Kimba weiss Rat: Räuchern kann nicht schaden

Copyright: Marion Friedl

Am Sonntag kommen sie wieder, diese drei schräg singenden Stinkebrüder. Oh, mein Frauchen würde jetzt schimpfen und mich mit dem Hinweis „Mehr Respekt, bitte!“ zurechtweisen. Aber sie kriegt ja nicht mit, dass ich die Heiligen Drei Könige ein wenig verunglimpfe. Ich habe aber auch einen guten Grund dafür: Schräges Singen stört meine Top-Kippohren und räuchern kitzelt in der Nase.

An Heilig Drei König wird geräuchert

Pffft – entschuldigung. Allein beim Gedanken an den Räucher-Qualm muss ich schon niesen. Dabei müsste ich mich mehr über mein Frauchen als über die Heiligen Drei Könige beschweren. Die räuchern nur draußen vor der Haustür und kritzeln dann ihr Autogramm mit Jahreszahl an die Tür. Aber wenn die weg sind, dann kommt mein Frauchen auf Touren. Als Schamanen-Nudel steht die auf so eine Räucherei.

Diese Reinigung vertreibt sogar Geister und Böses

„Jetzt werden wir das Haus schön reinigen“, sagt sie jedes Mal. Beim ersten Mal dachte ich noch, sie will am hochheiligen Feiertag eine Putz-Orgie veranstalten. Stattdessen hat sie Kräuter in einer Schale angezündet und ist damit durchs ganze Haus gewandert. Mit einer Feder hat sie die Stinke-Luft in jedes Eck gewedelt und dauernd gesagt, dass das Haus von allem Bösen und Negativem gereinigt werden muss und dass Geister und Dämonen nichts zu suchen haben bei uns. Unheil, Krankheiten und Unglücke sollen von unserem Zuhause ferngehalten werden.

Wenn ich niese, kichert Frauchen nur

Bei ihrer Räuchertour lässt Frauchen auch gar nichts aus: Sogar über meinem Bettchen und meinem Liegekissen wird geräuchert. Pfft. Entschuldigung – ich musste schon wieder niesen. Apropos: Wenn ich niese, dann kichert Frauchen nur und meint: „Das hältst Du schon aus, Kimba. Wir räuchern ja nur einmal im Jahr.“ Wenn ich sie dann skeptisch mit schräg gehaltenem Kopf von unten ansehe und wieder niese, dann verspricht sie: „Gleich wird gelüftet, dann musst Du nicht mehr niesen.“

Bei Geisteralarm passe ich auf Frauchen auf

Ich muss zugeben: Frauchen bietet mir vor dem Räuchern jedes Mal an, dass ich in den Garten gehen kann. Aber ich bin ein Hütehund und muss auf Frauchen aufpassen. Wenn die sich mit Geistern anlegt, dann braucht sie womöglich meine Hilfe. Gut, das ist noch nicht vorgekommen und ich habe inzwischen bereits 13 Jahre auf dem Buckel. Aber man kann nie wissen. Deshalb niese ich und bleibe bei Frauchen.

Lieber niesen als vom Geist genervt werden

Sie hat ja irgendwie auch Recht: Einmal im Jahr ist keine Riesen-Räuchermenge, der Geruch verteilt sich auf großzügiger Fläche im Haus und es wird anschließend gelüftet. Bei Landwirten wird auch im Stall geräuchert und es ist noch kein Rindviech daran gestorben. Obendrein muss man schon abwägen: Einmal im Jahr beim Räuchern niesen oder womöglich dauernd von irgendeinem lästigen Geist genervt werden. Nein, mit paranormalen Dingen habe ich es nicht so. Dann lieber räuchern und spukende Giester vertreiben. Außerdem will ich noch lange bei Frauchen sein – und dafür muss ich gesund bleiben, darf nicht von negativen Einflüssen geschwächt werden und auf irgendein Unglück bin ich auch nicht scharf.

Hoffentlich sind noch genug Räucher-Kräuter da

Mein Fazit lautet: Macht die Türen auf für schräg singende Könige und räuchert Eure Buden aus – schaden kann das nichts, wenn man mal niesen muss. Vielleicht niest man ja auch das Negative raus und ist dann frei von Igitt-Zeug und bereit für ein gesundes neues Lebensjahr. Na dann: Hoffentlich hat mein Räucher-Frauchen noch genug Salbei, Weihrauch und andere Kräuterchen daheim. Text: Kimba / Foto: Marion Friedl         

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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