Osterhase oder Osterkaninchen?

Copyright: Marion Friedl

Augen auf: Bis Ostern ist es nicht mehr weit und da haben die Osterhasen viel zu tun. Deshalb bitte auch für Hasen bremsen, falls ein Mümmelmann eilig und übereifrig über die Straße laufen sollte. Doch ist es wirklich der Hase, der da hoppelt oder ist es ein Osterkaninchen? Auf den ersten Blick sehen sie sich recht ähnlich, aber es gibt einige Unterschiede.

Optische Unterschiede zwischen Hase und Kaninchen

Schon die Optik zeigt, ob es ein oft gelblich-brauner oder rotbrauner Hase oder ein meist graubraunes Kaninchen ist: Das Kaninchen ist mit rund 40 Zentimetern Körperlänge kleiner und gedrungener als der bis zu 68 Zentimeter große Hase. Der Hase hat mit 15 Zentimetern Länge auch spitzere und längere Ohren als das Kaninchen mit etwa sechs bis acht Zentimeter langen Löffeln. Auch das Gewicht unterscheidet sich natürlich größenbedingt: Ein Feldhase bringt bis zu 6,4 Kilogramm auf die Waage und das Wildkaninchen schafft etwa zwei Kilogramm. Schon mit diesen Merkmalen kann man den Osterhasen und das Osterkaninchen unterscheiden.

Verschiedene Vorlieben über und unter der Erde

Auch einige Vorlieben unterscheiden die beiden. Der Feldhase ist ein Einzelgänger, während das Kaninchen die Geselligkeit bevorzugt und gerne mit Artgenossen in Kolonien zusammen lebt. Bei der Wohnungssuche kommen sich die beiden nicht in die Quere, denn der Feldhase lebt auf der Erde und das Kaninchen unter der Erde. Der Hase macht es sich in einer Kuhle bequem (Sasse) und das Kaninchen buddelt sich ein Heim mit vielen Gängen und Höhlen zurecht. Leider gehen die Bauarbeiten nicht immer reibungslos vonstatten: Übereifrige Buddler kommen auch mal Baumwurzeln zu nahe und legen diese frei. Das schädigt dann leider den Baum.

Blitzschnelle Vegetarier

Beim Tempo hinkt das Kaninchen hinterher. Gibt der Hase Gas, dann schafft er bis zu 80 km/h, während das Kaninchen auf nur maximal 40 km/h beschleunigt. Einig sind sich die beiden wieder beim Speiseplan: Der soll vegetarisch sein und grüne Pflanzen, Gräser, Wurzeln, Knollen, junge Baumrinde und Getreide enthalten. Auch Kräuter sind beliebt (daher kommt das Wort Hasenapotheke) und wenn ein Nutzgarten oder eine Landwirtschaft in der Nähe ist, wird auch mal Salat stibitzt.

Feldhase und Wildkaninchen vermehren sich fleißig

Der Hase ist nicht nur ein Kinderliebling, der angeblich bunte Eier bemalt und in die Osternester legt. Er ist auch ein Symbol der Fruchtbarkeit. In Sachen Fruchtbarkeit bleiben sich allerdings Osterhase und Osterkaninchen nichts schuldig. Sie können beide jährlich 12 und mehr Junge bekommen. Der Feldhase hat eine Lebenserwartung von etwa sechs bis acht Jahren. Das Wildkaninchen wird maximal neun Jahre alt.

Domestizierte Mümmelmänner

Übrigens: Die Kaninchen, die bei Menschen leben, sind keine Wildkaninchen. Weder Wildkaninchen noch Feldhasen dürfen in Gefangenschaft gehalten werden. Die Begriffe Stallhasen und Hasenzucht sind irreführend, denn es sind eigentlich domestizierte Kaninchen (Foto). Die Hauskaninchen stammen zwar vom Wildkaninchen ab, aber sie sind schon lange Nutztiere. Bereits die Römer hielten sich im Altertum Kaninchen, allerdings haben sie die Kaninchen vor allem gegessen. Heute sind Kaninchen oft liebgewonnene Haustiere. Aber wer bringt denn nun die Eier? Osterhase oder Osterkaninchen? Das haben die beiden nicht verraten… Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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