datschi honorieren. Und was ist? Genau, Ihr ahnt es schon: Sie sagt wieder „Nein, Paulchen.“ Allerdings nicht nur zu meinem Engagement in Sachen Wespenabwehr, sondern auch zum Datschi-Häppchen. Mpf. Ich nenne dieses Verhalten von Frauchen Futterneid…

Mein Apfel: Frauchen ist nicht immer der Boss

Nicht mal beim Einsammeln der Äpfel darf ich ihr helfen. Im Kampf gegen die Wespen setzt sie nämlich auf Entzug der Nahrungsquellen. Allerdings gehen nicht nur die Wespen leer aus, sondern auch ich. Zumindest war das wohl das Ziel. Aber ich war einmal schlau und schnell: Sie warf die Äpfel in einen Korb, passte einen Moment nicht auf mich auf und ich habe ihr hinterrücks einen Apfel geklaut, der auf dem Boden lag. So viel zum Thema Frauchen ist der Chef. Wenigstens da hatte ich gesiegt und zugleich ein Zeichen gesetzt, das ihr hoffentlich deutlich gesagt hat: Nicht immer bist Du der Boss. Text: Paulchen / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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