Paulchen und Pepino allein zu Hause

Copyright: Marion Friedl

„Hey, Pepino! Frauchen geht auf die Jagd.“

„Seit wann ist sie Jägerin, Paulchen?“

„Ihr Revier heißt Supermarkt, Pepino.“

„Ach so. Warte, Paulchen: Ich sehe nach, ob sie weg ist.“

„Pepino! Man darf nicht auf den Tisch springen!“

„Anders kann ich beim Fenster nicht raus schauen, Paulchen. Ich bin zu klein.“

„Und? Sind wir endlich allein zu Hause, Pepino?“

„Ja, nichts mehr zu sehen von ihr, Paulchen.“

„Gut, dann haben wir jetzt sturmfrei, Pepino. Wir sollten die Zeit nutzen.“

Schicke Löcher und eine Fernbedienung, die schlecht drauf ist

„Was machst Du mit der Decke unter dem Schreibtisch? Sie wird sauer sein, wenn sie die Löcher sieht, Paulchen.“

„Klar, so was dürfen wir nicht. Aber wir müssen ja nicht sagen, dass wir das waren.“

„Wir? Du machst sie kaputt, Paulchen.“

„Nein, ich mache sie schick. Wo willst Du hin, Pepino?“

„Ich checke mal das Fernsehprogramm, Paulchen.“

„Die Glotze hat sie doch abgedreht, Pepino.“

„Eben – sie lässt uns ohne Unterhaltung allein zu Hause. Die Fernbedienung liegt hier irgendwo rum, Paulchen.“

„Oha! Mit der Fernbedienung darf zwar nur Frauchen spielen, aber Respekt, Pepino: Das hast Du gut gemacht. Der Fernseher läuft.“

„Ja, aber die Fernbedienung ist schlecht drauf. Sie rückt nur mieses Programm raus, Paulchen.“

„Lass uns unser eigenes Programm machen, Pepino.“

„Gute Idee, Paulchen. Ich fange schon mal an.“

Kein Spaß in der Handtasche und der Hausschuh ist zu eng

„Boah, Du räumst die Handtasche aus, Pepino?“

„Vielleicht ist ja was drin, das Spaß macht, Paulchen.“

„Sicher nicht. Ich schnappe mir lieber den Hausschuh, Pepino?“

„Wozu, Paulchen?“

„Ich mache ihn nur ein wenig weiter, Pepino. Dann ist er bestimmt bequemer.“

„Oweia, Paulchen. Du hast den Riemen am Hausschuh durchgebissen.“

„Okay, der Schuh ist jetzt weit genug. Was machst Du schon wieder auf dem Tisch, Pepino?“

„Ich wollte nur kontrollieren, ob sie schon wieder zurück kommt, Paulchen. Ist aber nichts zu sehen. Oh… Mist…“

Gefährlicher Teppich und Ersatz für die Löcher-Decke

„Hoppla, fast wärst Du abgestürzt, Pepino. Die Tischdecke sieht ein wenig unordentlich aus, aber gut, dass Dir nichts passiert ist.“

„Das kann man wohl sagen. Ich hatte echt Glück, Paulchen. Der Teppich im Flur rutscht auch immer weg, wenn wir rein flitzen.“

„Kein Problem, Pepino. Wir rollen ihn einfach zusammen, damit wir uns nicht den Hals brechen, wenn wir nächstes Mal Gas geben.“

„Puh! Das war anstrengend, Paulchen. Aber es sieht gut aus.“

„Und jetzt? Was machen wir mit der restlichen Zeit allein zu Hause?“

„Ich müsste mal…“

„Auf keinen Fall, Pepino! Das dürfen wir wirklich nicht. Verkneif es Dir.“

„Okay, dann lenke ich mich eben ab. Ich brauche sowieso Ersatz für die kaputte Decke. Lass uns die Kuscheldecke von der Couch ziehen.“

„Ich höre Frauchen schon sagen: Nein, das darf man nicht…“

„Sie ist ja nicht da, Paulchen.“

„Okay, ich ziehe an dieser Seite und Du an der anderen Seite.“

„Uups… Hast Du das gehört, Paulchen?“

„Mist. Ein Loch. Ich glaube, wir lassen das besser Pepino.“

Achtung, sie kommt! Nix wie raus!

„Ich höre Frauchens Auto, Paulchen.“

„Wenn sie die Tür aufmacht, rennen wir raus in den Garten. Sicher ist sicher, Pepino.“

„Super Ich muss sowieso dringend…“

„Und wenn wir zurück kommen, gibt es kein Donnerwetter, weil sie sagt, dass das hinterher nichts nutzt bei Hunden. Man muss sie auf frischer Tat ertappen.“

„Nix wie raus, Paulchen!“

„Ich komme ja schon, Pepino.“

„Wau! Die motzt ganz schön vor sich hin… Oh, jetzt wirft sie die schöne Decke in die Tonne.“

„Die mit meinen Löchern?!“

„Ja, meine Lieblingsdecke, Paulchen. Na warte, Frauchen…“

Schade, nur Kamillentee in Frauchens Tasse

„Pepino! Du darfst nicht aus Frauchens Tasse trinken!“

„Pepino! Spinnst Du?! Runter vom Tisch und Schnauze aus meiner Tasse! Du tickst doch nicht richtig!“

„Paulchen! Sie hat mich erwischt!“

„Lass uns wieder rausgehen, Pepino. Mist. Die Tür ist zu… Ab unter den Tisch, Pepino!“

„Ich komme, Paulchen. Mach Dich nicht so breit. Ich habe keinen Platz mehr unter dem Tisch.“

„Okay, und jetzt ganz leise sein und traurig schauen, Pepino.“

„Nichts darf man… Das ist doch langweilig, Paulchen.“

„Du sagst es, Pepino. Was war eigentlich in Frauchens Tasse drin?“

„Leider nur Kamillentee…“

„Nächstes Mal probiere ich das auch, Pepino.“

„Haha, das wird lustig, Paulchen: Mit Deiner breiten Schnauze bleibst Du in der Tasse stecken und dann läufst Du damit rum wie mit einem Maulkorb.“

„Mpf. Das ist nicht lustig…“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

2 comments Categories: Paulchen + Pepino Schlagwörter:

2 thoughts on “Paulchen und Pepino allein zu Hause

  1. Hallo Frau Friedl,
    das klappt bei mir auch recht gut es wird nichts zerlegt und beschädigt,
    nur ein Problem ist vorhanden, Sie kennen es wohl bestimmt auch, Langes Bellen während der Hund alleine zuhause ist, manchmal auch nachts.
    Welche Lösung würden Sie mir anbieten?
    Mit freundlichem Gruß
    Bernhard Hinterholzer

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