Paulchens Welt: Ich bin ein Superhund

Copyright: Marion Friedl

Psst! Ich muss Euch was erzählen. Es ist unglaublich, aber echt wahr: Ich bin ein Superhund. Was wird hier gelacht? Na wartet, ich werde es Euch beweisen. Mein zweiter Name ist Superhund. Paulchen Superhund.

Ein Loch tat sich auf und verschlang den Knochen

Letztens bekam ich von Nachbarn einen Kauknochen geschenkt. Leider hat Frauchen bemerkt, dass ich den Kauknochen eingebuddelt habe, damit er ein besseres Aroma annimmt. Das ist wie mit Steaks: Je länger sie reifen, umso teurer und besser sind sie. Okay, für den Knochen zahlt keiner mehr was, aber er schmeckt besser. Wie dem auch sei: Frauchen mag es nicht, wenn ich buddle. Also musste ich mir etwas Superschlaues einfallen lassen. Ich sah Frauchen entsetzt an, um meine Ausrede zu bekräftigen: Urplötzlich hat sich ein Loch aufgetan, verschlang den Knochen, der Wind blies Erde darüber, aber ich Superhund habe den Knochen gerettet. Frauchen schien mich zu verstehen, denn sie meinte: „Naja, lassen wir das. Komm rein, es gibt Futter.“

Super Nummer: Nachbarn um die Pfote wickeln

Apropos Nachbarschaft: Ich betreibe freundlichste Kontaktpflege am Zaun und erwarte auch eine Gegenleistung. Das ist nicht weiter anstrengend. Es ist eher ein Traumjob. Ich muss nur fiepen, hüpfen, meinen Propellerschwanz kreisen lassen, große Augen machen und schon habe ich alle um die Pfote gewickelt. So komme ich laufend an Streicheleinheiten und Leckerlis. Das klappt einfacher als bei Frauchen. Super Nummer, oder?

Ein schuldbewusstes Frauchen spart nicht an Streicheleinheiten

Das war noch nicht genug Superhund-Beweis? Dann passt mal auf: Als Welpe bin ich immer wieder von der Couch, aus Frauchens Bett und sogar aus meinem ebenerdigen Bettchen gefallen. Das passiert mir heute nicht mehr. Aber manchmal ist es notwendig, so zu tun als ob, damit man bedauert wird und die lange Nacht für Streicheleinheiten unterbrochen wird. Also warte ich bis sich Frauchen bewegt, springe aus dem Bett und murre ein wenig. Dadurch wird sie wach und fragt: „Bist Du mal wieder aus dem Bett gefallen, Paulchen?“ In diesem Moment trifft sie ein derart empörter Blick, dass sie vermutet: „Oh, habe ich Dich etwa geschubst?“ Ich bejahe dies stets mit einem Fiepen und schon gibt es Streicheleinheiten. Cool, oder?

Ich opfere mich als Superhund und Vorkoster auf

Als Superhund helfe ich im Haushalt, schütze meine Zweibeinerin vor noch mehr Übergewicht und opfere mich regelrecht für mein Frauchen auf. Beispiel Einkaufstüte: Frauchen schleppt sie an, ich helfe beim Auspacken und stelle mich als Vorkoster zur Verfügung. Früher gab es die an jedem Hof, weil man verhindern wollte, dass die hohen Herrschaften vergiftet werden. Letztens kostete ich eine Quarktasche vor. Frauchen war zunächst nicht angetan von meiner Dienstleistung, aber ich konnte sie einige Zeit später eines Besseren belehren: Ich musste pupsen und bekam endlich die mir zustehende Anerkennung. „Igitt! Das war bestimmt die Quarktasche“, erkannte Frauchen und ich brummelte ein wenig. Die Folge: Mitleidiges Bauchi kraulen und ein Leckerli als Trostpflaster.

Also, was nun? Bin ich ein Superhund oder nicht? Welche Superleistungen habt Ihr denn drauf? Ich bin gespannt! Text: Paulchen / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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