Kimba weiss Rat: Mit Welpen die Welt entdecken

Copyright: Marion Friedl

Verschwinde endlich Winter! Wir haben Lust auf Frühling und Welpen! Tapsige Hündchen – oh, wie ist das Leben schön! Genau das zeigen Tierkinder den Menschen und die dürfen gerne ein wenig albern werden und das Kind in sich entdecken. Gut, ich bin schon 12 Jahre alt und kenne meine Welt – aber als Euer Kimba jung, dumm und neugierig war, da habe ich Frauchen gezeigt, was sie gar nicht mehr so richtig gesehen hat.

 

Welpen lassen es indoor schneien

„Was hast Du nun schon wieder gemacht, Kimba?“ Ach ja, ich höre den Satz noch ganz deutlich. Frauchen hatte es aber auch nicht leicht mit mir als Welpe: Ich wollte unbedingt wissen, was in so einem weichen Kissen drin ist und dann sah die Bude aus wie nach einem Schneesturm. Okay, Frauchen war „not amused“, aber ich habe einfach meine Nase in das weiße Zeug gesteckt und hochgeschleudert. Da hat es dann wirklich geschneit! Indoor-Winter ohne frieren. Frauchen hat gelacht und meinte: „Jetzt ist es auch egal“.  Dann hat sie mitgemacht und als wir fix und foxi waren, lagen wir in unserer weißen Welt und später hat Frauchen alles weggesaugt.

Versteckspiele bis der Busch wackelt

Ja, die schöne Kinderzeit – was ich da alles entdeckt habe. Ich habe Pusteblumen-Flocken in der Luft gefangen, wollte mit einer Biene spielen, aber sie nicht mit mir, ich balancierte auf einem Baumstamm im Wald und Frauchen machte mit. Manchmal habe ich mich auch unter einem Busch versteckt. Ich wusste nur nicht, dass ich mich ruhig halten muss, weil sonst der Busch wackelt und Frauchen weiß, wo ich bin. Ich habe das Versteckspiel sogar optimiert: Im Gartenhaus hatte ich mich hinter der Laubtonne versteckt. Frauchen machte die Tür zu und weg war ich. Einfach verschwunden. Magic! Mann, hat die gesucht und gerufen… Irgendwann hatte ich Mitleid, weil ich Panik in ihrer Stimme hörte. Einmal gewufft, dann wurde ich gefunden und geknuddelt.

Ich habe Frauchen beim Slalom zum Welpen gemacht

Schubladen öffnen, Schuhe verschleppen, Topfblumen düngen – ich habe gerne im Haushalt geholfen. Aber viel lieber habe ich draußen die Welt entdeckt. Da wurden Alleebäume zur Slalomstrecke und ich lief mit Frauchen im Zick-Zack um die Bäume. „Das habe ich als Kind auch gemacht“, hat sie gerufen und ich war mächtig stolz auf mich, dass ich Frauchen wieder zu einem Welpen – äh Kind –  gemacht hatte.

Ein Mini-Meer und geklaute Zehen

Einmal schleppte sie eine große blaue Muschel an und klappte sie zu zwei Hälften auseinander. In eine füllte sie Wasser und in die andere Hälfte Sand. „Das ist unser Meer“, sagte sie zu mir. Ich habe es ihr geglaubt, weil ich in Bayern lebe und kein Meer kenne. Frauchen setzte ein kleines Plastikkrokodil in die Mitte des Meeres und sagte: „Hol’s Dir, Kimba.“ Das war gemein, weil ich ein wenig wasserscheu bin. Ich wollte auf keinen Fall ins Meer springen. Also habe ich einen langen Hals gemacht und bin trotzdem nicht mit der Nase an das dusselige Krokodil rangekommen. Dann eben mit der Pfote. Die war auch zu kurz, aber wenn ich nur ein wenig auf das Wasser patschte, schaukelte das Wasser, das Krokodil dümpelte zu mir und ich konnte es mit den Zähnen packen. Die andere Muschelhälfte gefiel mir besser. Frauchen vergrub ihre Zehen im Sand: Plötzlich waren die weg und sie rief: „Jemand hat meine Zehen geklaut!“ Ich habe die Zehen ausgebuddelt – man hilft ja gerne.

Immer der Nase nach!

Und was in der Natur alles duftet: Ich schnupperte an allem herum und Frauchen nahm dann immer etwas davon mit nach Hause. Immer der Nase nach und schon entdeckt man etwas Neues mit Frauchen: Blümchen pflücken, Steine übers Wasser hüpfen lassen, Himbeeren verkosten, Kühe verbellen, druchs Laub toben, Kastanien sammeln, am Eiszapfen lutschen – jede Jahreszeit bietet Welpen und Zweibeinern etwas Tolles.

Wenn die Welt plötzlich Gas gibt

„Ich hatte eine schöne Kindheit“, würden Menschen sagen. Ich auch. Und Frauchen hat viel getan, damit sie schön war. Ich durfte wilde Tiere im Zoo sehen, mit ihr Klavier spielen, einen Wasserfall bestaunen, im Biergarten betteln und Schifferl fahren. Das hat geschaukelt! Ich stellte mich an der Reeling auf und sah alles an mir vorbei flitzen. Die Welt hatte plötzlich Gas gegeben und bretterte an uns vorbei. Gut, Frauchen meinte, dass nicht die Welt, sondern das Boot so flott unterwegs war – aber ich sah das anders.

Ich konnte über Wasser gehen, aber nicht fliegen

Als wir wieder an Land gingen, habe ich einen langen Steg erkundet. Wau, ich konnte über Wasser laufen! Das Interessanteste waren aber die Möwen auf dem Steg. Ich duckte mich wie ein toller Hütehund und schlich mich an – aber es passierte immer das selbe. Kaum dachte ich: Jetzt gebe ich Gas und hol mir die Viecher, sind die aufgeflattert und haben sich ein paar Meter weiter vorne wieder hingesetzt. Ich versuchte es mehrfach und irgendwann haben sie mich ausgetrickst: Sie flatterten hoch und blieben in der Luft, weil der Steg zu Ende war. Blöd gelaufen für mich so ohne Flügel…

Die Welt ist so schön!

Oh, jetzt bin ich aber ins Plaudern gekommen. Wenn ich mal meine Memoiren schreibe… Nur noch eins: Leute, entdeckt mit Euren kleinen Welpen die Welt. Habt Spaß miteinander und macht Dinge, die Ihr als Kind gerne gemacht habt. Traut Euch! Und wenn irgendwer sagt: Sei nicht so albern, Du bist kein Kind mehr – pfeift drauf: Die Welt ist so schön – wenn man sie nur sieht und erobert! Eure Welpen wird sie Euch zeigen. Da könnt Ihr Euch voll auf die Kleinen verlassen.  Und wenn die Beine noch zu kurz sind: Einfach hochheben und auf den Baumstamm setzen. Der Rest geht von allein. Ach ja: Bitte an der Reeling festhalten – nicht dass ein Welpe über Bord geht! Text: Kimba / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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