Paulchens Welt: Achtung, Multitasking-Frauchen!

Copyright: Marion Friedl

Habt Ihr auch ein Multitasking-Frauchen? Est hatte ich ja Hundetaxi-Frauchen verstanden, aber man kann nicht alles haben… Mit dem Multitasking-Frauchen ist Euer Paulchen aber ein wenig überfordert. Was die alles gleichzeitig macht und ich soll das noch auf die Reihe kriegen.

Bei Pannen bin ich am Ende schuld

Los geht das beim Telefonieren – jedes Mal dasselbe: Sie spricht in den Hörer rein, tippt nebenbei, steht dann auf, holt etwas aus dem Schrank und nippt nebenbei noch am Kaffee. Und jetzt ratet mal über wen sie dabei gestolpert ist? Richtig, über mich. Ich kam nicht vor in ihrem Multitasking-Plan. Ein saublöder Plan ist das.

Aber das sah sie nicht ein. Stattdessen hieß es: „Lieg nicht im Weg rum, Paulchen.“ Übersetzt heißt das: Ich bin schuld, nicht sie. Woher bitte soll ich wissen, was sie als nächstes tut oder wohin sie geht? Und während ich darüber nachdenke, soll ich auch noch rechtzeitig ausweichen. Das ist doch wirklich zu viel verlangt, oder?

Sie sucht an mehreren Stellen gleichzeitg und ich gerate in Verdacht

Letztens war wieder was geboten: Ihr Geldbeutel war verschwunden. Mann, war die durch den Wind. Sie hat in der Tasche gekramt, ist gleichzeitig zur Jacke gelaufen, ließ die Tasche fallen und traf mich am Kopf, während sie an der Jacke herumgetastet hat. Ich habe mich natürlich mit einem Mpf beschwert, aber das hat sie gar nicht beeindruckt. „Such lieber mit, Paulchen“, meinte sie.

Ein Multitasking-Frauchen beobachten, in Deckung gehen und suchen – das ist so was von Überforderung, dachte ich mir. Deshalb zog ich es vor, aus der Schusslinie zu gehen und verkrümelte mich in mein Bettchen. Das war keine gute Idee, denn sofort hatte sie mich in Verdacht, den Geldbeutel geklaut zu haben. Alles was sie unter meinem Kissen fand, waren jedoch ein Kauknochen und ein Kugelschreiber – keine Ahnung, wie das Zeug da drunter kam. Wahrscheinlich auf ähnlich rätselhafte Art, wie der Geldbeutel in den Kühlschrank gelangt ist.

Meine Nummer überforderte sogar mein Multitasking-Frauchen

Das sind nur zwei Beispiele aus meinem Zusammenleben mit einem Multitasking-Frauchen. Ich könnte noch mehr erzählen. Aber ich will ja noch über meine Rache plaudern. Als sie mit einer vollen Einkaufstüte, Handtasche, Post unterm Arm und Schlüssel im Mund kam und mit einem freien Finger die Kühlschranktür öffnete, war die Zeit dafür gekommen. Ich zeigte meine Multitasking-Fähigkeiten: Ich lag im Weg, stand kurz vor ihrem Stolpern auf, tanzte um ihre Beine, winselte gleichzeitg, wedelte mit dem Schwanz und sprang an ihr hoch. Hihi, war die überfordert. Paulchen beobachten, Tüte tragen, Gleichgewicht halten, ausweichen, nichts fallen lassen – das war zu viel für sie. Schwupp – rutschte ihr ein Henkel aus den Fingern und die Krapfen (manche nennen sie Berliner) fielen auf mich. Ich hob hilfsbereit die Gebäcktüte auf, bekam eine weiße, süße Nase und musste niesen.

Frauchen wollte die Krapfen retten, beugte sich herunter und es purzelten Erdbeeren aus der Tüte. Ich beseitigte das Erdbeerunglück teilweise und bekam ein rotes Fell an der Schnauze, was mich aussehen ließ wie ein Vampir. Als sie vor Schreck bei meinem Anblick „Wie siehst Du denn aus?!“ rief, stellte sie die Einkaufstüte auf dem Boden ab (wie nett von ihr) und ich steckte meine Vampirnase hinein, um zu kontrollieren, ob sie wirklich alles eingekauft hatte. Ich hörte einen entnervten Unterton, als sie sagte „Nase raus!“ und beschloss nachsichtig, dass mein Frauchen Hilfe brauchte, weil das zu viel Multitasking für sie war. Ich spendierte ihr eine Blitz-Blank-Bodensäuberung. Nett von mir, oder? Aber Frauchen hat mir die Krapfen vor der Nase weggeklaut. Mpf. Text: Paulchen / Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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