Paulchen und Pepino: Wir vererben unser Karma

Copyright: Marion Friedl

„Wir sollten Respekt vor dem Tod haben, Paulchen.“

„Häh? Bist Du mal wieder auf einem Frauchen-Seelen-Trip?“

„Es ist bald Advent und wir sollten mal über das Werden und Vergehen nachdenken.“

„Warum?“

„Wenn es blöd läuft, könnte es auch uns treffen, Paulchen.“

Auferstehung live

„Ich wusste es: Sie hat Dir einen Seelen-Floh ins Ohr gesetzt, Pepino. Du solltest  manchmal Deine Hängeohren verschließen.“

„Warum, Paulchen? Ich finde das äußerst interessant. Sie sagt, dass unser Körper stirbt, aber unsere Seele als Energie weiter lebt.“

„Ach ja? Und wo, Pepino?“

„Keine Ahnung, aber wahrscheinlich sind wir wie Bäume.“

„Häh?“

„Die sehen ohne Laub tot aus und leben doch weiter. Im Frühjahr werden sie grün.“

„Wau! Auferstehung live. Was für eine Nummer, Pepino.“

„Nicht wahr? Ich möchte auch auferstehen, wenn ich mal sterbe, Paulchen.“

Wir sollten unser Karma vererben

„Wenn das alles so stimmt, dann werden wir vermutlich alle auferstehen, Pepino.“

„Die Frage ist nur als was, Paulchen.“

„Bitte nicht als Baum – die werden angepinkelt. Wie wäre es als Hund, Pepino?“

„Gerne, aber ich habe gehört, dass man mit einem schlechten Karma als Ameise wiedergeboren werden kann.“

„Diese Carmen mag ich nicht, Pepino.“

„Ich rede nicht von Carmen, Stierkampf und olé. Unser Karma zählt alles, was wir tun oder mal getan haben zusammen und dann wird abgerechnet, Paulchen.“

„Uuups… Ich mag auch dieses Karma nicht, Pepino.“

„Ich auch nicht, Igitt!“

„Wenigstens da sind wir uns einig, Pepino.“

„Vielleicht sollten wir ein Testament machen, Paulchen.“

„Wir haben nichts zu vererben, Pepino.“

„Von wegen. Wir könnten unser Karma vererben, Paulchen.“

„Das ist gar nicht dumm, Pepino. Wir wären das schlechte Karma los und kämen nicht als Ameise auf die Welt zurück.“

Gott wird nicht gerne eine Ameise sein

„Genau, Paulchen. Vererben wir unser Karma einfach dem, der es uns aufs Auge gedrückt hat.“

„Und wer soll das sein, Pepino?“

„Na, ich nehme mal an, dass das Gott war, Paulchen.“

„Oh, oh.. Der wird sich nicht freuen, wenn er plötzlich eine Ameise ist, Pepino.“

„Hauptsache wir sind keine Ameisen, Paulchen. Ich möchte ein großer, schöner Collie werden.“

„Und ich ein Bernhardiner, Pepino.“

„Na dann, Paulchen: Schreiben wir unser Testament: Wir, Paulchen und Pepino, vererben Gott unser Karma.“

„Klingt gut, Pepino. Ähm…“

„Was ist, Paulchen?“

„Was, wenn wir gar kein schlechtes Karma haben? Dann würden wir ja unser gutes Karma vererben und wer weiß, was dann passiert, Pepino. Wir sollten das genauer schreiben.“

„Wir ändern das Testament: Wir, Paulchen und Pepino, vererben Gott unser schlechtes Karma. Das gute Karma behalten wir, damit wir mindestens als Collie namens Pepino und als Bernhardiner namens Paulchen wiedergeboren werden.“

Jetzt können wir Spaß haben

„Perfekt! Können wir jetzt endlich spielen, Pepino?“

„Si! Arriba! Ich komme!“

„Umpf… Du bist voll auf mich drauf gesprungen, Pepino!“

„Oh, entschuldigung. Das muss an Deinem schlechten Karma liegen, Paulchen…“ Text: Paulchen + Pepino / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

4 comments Categories: Paulchen + Pepino Schlagwörter:

4 thoughts on “Paulchen und Pepino: Wir vererben unser Karma

  1. Hi ihr beiden seid doch noch so jung und dann redet ihr schon vom Sterben. Da finde ich nicht gut. Frauchen wäre todunglücklich wenn ihr beide jetzt schon gehen würdet hat doch noch einige Jahre vor euch. Und wenn der Tag x mal kommt lebt eure Seele auf alle Fälle in unseren Herzen weiter ❤️❤️❤️❤️❤️

    1. Liebe Claudia, wir haben vor, noch lange Unfug auf Erden zu treiben. Aber wenn man mit dem Geisterhund Kimba zusammenlebt, Frauchen Schamanen-Kram macht und einer von uns auch noch der Tötungsstation entronnen ist, dann kann man auch mal ans Karma denken, zumal wir ziemlich oft Flausen im Kopf haben. Dachten wir uns zumindest, voir allem weil wir das mit der Ameise gehört haben… Liebe Grüße!

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