Paulchen und Pepino retten den Tag

Copyright: Marion Friedl

„Pepino, an diesem Wochenende dreht sich die Sonne.“

„Warum sollte sie das tun, Paulchen?“

„Frauchen sagt, dass Sonnenwende ist.“

„Oh, Paulchen. Du hast mal wieder nicht genau zugehört.“

„Warum, Pepino?“

„Die Sonne dreht und wendet sich nicht. In der Sonnwendnacht hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Danach geht es bergab, Paulchen.“

„Wir müssen sie retten! Die Sonne stürzt echt von einem Berg ab, Pepino?!“

„Nein. Das sagt man so, weil zur Sonnenwende der längste Tag ist, Paulchen. Danach werden die Tage wieder kürzer und es ist abends nicht mehr so lange hell.“

„Verstehe, Pepino. Na, das mag einen Rums geben…“

„Meinst Du, es rumpelt wirklich, Paulchen?“

„Mich würde es nicht wundern: Wenn die Nacht dem Tag die Zeit klaut. Das kann nicht gut gehen, Pepino.“

„Stimmt, das ist gemein, Paulchen. Das macht man doch nicht.“

„Die feine Art ist das nicht und deswegen wird es wohl rumpeln, Pepino.“

„Klar, Paulchen. Wenn der Tag bemerkt, dass die Nacht ihn beklaut, dann wäre ich auch sauer, wenn ich der Tag wäre.“

„Häh?“

Wir sollten die Nacht austricksen

„Egal. Meinst Du, wir können den Diebstahl verhindern, Paulchen?“

„Hm, vielleicht machen wir einfach Licht, damit sich die Nacht ärgert und der Tag nicht früher dunkel wird, Pepino.“

„Das ist eine hervorragende Idee, Paulchen. Wir dürfen nur den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen.“

„Und wann soll der sein, Pepino?“

„Sobald es dunkel wird, retten wir den Tag und das Licht, Paulchen.“

„Kein Problem, das kriegen wir mit, Pepino.“

„Ich weiß nur nicht, an welchem Tag das genau ist, Paulchen. Die Astrologen sagen am 20.6. und der Kalender sagt am 21.6.“

„Na und? Machen wir eben in beiden Nächten das Licht an, Pepino.“

Vorsicht vor Geistern und Hexen

„Wir müssen aber vorsichtig sein, Paulchen. In der Mittsommernacht soll die Verbindung zu den Geistern besonders gut sein und womöglich sausen Hexen auf Besen herum.“

„Auch das noch… Wir sollten Frauchens Besen verstecken, Pepino. Die kommt auf die blödesten Ideen.“

„Ach was. Frauchen ist keine Hexe. Sie ist Schamanin, Paulchen.“

„Hauptsache, Du kennst Dich mit dem Zeug aus, Pepino.“

„Klar, ich höre Frauchen ja zu, wenn sie was erzählt, Paulchen.“

„Ich auch, Pepino. Aber sie erzählt immer so viel und…“

„…und da geht einiges bei Deinen großen Ohren rein und wieder raus, Paulchen.“

„Die großen Ohren sind echt praktisch, Pepino.“

„Dann hast Du wahrscheinlich auch überhört, dass die Sonnenwende das Fest des Lichtes ist und gleichzeitig Sommeranfang ist.“

Schenken wir dem Sommer Licht und retten wir das Hunde-Eis

„Erkläre mir bitte, wie das gehen soll, Pepino. Im Sommer ist es lange hell, aber ab der Sonnenwende werden die Tage kürzer, obwohl der Sommer erst anfängt und auch noch ein Fest des Lichtes gefeiert wird.“

„Du hast Recht, Paulchen. Das ist echt kompliziert.“

„Wir machen das ganz einfach so: Ab morgen bleibt das Licht immer an, Pepino.“

„Super! Problem gelöst! Ich liebe den Sommer, Paulchen.“

„Nicht nur Du, Pepino. Im Sommer gibt es Hunde-Eis.“

„Ich finde, wir sollten Frauchen einen Besuch abstatten, Paulchen. Nicht, dass das Eis schmilzt.“

„Das wäre jammerschade, Pepino. Lass uns das Eis retten! Geben wir Gas!“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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