Paulchens Welt: Frauchen ist stolz auf mich

Copyright: Marion Friedl

Nicht wundern: Das auf dem Foto ist Euer Paulchen. Ich bin gewachsen und mit acht Monaten sehe ich jetzt anders aus, sagt Frauchen. Deshalb hat Paulchens Welt (endlich) ein neues Foto bekommen. Schicke Yoga-Übung Liegender Grinse-Hund, oder?

Hoffentlich steigt mir ihr Stolz nicht zu Kopf

Hinter uns liegen aufregende Tage. Ein Umzug ist nichts für schwache Hundenerven. Frauchen hat für viel Geld Profis gebucht und dann dauerte der Umzug mit vielen Pannen nicht nur einen Tag, sondern zwei Tage… Aber was soll’s? Jetzt ist er vorbei und ich will nicht mehr darüber wuffen. Dafür kann ich heute richtig angeben. Frauchen ist nämlich laufend stolz auf mich. Ich muss aufpassen, dass mir das nicht zu Kopf steigt.

Einfach die Klappe halten und schon werde ich gelobt

Schon während des Umzugs ging der Stolz auf mich los. Ich hatte am Auszugsort ein leeres Einzelzimmer bekommen, damit ich weniger Stress habe. Von wegen… Anfangs habe ich gefiept, weil ich dachte: Lieber einmal öfter bemerkbar machen, als ohne Frauchen dastehen. Ich hatte nämlich befürchtet, dass die Umzugsmänner mein Frauchen einpacken und wegfahren. Irgendwann wurde mir die Aufpasserei aber zu dumm und ich verhielt mich ruhig. Prompt bekam ich den ersten Pluspunkt von Frauchen – inklusive Leckerli. Das habe ich ihr so beigebracht: Wenn sie stolz ist, muss sie was springen lassen.

Ein Hundebussi ist doch nicht lästig

Am Einzugsort lief es besser für mich: Kein Einzelzimmer, sondern eine Nanny. An der Leine durfte ich alles beobachten und ich wurde richtig verwöhnt. Streicheln, Gassi gehen, Leckerli – alles, was ein Paulchen glücklich macht. Sogar der Vermieter kam und fand mich nett. „Wenn er lästig wird, bitte Paulchen ignorieren“, hat Frauchen gesagt. Hallo? Ich und lästig? Okay, ein Schlabberbussi quer durchs Gesicht des Vermieters musste sein. Schließlich hat er für die Streicheleinheiten einen Kniefall vor mir gemacht und es sich verdient. Ich hatte Glück: Frauchen war so beschäftigt, dass sie meine Knutscherei nicht bemerkt hatte. Stattdessen versicherten der Vermieter und die Nanny, dass ich ein braver, guter Hund bin. Frauchen spendiert also erneut einen leckeren Pluspunkt.

Handwerker werden freundich begrüßt

Seit Tagen räumt Frauchen Kartons aus, füllt Schränke und dekoriert. Zwischendrin kamen auch mal Handwerker. Ich setzte auf freundliche Begrüßung und aufmerksame Beobachtung. Und zack – mal wieder Lob und Leckerli abkassiert.

Eine Glanzleistung führt zur Frage „Bist Du krank?“

Frauchen war inzwischen einkaufen, damit wir wieder Vorräte haben. Ich blieb wegen der Hitze daheim im Garten. „Er hat nicht gebellt“, sagte der Nachbar, als Frauchen heim kam. Das schrie natürlich wieder nach Lob und Belohnung. Und dann setzte ich noch eins drauf: Frauchen räumte die Einkäufe aus dem Wagen und ließ kurz die Gartentür offen. Sie sagte „Drin bleiben“ zu mir und ich setzte mich wartend auf meinen Popo. Keine Pfote habe ich nach draußen gesetzt. Ich hatte erneut mit Stolz und Häppchen gerechnet, doch stattdessen fragte mich Frauchen: „Bist Du krank, Paulchen?“ Krank nicht, aber gekränkt, weil mir Frauchens Tonfall verriet, dass sie mir diesen Gehorsam nicht zugetraut hatte. Und was sollte diese Frage? Als ob ich sonst nie folgsam wäre. Ts, ts, ts… Ich beschloss, dass dies nach zwei Leckerlis rief.

Lassie, Rex und Co. können einpacken

Vom Erdgeschoß führt eine Treppe ins Obergeschoß. Ich schafte sie auf Anieb nach oben – aber runter habe ich mich nicht mehr getraut. Allerdings war das clever von mir. Frauchen legte Leckerlis auf jede Stufe und ich fraß mich von oben nach unten durch. Dort wartete Frauchen, die vor lauter Stolz jubelte. Ich fühlte mich wie ein Held: Lassie, Rex und Co. können einpacken…

Keine Angst vor Zelten und Wasser

Um mir den Einzug zu verschönern, hat mir Frauchen für den Garten ein Indianerzelt mit Tunnelgang zum zweiten zweiten Zelt geschenkt. „Zum Spielen und als Sonnenschutz“, hat sie das Ding angepriesen. Ich war skeptisch, ließ mich aber überreden, einen Blick hinein zu werfen. Drin warteten Vorschusslorbeeren auf mich: Ich folgte der Leckerlispur vom ersten Zelt durch den Tunnel ins zweite Zelt und Frauchen freute sich wie irre. Ich staune immer wieder, wie leicht man ihr eine Freude machen kann. Die Freude war so groß, dass sie mir sogar noch einen Plantschpool geschenkt hat. Zunächst nutzte ich den Pool durstig als Riesen-Wassernapf. Als wir mit dem Ball spieten, warf Frauchen so ungeschickt, dass der Ball im Wasser landete. Ich holte ihn heraus, weil sich Frauchen weigerte, ins Wasser zu gehen. Klar: Lob und Leckerli waren fällig.

Beim Gewitter sah Frauchen ein: „Du bist ein Held“

Dann war da noch die Gewitternacht, in der Frauchen endlich einsah: „Du bist wirklich ein Held, Paulchen.“ Es hat so laut gekracht, dass wir aus dem Schlaf geschreckt sind. Frauchen wollte Licht machen, aber der Strom war weg. Aber sie kann sich auf mich verlassen: Ich begleitete sie ohne Zittern und Zaudern zum Sicherungskasten und kontrollierte tapfer mit ihr, ob rund ums Haus alles in Ordnung war. Schließlich hätte der Blitz ja in mein neues Zuhause einschlagen können. Undenkbar! Kaum ein schönes Heim gefunden, wäre es schon wieder dahin gewesen… Aber dank meiner Kontrolle war alles in Ordnung. Bis auf Frauchens Entschluss, wieder ins Bett zu gehen. Ich erinnerte sie sofort daran, dass sie stolz zu sein hatte und forderte mein Leckerli ein… Text: Paulchen / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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