Kimba weiss Rat: Kein Müll sammeln mit Hund

Copyright: Marion Friedl

Es gibt da einen Trend, der mir gar nicht gefällt. Müll sammeln mit Hund. Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, warum wir Vierbeiner den Müll der Menschen beseitigen sollen – das kann böse ins Auge gehen. Und dann landen wir womöglich beim Tierarzt oder gar im Regenbogenland. Ich übertreibe? Dann  lest mal weiter.

Wer will schon beim Gassi gehen sauber machen?

Beim Müll sammeln mit Hund wird die Säuberungsaktion mit dem Gassi gehen verbunden. Klingt eigentlich nicht schlecht, aber mal ehrlich: Wenn wir Gassi gehen, wollen wir Spaß haben, Duftbotschaften erschnuppern und drüber pinkeln. Stattdessen gehen Menschen und Hunde gemeinsam über Wiesen, Felder und im Wald spazieren und machen die Natur wieder sauber. Was für ein Spaß…

Die Arbeit unter Aufsicht kann böse enden

Angeblich sammeln meistens die Menschen und die Hunde arbeiten höchstens auf Kommando und unter Aufsicht, wenn sie Plastikflaschen, Papierfetzen und sonstigen Müll anschleppen, damit Frauchen das Zeug in einem großen Müllsack versenkt. Aber wir sind nun mal gerne behilflich und packen auch mal schnell und eifrig zu. Und das mit der Aufsicht kann beim Müll sammeln mit Hund auch daneben gehen. Bei uns Hunden geht die Welt durch die Nase und deshalb riechen wir Dinge eher als Menschen sie sehen. Außerdem: Im Gras übersieht Frauchen schon mal eine Scherbe oder eine Nadel – und zack ist eine Wunde an der Pfote oder der Nase und im schlimmsten Fall hat der Vierbeiner etwas verschluckt, das nicht in den Magen gehört. Und das ist übel.

Gefährliche Verletzungen und Splitter

In unserem Eifer sind wir ja irre schnell und ehe Frauchen ihrer versprochenen Aufsicht nachkommen kann, landen in uns z.B. Essensreste, die vergammelt oder verschimmelt sind oder die mit Gewürzen die Darmflora schädigt. Auch Plastikflaschen sind gefährlich: Wenn wir Hunde da rein beißen, damit wir sie astrein apportieren können, dann kann das Plastik splittern und wir können uns im Maul- und Rachenbereich verletzen oder uns auch beim Verschlucken von Splittern innere Verletzungen zufügen. Das kann dann sogar mit einer Operation oder gar tödlich enden.

Schädliches Mikroplastik

Außerdem bin ich echt erstaunt: Alle reden über Plastikmüll und gefährliches Mikroplastik, das in den Tieren und Menschen landen kann und gar nicht gesund ist. So eine Flasche besteht aus Plastik und mit unseren Zähnen reiben wir Mikroplastik ab und verschlucken es. Igitt!

Blech, Scherben, Spritzen – das kann irre weh tun

Womöglich übersieht Frauchen im Gras eine Glasscherbe oder auch einen Blechring von einer Getränkedose. Oh, das kann echt weh tun… Und es gibt Menschen, die sich Drogen oder Medikamente spritzen – wenn die dann achtlos ihre Spritzen wegwerfen, kommen wir mit den restlichen Substanzen und mit dem Blut der womöglich kranken Menschen in Berührung oder wir verletzen uns an der Nadel bzw. verschlucken die Nadel. Und – pfui Teufel – von weggeworfenen Kondomen will ich gar nicht reden. Da landet nicht nur Kunststoff in uns… Moment, ich muss mich jetzt echt mal schütteln bei so viel Grusel….

Gefahren für Hunde werden leider ignoriert

Leute, das muss doch wirklich nicht sein! Auf Giftköder, Rasierklingen und Nägel in Würsten etc. wird zu Recht geschimpft und man wünscht solchen Menschen die Pest an den Hals. Ihr zerfließt vor Mitleid, wenn Ihr tote Vögel und Fische mit Plastik im Magen seht. Aber andererseits ist Müll sammeln mit Hund angeblich ein toller Trend, weil Genuss und Schutz der Natur kombiniert wird. Die Gefahren für unsere Gesundheit werden einfach ignoriert.

Erspart uns das Müll sammeln mit Hund

Ich bin da für eine strikte Aufgabenteilung: Spiel und Spaß mit Hund in der Natur – den Müll könnt Ihr Menschen ohne uns einsammeln. Ob Ihr das alleine macht, Euch dazu verabredet oder an einer kommunalen Müllsammel-Aktion teilnehmt, ist uns Hunden schnupperschnuppe. Gassi gehen aber ist für uns Freude und Erholung und das wollen wir mit unserem Menschen genießen. Das Müll sammeln auf Kommando ist jedoch Arbeit – und das auch noch ohne Gefahrenzulage. Bitte erspart uns Hunden diesen Trend, macht nicht bei allem mit und achtet auf unsere Gesundheit! Text: Kimba/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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