Paulchen, Pepino und das Regentier

Copyright: Marion Friedl

„Und täglich grüßt das Regentier…“

„Warum jammerst Du, Pepino? Ist doch nicht so schlimm.“

„Sommer geht anders, Paulchen. Der ist nicht nur ein paar Tage da und verzupft sich dann wieder.“

„Es könnte aber schlimmer sein, Pepino.“

„Ja, ja, Paulchen… Es könnte auch hageln und nicht nur regnen.“

„Oder schneien.“

„Waaas?! Schnee im Sommer?!“

„In Bayern muss man mit allem rechnen, Pepino.“

„Du verscheißerst mich doch, Paulchen.“

„Okay, es hat hier im Sommer noch nie geschneit, Pepino. Aber es könnte doch sein.“

Schneit es bald im Sommer?

„Bloß nicht. Ich bin Spanier. Ich mag es warm. Ach was, ich mag es heiß.“

„Na, passt doch: Heute soll es heiß werden, Pepino.“

„Caramba! Ein Tag Sommer!“

„Das kommt ungefähr hin, Pepino. Am Wochenende kommen Gewitter…“

„Nicht schon wieder Regen, Paulchen.“

„Bei einem Gewitter ist Regen dabei. Das ist normal, Pepino.“

„Okay, also ein Gewitter.“

„Eins? Es werden mehrere sein, Pepino.“

„Auch das noch. Sonst noch was, Paulchen?“

„Mit den Gewittern kühlt es ab, Pepino.“

„Noch mehr? Dann schneit es wirklich bald.“

„Quatsch. Es ist nicht kalt, Pepino.“

Igitt! Das Regentier macht nass

„Die letzten beiden Nächte konnte man nicht draußen sitzen ohne zu frieren, Paulchen.“

„Ich habe nicht gefroren, Pepino.“

„Du bist ja auch aus der Oberpfalz, Paulchen. Im Gegensatz zu Spanien ist das ein Kühlschrank.“

„Ist doch lustig, wenn es regnet, Pepino.“

„Igitt! Das Regentier macht mich nass.“

„Wie kann man nur so wasserscheu sein, Pepino? In Spanien gibt es doch ein Meer und hier gehst Du nicht mal mit einer Pfote in unseren Plantschpool.“

„Das Meer sieht man sich einfach an, Paulchen. Und man wartet auf die Fischer. Fisch zum Frühstück. Du verstehst…?“

„Pfui Teufel. Miezekatzen-Kost auf nüchternen Magen.“

„Naja, man muss eben fressen, was es gibt, Paulchen.“

„Du hättest wenigstens bei den Touristen ein Marmeladen-Brötchen betteln können, Pepino.“

„Das war mein Nachtisch, Paulchen.“

„Oha, Zwei-Gänge-Frühstück…“

Zeit für ein Zwei-Gänge-Frühstück

„Das könnten wir hier auch einführen, Paulchen.“

„Sag das Frauchen. Die zeigt Dir einen Vogel, Pepino.“

„Vogel zum Frühstück? Lebend?!“

„Nein, Frauchen wird sagen, dass es bei Dir piept, Pepino.“

„Nach dem Vogelfrühstück vielleicht…“

„Meine Güte, ist das schwierig heute mit Dir. Sie wird sagen, dass Du nicht richtig tickst, Pepino. Und komm jetzt nicht mit einer Uhr an…“

„Oh, ich wollte gerade sagen…“

„Lass es, Pepino. Du bist nicht ganz sauber.“

„Also bitte!“

„Okay, Du spinnst, Du bist verrückt. Das meint sie, Pepino.“

„Das würde sie niemals von mir behaupten, Paulchen.“

„Aber ich.“

„Das ist gemein, Paulchen.“

„Na und?“

Siesta oder Fisch mit Marmelade?

„Ich gehe jetzt Siesta machen, Paulchen. Allein.“

„Du bist echt nicht ganz dicht, Pepino. Siesta macht man mittags, dachte ich. Es ist Frühstückszeit.“

„Fisch mit Marmelade?“

„Nein, Fleisch für echte Kerle.“

„Na gut, ich bin dabei, Paulchen…“ Text: Paulchen und Pepino / Foto: Marion Friedl

Hat Euch die Plauderei gefallen? Dann spendiert Paulchen und Pepino doch ein Leckerli – danke!

 

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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