Paulchen und Pepino werden beraubt

Copyright: Marion Friedl

„Das ist eine Sauerei, Pepino!“

„Das ist so gemein, Paulchen.“

„Der Vermieter holzt fast alles ab in unserem Garten. Ob der irgendwann aufhört, Pepino?“

„Wir werden schon die ganze Woche beraubt, Paulchen. Bald steht kein Pinkelbaum mehr.“

„Und es liegen Dosen, Flaschen, Müll und Kippen rum. Wir sollten ihm ans Bein pinkeln, Pepino.“

„Das wäre eine gute Rache, Paulchen. Der hat ein Haus mit Garten vermietet und jetzt macht er den kaputt.“

„Rache hat er verdient, Pepino. Der hat weder uns noch Frauchen gefragt, ob wir damit einverstanden sind.“

„Pah! Ich mag ihn nicht, Paulchen.“

„Ich mache mit, Pepino.“

„Wobei, Paulchen?“

„Beim Nichtmögen, Pepino.“

„Gut, dann sind wir schon drei, Paulchen.“

„Ich, Du, zwei – häh?“

„Ich, Du, Frauchen, drei.“

Rettet die Pinkelbäume und Versteckbüsche!

„Drei ist nicht wenig. Für eine Demo würde es reichen, Pepino.“

„Rettet die Pinkelbäume und Versteckbüsche!“

„Genau, Pepino. Dem wuffen wir was.“

„Jetzt kann jeder in unseren Garten reinschauen, Paulchen.“

„Und Frauchen hasst das, Pepino.“

„Wir sind dafür da, auf Frauchen aufzupassen und für sie zu kämpfen, Paulchen.“

„Okay, das mit dem kämpfen… Ähm… Nur wenn es sein muss, Pepino.“

„Memme. Wozu bist Du so groß, wenn Du nicht kämpfen willst, Paulchen?“

„Es reicht, wenn ich Eindruck mache, Pepino.“

„Naja, viel Eindruck hast Du nicht gemacht. Das juckt den nicht, denn er holzt weiter ab, Paulchen.“

„Mist.“

„Hundekacke.“

„Du musst mal? Dann sag Frauchen Bescheid, Pepino.“

„Ich muss nicht, Paulchen. Ich wollte nur das Wort Sch… nicht sagen.“

„Dass Du immer so anständig sein musst, Pepino.“

„Das kommt gut an, Paulchen.“

Langsam haben wir die Schnauze voll

„Egal. Frauchen ist erstaunlich ruhig, obwohl der abholzt. Eigenartig, Pepino.“

„Irgendwie schon. Sie hat uns aber getröstet und gesagt, dass sie alles im Griff hat, Paulchen.“

„Hoffentlich…“

„Und der Vermieter will mit Beratern eine Begehung machen, Paulchen.“

„Das klingt übel, Pepino.“

„Letztes Mal mussten wir ausziehen, weil das Haus verkauft wurde, Paulchen.“

„Nicht schon wieder, Pepino! Bevor Du zu uns kamst, musste ich schon mal mit Frauchen umziehen, weil ein Haus verkauft wurde.“

„Wau! Dann wäre es ja das dritte Mal hintereinander, Paulchen.“

„Langsam haben wir die Schnauze voll, Pepino.“

„Und wie! Aber wir können nur abwarten, Frauchen beobachten und das Beste draus machen, Paulchen.“

„Wird wohl nichts anderes übrig bleiben, Pepino. Aber wir sollten schon mal mit dem Besten anfangen.“

„Und das wäre, Paulchen?“

„Leckerlis gegen den Frust, Pepino.“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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