Ohrentzüdung beim Hund: Ohrenpflege und Therapie

Copyright: Marion Friedl

Die regelmäßige Ohrenpflege kann Ohrentzündungen vorbeugen. Gesunde, gut belüftetete Hundeohren mit wenig Haaren im Gehörgang sind meist pflegeleicht. Andererseits gibt es Rassen, deren Ohren eine Extra-Ohrenpflege gut vertragen. Viele Infos rund ums Hundeohr hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).

Otitis externa: Diese Hunde sind besonders gefährdet  

Zu den Rassen mit anspruchsvollen Ohren gehören Cocker Spaniel mit Hängeohren und der  Mops mit seinem  engen Gehörgang. Pudel haben eine starke Behaarung im Gehörgang. Bei Wasserratten sollte man ebenfalls öfter in die Ohren schauen. Natürlich brauchen auch Hunde mit Erkrankungen, wie z.B. Allergien, eine gute Ohrenpflege.

All diese rassetypischen Eigenheiten und gesundheitlichen Faktoren begünstigen die Entwicklung von Ohrentzündungen im äußeren Gehörgang. Von dieser Otitis externa sind recht viele Hunde betroffen: Etwa jeder siebte Vierbeiner hat schon mal eine schmerzhafte  Otitis externa gehabt, teilt der BfT mit.

Häufige Übeltäter

Auslöser der äußeren Ohrentzündung sind Allergien, Ektoparasiten (z.B. Milben) oder Fremdkörper, wie etwa Grannen oder Halme. In über 75 % der Fälle sind Allergien – vor allem die atopische Dermatitis oder die Futtermittelallergie – die Entzündungsursache. Bei Welpen sind es häufig Ohrmilben, die an einer Entzündung des äußeren Gehörganges schuld sind. Je nach anatomischer Form der Ohren wächst die Gefahr massiver Entzündungsverläufe.

Eine Ohrentzündung kann sich leicht verschlimmern

Ist ein Ohr betroffen, können sich leicht Bakterien oder Hefepilze breit machen und die Situation verschlimmern. Es besteht laut BfT die Gefahr, dass aus einer akuten Ohrentzündung ein chronisches Leiden wird. Eine chronische Otitis kann zu einer Mittelohrentzündung (Otitis media) werden, die wiederum dafür sorgt, dass die äußere Ohrentzündung nicht heilen will. Deshalb ist es wichtig, diesen Teufelskreis zu unterbrechen.

Jede Therapie beginnt mit der Reinigung

Je früher die Behandlung beginnt, umso besser. Die Therapie startet mit der wichtigen Reinigung des Gehörgangs. Diese muss vorsichtig und dennoch gründlich vorgenommen werden. Ohren-Spülungen beseitigen Entzündungssekrete und Ohrenschmalz. So entzieht man Krankheitserregern (Bakterien, Pilze etc.) den Nährboden. Die gelösten Beläge lassen sich mit Wattetupfern entfernen.

Achtung! Hundeohren niemals mit Wattestäbchen reinigen, denn das Stäbchen kann Beläge  noch tiefer in das Ohr schieben.

Medizin für kranke Ohren

Nach der Reinigung kommt Salbe oder Tropfen in das Ohr, damit die Bakterien und Pilze bekämpft, Juckreiz und Schmerzen gelindert und Entzündungen zum Abklingen gebracht werden, erklärt der BfT weiter. Bei Milbenbefall wählt der Tierarzt ein Medikament, das zusätzlich ein Akarizid enthält, um Parasiten abzutöten. Bei schweren, eitrigen Entzündungen kann auch ein  Antibiotika nötig sein.

Tierarzt und Tierhalter arbeiten am besten zusammen

Die meisten Behandlungen kann der Hundehalter nach einer Anleitung selbst ausführen. Weil Ohrentzündungen sehr hartnäckig sein können und nicht selten wiederkehren, sollte der Tierarzt ein Auge auf den Erfolg der Behandlung haben und wenn nötig, weitere Pflegemaßnahmen mit dem Tierhalter besprechen. Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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