Luxemburg: Intakte Natur ohne Fuchsjagd

Copyright: Timo Litters, Wildtierschutz Deutschland

Dieses Beispiel dürfte gerne auch bei uns Schule machen: In Luxemburg ist der Fuchs seit 2015 keine jagdbar Art mehr. Für das Verbot der Fuchsjagd hatte sich der inzwischen verstorbene Staatssekretär Camille Gira (Die Grünen/Dei Greng) eingesetzt. Unterstützung kam auch vom Wildtierschutz Deutschland mit einer Petition.

Befürchtungen traten nicht ein

Klar, dass es von Befürwortern der Fuchsjagd damals Bedenken gab, aber: Befürchtungen des Luxemburger Jagdverbandes, dass Wildkrankheiten übertragen werden könnten, trafen laut Wildtierschutz Deutschland nicht ein. Auch die deutsche Jagdlobby hatte Bedenken und sagte eine Zunahme der Füchse im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz vorher. Auch dazu kam es nicht.

Intensive Fuchsjagd reduziert nicht den Bestand

Das Saarland ist etwa gleich groß wie Luxemburg. Rund 12.000 Rotfüchse wurden seit 2015 im Saarland geschossen – und zwar ohne, dass sich die Anzahl reduziert hätte, denn die ist heute so hoch wie vor vier Jahren. Wissenschaftliche Forschungsarbeiten belegen, dass selbst eine intensive Fuchsjagd den Bestand mittelfristig nicht minimiert. Grund: Die Tiere bekommen mehr Nachwuchs und leer geschossene Fuchsreviere werden durch Zuwanderer auf vier Pfoten neu besetzt.

Positive Bilanz in Luxemburg

Im Großherzogtum Luxemburg sieht die Lage seit dem Verbot der Fuchsjagd anders aus: Laut Wildtierschutz Deutschland hat dort die Fuchspopulation nicht zugenommen. Die Füchse werden auch weniger vom Fuchsbandwurm befallen: Die Befallsrate betrug 2014 bei anhaltender Bejagung 39,7 %; 2017 waren es nur noch 24,6 %.

Keine Argumente für ein Ende des Fuchsjagdverbotes

„Es gibt offenkundig keine stichhaltigen Argumente, die für die Fuchsjagd und somit für ein Ende des Fuchsjagdverbotes sprechen“, so Lovia Kauertz vom Wildtierschutz Deutschland. Das hatte seinerzeit in Luxemburg auch schon das Verwaltungsgericht bestätigt: Das Gericht hatte damals das Ansinnen des Luxemburger Jagdverbandes, das Jagdverbot zu kippen, abgewiesen. Die Grünen/Dei Greng hatten bereits vor den Wahlen im Oktober 2018 angekündigt, am Fuchsjagdverbot festzuhalten und sich für eine Verlängerung einzusetzen.

Wenn man will, geht viel…

Ich sage: Auch Deutschland sollte es vorbildlich mit einem Fuchsjagdverbot versuchen und sich positiv überraschen lassen. Was Luxemburg kann, müsste das Nachbarland doch auch hinbekommen. Wenn man will, geht viel… Text: Marion Friedl / Foto: Timo Litters Wildtierschutz Deutschland

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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