Kimba weiss Rat: Ich bin fleißig trotz Grundeinkommen

Copyright: Marion Friedl

Leute, diesmal hat sich Euer Kimba ein Thema vorgenommen – das ist nicht ohne! Obwohl: Eigentlich versteht das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen jeder Hund, nur bei manchen Zweibeinern (insbesondere Politikern) hapert es. Mein Frauchen ist ja eine glühende Befürworterin des bedingungslosen Grundeinkommens und zur Zeit reden alle darüber. „Es wird Zeit, dass wir Menschen das bekommen, das Ihr Hunde schon habt“, sagt Frauchen. Das hat mir zu denken gegeben. Sie hat nämlich Recht damit. Ich habe meine Kippohren auf Empfang gestellt und mir alles angehört, was man wissen muss über das bedingungslose Grundeinkommen. Und hey: Das ist echt toll – ich kriege das nicht nur monatlich, sondern sogar täglich.

Meine Existenzgrundlage wird aufgestockt

Mein bedingungsloses Grundeinkommen ist das Futter. Frauchen nennt das Existenzgrundlage und mit der kann man überleben. Sie ist sogar so großzügig und legt noch einiges drauf: Kostenloses Wohnen (trotz steigender Mieten), Garten, Fellpflege, Spiele, Gassi-Runden. Irre, was? Eigentlich könnte ich mich bei so viel Grundeinkommen auf die faule Hundehaut legen. Es gibt ja Menschen, die das Grundeinkommen ablehnen, weil sie sagen: Dann tun die gar nichts mehr.

Ich verdiene mir was dazu

Ehrlich gesagt: Faulenzen ist langweilig. Also erinnerte ich mich daran, dass Frauchen meinte, zum bedingungslosen Grundeinkommen kann man sich etwas dazu verdienen. Ich habe das sofort ausprobiert und seitdem bin ich so was von fleißig: Täglich verdiene ich mir Leckerlis dazu und wenn ich zu viel dazu verdiene, tauscht Frauchen die Leckerlis in Spielzeug oder ein Plüschtier um. Was ich für den Zuverdienst mache? Ich mache Frauchen die Freude und befolge Kommandos. Ich helfe sogar beim Ausräumen der Waschmaschine. Regelmäßig kassiere ich Fotohonorare bei Frauchen ab, weil sie mich immer wieder als Model braucht. Ich begleite sie zu beruflichen Terminen und führe die Aufsicht.

Bares wandert in meine Vorsorgekasse

So nebenbei betätige ich mich auch noch als Inspirationsquelle für Frauchen: Ich schreibe Bücher und poste bei Facebook lustige Geschichten. Glaubt Ihr nicht? Ist aber so. Naja, fast: Ich diktiere, Frauchen tippt – Pfoten und Computertasten sind halt kein Dreamteam. Für die Buchverkäufe kriege ich keine Leckerlis: Da klimpert es in meiner Hundekasse. „Das ist Deine Krankheits- und Altersvorsorge, Kimba“, sagt Frauchen. Ich hoffe mal, dass es etwas nutzt und ich gesund bleibe und uralt werde.

Ich bedanke mich mit kostenlosen Überstunden

So, nennt Ihr das etwa faul? Ich nenne das äußerst fleißig. Und weil ich nett und zufrieden bin, mache ich kostenlos Überstunden: Ich passe gratis auf Frauchen und aufs Haus auf, mache Unfug für ihre Belustigung und manchmal bin ich ihr ehrenamtlicher Krankenpfleger. Naja, Letzteres ist eher Selbsthilfe: An einem Schnupfen stirbt man nicht, aber Frauchens Jammerei nervt tierisch. Also kuschel ich sie gesund, damit Ruhe ist.

Frauchen würde expandieren

Frauchen nimmt jetzt an einer Grundeinkommen-Verlosung teil und weiß auch, was sie mit dem bedingungslosen Grundeinkommen tun würde. „Wir könnten endlich den Bauernhof mieten und uns mit Seminaren und Hunde-Freizeitangeboten ein zusätzliches Standbein aufbauen“, hat sie gemeint. Super Idee – bestimmt kann ich ihr assistieren und mir wieder was dazu verdienen. Nicht dass Frauchen alles in Ausstattung, Zubehör und Werbung investiert. Da muss ich schon aufpassen.

Gute Taten für arme Tiere

Aber Frauchen hat noch eine Idee: „Bestimmt gibt es das eine oder andere Viecherl, das Hilfe oder ein Zuhause braucht.“ Wau! Das bedeutet: Gesellschaft für mich und wenn’s super läuft, zieht mindestens ein Schaf bei uns ein, das ich hüten kann. Ich muss nur Frauchen davon überzeugen. Okay, kleine Ziegen wären auch in Ordnung. Notfalls Laufenten oder Meerschweinchen….

Mit Kimba freier leben und entscheiden

„Wäre das schön, Kimba: Kein finanzieller Druck, wir könnten freier leben und entscheiden und die Leute wären weniger gestresst, weil sie mit dem bedingungslosen Grundeinkommen keine Ängste und Unsicherheiten haben. Wir könnten uns die Zeit einteilen und das arbeiten, was wir am liebsten tun würden und am besten können.“ Entschuldigung: Frauchen spricht manchmal viel auf einmal…

Veränderungen? Ich bin dafür!

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hätten wir Zeit und Geld, um etwas für arme Tiere zu tun. Ich bin dafür! Frauchen würde weiter arbeiten, aber auch mal einen schlechten Auftrag ablehnen und nicht jedem Euro hinterher hecheln und am Ende schlechte Laune haben. Ich bin dafür! Dafür tut sie das, was sie liebt und macht das besonders gut, zumal ich ihr gegen Zuverdienst helfe. Ich bin dafür! Sie würde sich die Zeit anders einteilen – dann wäre noch ein Spielchen mehr drin oder gar ein Ausflug, weil wir ja die Zeit und auch das Benzingeld haben. Ich bin dafür!

Ich habe keinen Bock auf Demos und Hunde-Altersarmut

Frauchen sagt auch, dass die Arbeit für die Menschen weniger wird, weil vieles digital abläuft und es Roboter geben wird. Solange sich der Roboter von meinem Napf fern hält, soll es mir recht sein. Aber ich habe auch gelernt: Weniger Arbeit bedeutet weniger Geld. Und das würde dann mein Grundeinkommen und meinen Zuverdienst gefährden. Das geht gar nicht, Leute! Dann rutsche ich womöglich noch in Altersarmut ab oder muss auf einer Demo gegen untätige Politiker mitwuffen, weil die nicht an die Zukunft denken und immer nur einen kleinen Teil der Menschen im Land unterstützen und nicht alle. Hey, da habe ich echt keinen Bock drauf. Ich teile mir meine Zeit nämlich auch ein: Zeit für den Zuverdienst und Zeit zum Dösen, denn dabei habe ich immer Ideen für meine Bücher und für meine nächsten Beiträge in Frauchens Tierblog.

Mein Kommando: Her mit dem bedingungslosen Grundeinkommen!

Jetzt gebe ich mal ein Kommando und nur ein Tipp aus Erfahrung: Frauchen is not amused, wenn ich ein Kommando nicht befolge. Mein Kommando lautet: Her mit dem bedingungslosen Grundeinkommen! Sofort! Text: Kimba / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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