Kommentar: Grausames Massaker an Delfinen und Walen

Copyright: Gerald Förtsch

Die Tagesschau (ARD) zeigte gestern (15.9.2021) grauenhafte Bilder von den Färöer Inseln (Dänemark): Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd hatte mit Bildern und Videos das Massaker an tausenden Delfinen und Grindwalen festgehalten.

Über 1400 Delfine hatten keine Chance

Die über 1400 Weißseiten-Delfine und zahlreichen Grindwale hatten keine Chance. Sie wurden mit Booten in eine Bucht getrieben und am Ufer abgeschlachtet. Teilweise sah man im Film noch Tiere vor ihrem Tod zucken – um sie herum lagen tote Artgenossen und aufgeschlitzte Tierkörper. Das Blut der getöteten Tiere hatte das Meer blutrot gefärbt. Bei mir riefen diese Bilder blankes Entsetzen hervor. Diese Massentötung und das Leid der Tiere ist eine unglaubliche Schande!

Eine Tradition tötet grausam etwa 1000 Wale jährlich

Die Waljagd hat auf den Inseln eine lange Tradition: Jährlich werden angeblich etwa 1000 Grundwale ins flache Wasser gerieben und abgeschlachtet. Normalerweise seien nur wenige Delfine dabei.

Tradition hin oder her – ein Wal stirbt nicht lieber als ein Delfin. Er ist auch nicht weniger Wert. Eine solche Massentötung mag auf den Färöer Inseln gesetzlich  erlaubt sein, aber sie ist dennoch grausam und unnötig. In heutiger Zeit sollte das Bewusstsein für Natur und Arten wirklich gewachsen und wesentlich sensibler sein als eine uralte Tradition.

Ein dummes und verwerfliches Blutbad

Wer so ein Blutbad anrichtet, hat nichts verstanden, wenn über Artensterben, bedrohte Meere, Raubbau an der Natur und nicht zuletzt auch über die Gefahren der Klimaveränderung geredet wird. In der Natur hängt alles mit allem zusammen und auch wir Menschen sind auf intakte Meere angewiesen. Die Meere sind ein empfindliches Ökosystem und die Lebewesen im Meer tragen dazu bei, dass es funktioniert. Auch Meteorologen wissen um die Bedeutung der Meere für das Klima.

Uns sollten die Meere und ihre Bewohner also am Herzen liegen. Sie haben unseren Schutz verdient und kein unfaires Zusammentreiben und grausame Tötungen. Diese Art des Jagens und Tötens ist ökologisch unter aller Kanone und moralisch mehr als nur verwerflich. Sie ist dumm und sinnlos.

Naturvölker jagen schonend und sparsam

Sind wir Menschen wirklich so verroht, dass wir ohne mit der Wimper zu zucken ein Blutbad anrichten, das seinesgleichen sucht? Ich hoffe nicht. Aber es ist auch kein Trost, wenn die Verrohung „nur“ auf diese herzlosen Menschen zutrifft, die nicht fähig sind, die Zusammenhänge und die Wichtigkeit einer intakten Natur zu verstehen.

Ob an Land oder im Wasser – viele Naturvölker jagen oder haben einst gejagt. Aber die Jagd war schonend und sparsam, denn auch in lang vergangenen Zeiten wussten Naturvölker: Wer zu viele Tiere erlegt, hat irgendwann gar keine Jagdbeute mehr und das bedeutet Hunger.

Schutz von Umwelt, Natur, Arten, Klima: Die Schlächter haben nichts verstanden

Heute wissen wir viel mehr über das Zusammenspiel der Tier- und Pflanzenarten. Wir sollten eigentlich noch schlauer sein als Naturvölker von anno dazumal. Stattdessen werden grauenvolle Bilder frei Haus geliefert. Diese Bilder schockieren nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Wie will man ihnen diese Bilder ohne Scham und Gewissensbisse erklären? Einer Generation, die sich enorm für den Schutz von Umwelt, Natur und Arten sowie gegen den Klimawandel engagiert. Sie haben verstanden, dass es um viel geht. Die Schlächter der Färöer Inseln nicht. Schämt Euch!

Die grausamen Bilder müssen ein Verbot der Massenmorde bewirken

Nach dem Massaker, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, bleibt nur eine Hoffnung: Dass die Bilder ein Umdenken bewirken und diese Massenmorde  verboten werden. Dann – und auch nur dann – war das unsägliche Leiden und Sterben der Delfine und Wale nicht ganz sinnlos. Text: Marion Friedl / Foto: Gerald Förtsch              

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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