Kimba weiss Rat: Können Hunde schwimmen?

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Wie peinlich… Ausgerechnet ich, soll die Frage beantworten… Na gut, dann wollen wir mal: Können Hunde schwimmen? Logisch können sie das – und zwar ganz automatisch. Unsere Pfoten machen unter Wasser Laufbewegungen und schon geht es vorwärts. Reicht das jetzt? Euer Kimba muss nämlich gestehen, dass ich wasserscheu bin und weder bade noch schwimme.

Schwimmen müssen Hunde nicht lernen

Ihr fragt jetzt, woher ich weiß, dass Hunde schwimmen können, wenn ich selber nicht ins Wasser gehe. Also: Erstens bin ich ein Hund mit standardmäßig eingebautem Schwimmantrieb. Zweitens bin ich schon geschwommen. Notgedrungen: Ich bin als Collie-Sheltie-Mix auf die Welt gekommen und  während meine Geschwister alle ein Zuhause gefunden haben, bin ich übrig geblieben. Als ich etwa ein halbes Jahr alt war, wurde ich in die Isar geworfen – bei Hochwasser! Absaufen sollte ich. Aber darauf hatte ich null Bock. Ich paddelte und paddelte und erreichte das rettende Ufer. Seitdem weiß ich, dass Hunde schwimmen können und es gar nicht beigebracht bekommen müssen. Aber ich mag Wasser nicht sonderlich.

Wasserscheue Hunde nicht ins Wasser zwingen

Ich finde auch, dass man wasserscheue Hunde nicht zwingen sollte, ins Wasser zu gehen. Mein Frauchen sagt: Jeder hat irgendwelche Ängste und wenn Dir Wasser unheimlich ist, dann musst Du da auch nicht rein gehen. Nett von ihr, oder? Okay, sie hat es trotzdem probiert. Sie kann es halt nicht lassen. Erst hat sie Stöckchen geworfen, aber ich habe dem Ding nur traurig nachgesehen und habe es nicht aus dem Wasser apportiert. Dann ist sie selbst ins Wasser gegangen und hat mich gerufen. Sie hat gesagt, dass ich da noch stehen kann – aber ich habe ihr das nicht geglaubt und habe winselnd und fiepend am Ufer gewartet. Ich habe ihr so leid getan, dass sie sofort aus dem Wasser raus gekommen ist. Mir war es recht, denn da hätte ihr ja sonst was passieren können.

Dann freundete ich mich mit einem Nachbarshund an, der eine echte Wasserratte war. Der flitzte durch den Bach und holte Bälle, Stöckchen raus – ja, der tauchte sogar ab. Ich bin am Ufer panisch herum gerannt und habe ihm zugebellt, dass er da raus kommen soll. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ihm meine Panikattacke hundewurscht war und ich habe mein Verhalten geändert: Ich habe ihm nach dem Motto „nur nicht hinsehen“ meinen Popo zugedreht und seine Wasserspiele ignoriert. Außerdem habe ich Abstand gehalten, weil er mich immer nass gespritzt hatte. Igitt!

Spielerische Bade-Tricks sind erlaubt

Jetzt bin ich aber wieder ins Plaudern gekommen. Mal sehen, ob ich alles Wichtige zusammen gefasst habe: Hunde können ohne Unterricht schwimmen, aber nicht alle Hunde schwimmen gern (manchmal liegt es auch einfach daran, dass das Fell nass und unangenehm schwer wird). Man soll Hunde nicht zwingen, ins Wasser zu gehen. Erlaubt sind aber spielerische Tricks und gemeinsames Baden, um den Vierbeiner vielleicht doch ins Wasser zu locken.

Es gibt wasserbegeisterte Rassen

Ach so, das könnte ich noch hinzufügen: Es gibt Hunde, die Wasser echt lieben: Dazu gehören zum Beispiel – wie der Name schon sagt – der portugiesische Wasserhund und der Irish Water Spaniel, sowie der Retriever, der Labrador, der Münsterländer, der Landseer, der Leonberger, der Pudel und der Neufundländer hat sogar Schwimmhäute an den Pfoten. Was sagt man dazu…? Ich habe sogar von Collies und Shelties gehört, die gerne ins Wasser gehen – obwohl ich da nicht dazu gehöre.

Achtung: Wasser kann auch gefährlich werden

Jetzt sollte ich aber noch ein paar gute Tipps von mir geben, damit niemandem im Wasser etwas passiert. Strömungen sind gefährlich und die Schwimmstrecken sollten auch nicht zu lang sein. Apportieren aus dem Wasser ja, aber die Beute sollte nicht zu schwer sein, damit der schwimmende Hund mühelos den Kopf mitsamt Schnauze über der Wasseroberfläche halten kann. Bei Hitze nicht ungestüm ins Wasser rennen. Bevor Hunde schwimmen gehen, sollten sie erst mal durchs seichte Wasser waten und sich von Frauchen mit ein paar Handvoll Wasser abfrischen lassen, denn auch Hunde können einen Schlaganfall erleiden, wenn sie erhitzt ins kalte Wasser sausen. Vor dem Baden sollte immer die Wasserqualität geprüft werden, wenn es mieft, verdächtig trüb aussieht, viele Algen und grüne Teppiche rum schwimmen oder tote Fische herum liegen – dann sollte der Hund vom Wasser fern gehalten werden, weil z.B. Infektionen, Hautkrankheiten und Magen-/Darmprobleme drohen können. Achtung: Giftige Blaualgen treten hitzebedingt auf und wenn der Hund aus einem belasteten Wasser trinkt, dann kann das sogar tödlich sein.

Nun reicht es aber mit dem Thema: Können Hunde schwimmen. Ich genehmige mir jetzt einen Eiswürfel mit darin eingefrorenem Leckerli. Das ist mein Hundeeis Marke Frauchen-Eigenbau – es ist auch aus Wasser, aber in diesem Fall stört es mich nicht. Viel Spaß im oder am Wasser! Text: Kimba / Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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