Paulchen und Pepino wittern fremde Männer

Copyright: Marion Friedl

„Huch! Was ist das, Paulchen?“

„Ein Höllenlärm ist das, Pepino.“

„Frauchen hat uns ins Schlafzimmer gebracht und ist allein mit diesem Lärm, Paulchen.“

„Das beunruhigt mich auch, Pepino.“

„Machen wir uns wenigstens bemerkbar, Paulchen.“

„Wuff“

„Wau!“

„Jetzt ist dem Lärmteufel hoffentlich klar: Frauchen ist nicht allein zu Hause.“

„Genau, Paulchen. Ob der die Bude abreißt?“

„Was?! Das ist zwar eine Notfall-Hütte, weil wir schnell was brauchten, aber ohne die Butze stehen wir auf der Straße, Pepino.“

„Ein Leben auf der Straße ist nicht so übel, Paulchen.“

„In Spanien vielleicht, Pepino. Aber Du warst nie Straßenhund in Deutschland. Schau raus: Es schneit.“

„Oh, Mist. Und das nicht wenig. Daran hatte ich nicht gedacht, Paulchen.“

Löcher in der Wand? Da stimmt was nicht!

„Hörst Du das, Pepino?“

„Ich höre nichts, Paulchen.“

„Eben. Da stimmt doch irgendwas nicht, Pepino.“

„Wau!“

„Wuff!“

„Bestimmt holt uns Frauchen gleich, Paulchen.“

„Da ist sie schon. Wir müssen das genau überprüfen, Pepino.“

„Ach herrjeh, Paulchen: Im Bad ist ein Loch in der Wand.“

„Hier in der Küche steckt ein Rohr in der Wand, Pepino.“

„Es riecht nach fremden Männern, Paulchen.“

„Und die machen hier alles kaputt, Pepino. Armes Frauchen…“

„Vielleicht reparieren sie das ja wieder. Die machen bestimmt nur Pause, Paulchen.“

„Ich denke, Du hast Recht, Pepino. Frauchen bringt uns wieder ins Schlafzimmer.“

„Die ist echt mutig. Allein mit fremden Männern, Paulchen. Wenn das mal gut geht.“

Da hilft nur Sicherheitsbellen und Fitness-Training

„Ich hasse das, Pepino… Warten hinter einer geschlossenen Tür.“

„Das bedeutet: Sicherheitsbellen. Wau!“

„Wuff!“

„Mehr können wir nicht tun, Paulchen.“

„Wir könnten ein wenig unsere Fitness trainieren – nur für alle Fälle, Pepino.“

„Gute Idee, Paulchen. Wer weiß wofür es gut ist, wenn fremde Männer im Haus sind.“

„Rauf aufs Bett, wieder runter, unten durch und einmal durchs Zimmer rennen. Dann das Ganze wieder von vorn.“

„Wird gemacht, Paulchen. Los geht es…!“

„Das macht Spaß, Pepino!“

„Ja, aber lang halte ich nicht mehr durch, Paulchen.“

„Das waren erst zehn Runden. Da geht noch was, Pepino.“

„Uuups, wenn Frauchen das sieht, Paulchen….“

„Oweia, Pepino. Wir haben das Kissen und die Decke vom Bett geworfen. Der Teppich ist auch verrutscht.“

„Und der Wecker ist vom Nachttisch geflogen, Paulchen. Das gibt Ärger.“

„Sie kommt, Pepino. Sobald die Tür aufgeht, flitzen wir wie der Blitz vor dem Donnerwetter aus dem Zimmer.“

„Das könnte helfen, Paulchen. Außerdem müssen wir sofort kontrollieren, was in der Zwischenzeit passiert ist.“

Wir sind auf Wasser gestoßen!

„Wau! In der Küche steht keine Spüle mehr mitten im Zimmere, Paulchen.“

„Das Loch im Bad ist zu, aber das Waschbecken ist noch nicht dran, Pepino.“

„Achtung, Frauchen kommt! Mal sehen, was sie macht, Paulchen.“

„Sie füllt Wasser in unsere Näpfe! Und das in der Küche, Pepino! Wer braucht ein Waschbecken im Bad?““

„Sieht nach halbfertiger Arbeit aus, Paulchen. Die Waschmaschine im Bad ist gefüttert, aber sie läuft nicht.“

„Egal, badet Frauchen eben wieder mit den Unterhosen in der Badewanne, Pepino. Immerhin sind wir nach fast zwei Monaten in der Küche auf Wasser gestoßen.“

„Sind wir jetzt reich, Paulchen?“

„Ich fürchte, wir sind um 250 Mücken ärmer, Pepino. Die muss Frauchen an den Vermieter zahlen, damit das Wasser in die Näpfe und in die Waschmaschine läuft.“

„Teure Notfall-Bude, Paulchen. Sie hat ja schon ein Jahr Miete im Voraus bezahlt.“

„Besser sie zahlt noch mal. Der Vermieter meinte, sie könnte auch ausziehen, Pepino.“

„Wie gemein, Paulchen. Draußen schneit es.“

„Böse Menschen kriegen irgendwann ihre Strafe, Pepino.“

„Stimmt. In Spanien wurden einige gebissen, Paulchen.“

„Ähm, das sollten wir nicht tun. Ob noch Geld für Leckerlis da ist, Pepino?“

„Ich glaube, wir haben Glück, Paulchen. Hörst Du das? Das war die Tür vom Leckerli-Schrank.“

„Nichts wie ran an die Leckerlis, Pepino! Bevor die fremden Männer wieder kommen und sich vielleicht unsere Vorräte und nicht das Waschbecken schnappen.“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl    

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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