Paulchen und Pepino warten auf den Osterhasen

Copyright: Marion Friedl

„Schon was gesehen, Pepino?“

„Nichts, Paulchen.“

„Ich habe auch nichts gesehen, nichts gehört und nichts gerochen.“

„Das ist ja fast wie bei den drei Affen, Paulchen.“

„Cool! Wo sind die? Affen sind lustig. Wir könnten Spaß mit ihnen haben, Pepino.“

„Die Affen hören, sehen und sagen nichts, Paulchen. Und sie sind nicht hier.“

„Wie langweilig. Wir sollten lieber auf den Osterhasen warten, Pepino.“

„Der lässt sich nicht blicken, Paulchen. Ist wohl beschäftigt.“

„Womit, Pepino?“

„Angeblich malt er Eier an, Paulchen.“

„Der soll bloß die Pfoten von meinen…“

„Nicht die, Paulchen. Richtige Eier.“

„Oh… Warum tut er das, Pepino?“

„Damit wir bunte Ostereier haben, die Frauchen versteckt, nicht wiederfindet und wir suchen müssen, Paulchen.“

„Ach, ich erinnere mich, Pepino. Da war so eine Nummer letztes Jahr… Ich hatte mich schon gefragt, warum Frauchen die Eier überhaupt versteckt hatte. Und mir wurde klar, dass ihr Gedächtnis nicht das Beste ist.“

Der Osterhase ist irgendwie gaga

„Ach ja, die Menschen und ihre Probleme. Wenn sie uns nicht hätten… Aber viel interessanter finde ich ja, dass der Osterhase Nester baut. Die füllt er mit Leckerlis und dann versteckt er die Nester, Paulchen.“

„Der ist auch irgendwie gaga, Pepino.“

„Das kann man wohl sagen, Paulchen. Ich habe mal gehört, dass der Osterhase sich einen Wettstreit mit dem Nikolaus liefert: Wer bringt die schöneren Geschenke, wer hat mehr dabei und wer ist schneller?“

„Irre. Hoffentlich schneit es nicht, Pepino.“

„Ich glaube nicht, Paulchen. Warum sollte es schneien?“

„Naja, wenn der Nikolaus herumspioniert, was der Osterhase so treibt… Immer wenn der Nikolaus kommt, ist es saukalt.“

„Dios mio! Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht…“

„Das solltest Du aber als sonnenverwöhnter Spanier, Pepino.“

„Vielleicht sollte ich mir vom Osterhasen einen warmen Pulli wünschen, Paulchen.“

„Ich glaube, er bringt nur Leckerlis und vielleicht Spielzeug, Pepino.“

„Klar, wenn wir nichts bestellen…“

Ich kann ihn hören… Wir sollten uns anschleichen

„Hey… Hörst Du das, Paulchen?“

„Was? Wo?“

„Klingt nach Osterhase, Paulchen.“

„Wau! Wau!“

„Bleib da, Paulchen! Erschreck ihn nicht! Sonst läuft er davon und lässt das Nest nicht da!“

„Sag das doch gleich, Pepino. Schleichen wir uns an und sehen nach.“

„Wo ist der nur?“

„Da ist nichts, Pepino…“

„Doch! Ich höre es wieder! Ein Glöckchen! Wie in der Werbung!“

„Was für ein Fehlalarm von Dir, Pepino. Das ist das nervende Windspiel…“

„Oh… Ich dachte… Naja, warten wir eben weiter.“

Aber das ist er jetzt bestimmt

„Da vorne! Da ist was, Paulchen!“

„Bin schon unterwegs! Ich komme, Osterhase!“

„Warte, Paulchen! Ich komme mit!“

„Das war eine Amsel im Busch, Pepino.“

„Schade… Aber es hätte auch der Osterhase sein können, Paulchen.“

„Oh, was hören meine Ohren… Oh, das klingt gut, Pepino…“

„Ich höre es auch, Paulchen. Der Osterhase ist in der Küche…“

„Quatsch, das ist Frauchen. Sie füllt unsere Näpfe, Pepino.“

„Okay, dann muss der Osterhase eben warten. Fressen ist wichtiger.“

„Genau, Pepino. Ran ans Futter!“  Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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