Paulchen und Pepino: Heute tigern alle Heiligen rum

Copyright: Marion Friedl

„Bist Du gaga, Pepino? Warum drehst Du Dich im Kreis?“

„Ich freue mich so, Paulchen. Heute startet unsere Freitags-Plauderei im Tierblog.“

„Das ist super, aber eigentlich haben wir keine Zeit dafür, Pepino. Wir müssen am Gartenzaun lauern.“

„Warum?“

„Heute ist Allerheiligen, Pepino.“

„Was ist das, Paulchen?“

„Keine Ahnung, Pepino. Aber es hört sich so an, als würden heute alle Heiligen herum tigern.“

„Santa Maria!“

„Auch die.“

Warten auf Franz und Nikolaus

„Ich warte auf den Franz.“

„Du sollst nicht auf irgendwelche Spaziergänger warten, sondern auf die Heiligen achten, Pepino.“

„Der Franz von Assisi ist der Schutzpatron der Tiere und vielleicht hat er mich ja in der Tötungsstation in Spanien beschützt, Paulchen.“

„Dann ist er voll okay. Ich warte auf den Nikolaus.“

„Hm, ist der wichtig?“

„Der ist sehr wichtig, Pepino. Ich habe es ja noch nicht erlebt, aber angeblich bringt der Nikolaus Leckerlis an seinem Namenstag.“

„Dauert das noch lang, Paulchen?“

„Am 6. Dezember ist es so weit, Pepino. Aber er soll den Krampus daheim lassen. Der steckt kleine Hunde in den Sack und verschleppt sie.“

„Dios mio! Bloß nicht!“

Frauchen braucht mindestens zwei Heilige

„Mal sehen, welche Heiligen sich sonst noch blicken lässt, Pepino: Vielleicht der Christopherus für Frauchen.“

„Was macht der mit ihr?“

„Er soll aufpassen, dass Frauchen nichts passiert, wenn sie unterwegs ist. Dann hätten wir nämlich ein echtes Problem, Pepino.“

„Und welches, Paulchen?“

„Wenn Frauchen nicht heimkommt, füllt keiner unseren Futternapf.“

„Mist… Und sie hat einen so schlechten Orientierungssinn…“

„Halb so schlimm, Pepino. Es gibt bestimmt auch einen Heiligen, der verlorene Frauchens findet.“

„Ich habe mal was von einem Antonius gehört, Paulchen.“

„Dann müssen wir uns mit dem auch gutstellen. Frauchen braucht unbedingt zwei Heilige.“

Der kriminelle Florian

„Drei sind besser, Pepino: Den Florian können wir noch brauchen.“

„Was kann der?“

„Es heißt: Heiliger Florian, verschon‘ unser Haus, zünd‘ andere an.“

„Ähm… Ist der kriminell, Paulchen? Ein Brandstifter?“

„Solange er spurt, sollten wir da großzügig sein, Pepino.“

„Du hast Recht, Paulchen. Man darf nicht pingelig sein. Es wird schon einen Grund haben, warum der heilig ist.“

„Wahrscheinlich wurde er dringend gebraucht…“

Beten ja, aber Gott muss nicht alles wissen

„Paulchen, ich habe eine Idee. Warum abwarten, ob die richtigen Heiligen hier bei uns vorbei spaziert? Wir falten einfach unsere Pfoten und beten zu allen Heiligen. Kann ja nichts schaden, wenn wir die alle auf unserer Seite haben.“

„Cool! Das machen wir Pepino. Dann sind wir schneller fertig und können wieder rein ins Haus, Es ist saukalt hier draußen.“

„Frauchen hat bestimmt Leckerlis.“

„Dann lass uns ein Schnellgebet sprechen: Lieber Gott, wir sind es. Sag allen Heiligen, wo wir wohnen und dass sie auf uns aufpassen sollen. Ach ja: Und sag dem Nikolaus, dass er uns Leckerlis bringen soll, weil wir extrem brav sind. Täglich…“

„Paulchen, das stimmt doch gar nicht. Manchmal lassen wir es schon ziemlich krachen.“

„Na und, das muss Gott nicht wissen…“

„Und die Heiligen auch nicht… Ist das Gebet zu Ende, Paulchen? Können wir jetzt endlich die Hundeschrank-Kontrolle machen?“

„Nix wie rein. Hoffentlich ist nichts verloren gegangen…“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

14 comments Categories: Paulchen + Pepino Schlagwörter:

14 thoughts on “Paulchen und Pepino: Heute tigern alle Heiligen rum

    1. Hm, die Heiligen haben sich ziemlich rar gemacht. Aber angeblich helfen die auch, wenn sie nicht persönlich vorbei schauen. So gesehen, passt das schon. Viele Grüße von Paulchen und Pepino.

  1. Ich habe Euch gefunden, so war es eine Sonntagsplauderei für mich über die ich mich sehr gefreut habe und die mir gut tut. Ganz liebe Grüße von mir und Waldi🍀🐶🍀

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