Paulchen und Pepino befreien ihren Geist

Copyright: Marion Friedl

„Wir sollten uns auf ein außergewöhnliches Wochenende einstellen, Paulchen.“

„Warum, Pepino? Was steht auf dem Hundeprogramm?“

„Pfingsten und der heilige Geist, Paulchen.“

„Was?! Ein Spuk?!“

„Frauchen sagte etwas von Erkenntnis und Wissen, Paulchen.“

„Mist, das klingt nach Hundeschule, Pepino.“

„Was?! Schule?!“

„So wie es aussieht, wird das Wochenende nicht unseren Geschmack treffen, Pepino.“

„Vermutlich, Paulchen. Du magst keinen Spuk und ich bin gegen Hundeschule.“

„Ich frage mich, was wir noch alles lernen sollen, Pepino.“

„Wir können sowieso schon viel: Türen öffnen, Frauchens Bett vorwärmen, den Garten düngen, den Einkaufskorb ausräumen, Socken vor dem Waschen sortieren…“

„Und vergiss nicht unsere astreine Kommunikation, Pepino. Wir werden sofort verstanden, wenn wir ein Leckerli haben wollen.“

„Hundeschule ist also völlig überflüssig, Paulchen. Wir sollten sie auf jeden Fall vom Hundeprogramm streichen.“

Mit unserem Geist stimmt alles

„Ich fürchte nur, dass uns Frauchen nicht glaubt, wenn wir ihr sagen, dass mit unserem Geist alles stimmt, Pepino.“

„Woran das wohl liegt, Paulchen…“

„Was fragst Du mich, Pepino. Hat sie über den Geisterkram noch mehr erzählt?“

„Sie sprach von Feuerzungen, die irgendwann mal vom Himmel herab kamen, Paulchen.“

„Das klingt übel, Pepino. Da ist mir die weiße Taube lieber. Bei der muss man sich nur vor dem Taubenschiss in Acht nehmen.“

„Selbst wenn sie uns trifft, ist das cool, Paulchen. Es heißt, dass so ein Volltreffer Glück bringen soll.“

„Das nehmen wir mit, Pepino. Aber ich fürchte, dass die Spuk-Taube noch mehr drauf hat.“

„Wenn Frauchen Recht hat, soll sie die geistige Freiheit bringen, Paulchen.“

„Freiheit?! Das ist super, Pepino?“

„Keine Zäune, keine Leinen – das wäre sogar superdupersuper, Paulchen.“

„Warum wäre, Pepino?“

„Mich irritiert das Wort geistig vor der Freiheit, Paulchen.“

„Ach was, Pepino. Das überhören wir einfach.“

Nicht nur Tauben dürfen spuken

„Du, Paulchen? Wer sagt eigentlich, dass nur Tauben spuken dürfen?“

„Wenn Frauchen davon nichts sagt, dann ist das nicht nur das Recht der Tauben, Pepino. So sehe ich das.“

„Diese Sichtweise gefällt mir, Paulchen. Vielleicht sollten wir unseren Geist befreien und auch mal spuken.“

„Welchen Geist, Pepino?“

„Ähm… Den im Kopf. Du weißt schon: geistige Freiheit, Paulchen.“

„Ach so… Kein Problem… Ich könnte Löcher in die neue Sommerdecke  beißen und sagen, dass es der Geist war, Pepino.“

„Lass das lieber, Paulchen. Der Frühling ist kalt genug, da brauchen wir keine Belüftungslöcher in der Decke.“

„Wir könnten etwas vom Tisch wegzaubern und es unter dem Hundebett wieder auftauchen lassen, Pepino.“

„Das klingt witzig, Paulchen. Und wir könnten bellen, obwohl es gar nicht geläutet hat, damit es für Frauchen richtig spukt.“

„Gute Idee, Pepino. Und wir lassen es im Leckerli-Schrank spuken.“

„Wie stellen wir das denn an, Paulchen?“

„Ganz einfach, Pepino: Du öffnest die Schranktür und ich räume alles aus wie ein Poltergeist.“

„Ich finde, wir sollten nicht nur ausräumen, sondern auch Platz schaffen, Paulchen.“

„Richtig! Wir futtern Leckerli weg, damit wieder neue Leckerlis Platz haben. Bei all der Räumarbeit haben wir uns ja auch eine Stärkung verdient, Pepino.“

„Der Plan steht also, Paulchen. Frauchen wird sich wundern, was unser Geist alles kann…“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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