Kimba weiss Rat: Erste Hilfe bei Hitzeproblemen

Copyright: Marion Friedl

Puh, das ist ein Wetter zur Zeit. Heiß, dann wieder Gewitter mit Abkühlung, am nächsten Tag schwül – das hält nicht jeder Hund aus. Euer Kimba kommt da auch ins Hecheln. Wisst Ihr eigentlich, woran und wie Ihr erkennt, ob es dem Hund zu warm ist und was Ihr dann als Erste Hilfe tun könnt? Ich verrate es Euch.

Auf die Stressfalte achten

Also wenn wir Hunde Stress haben – und das haben wir bei großer Hitze oder schwülem, belastendem Wetter – dann bilden wir hinter den Lefzen eine Falte, die man deutlich sehen kann. Passenderweise nennt man die auch Stressfalte.

Hecheln statt schwitzen

Hitze und Stress versuchen wir einfach wegzuhecheln, weil wir ja nicht richtig schwitzen können. Wir kriegen höchstens mal Schwitzepfötchen, wenn uns zu heiß ist und das reicht nicht zur Abkühlung. Unsere Nase ist bei zu viel Hitze  trocken und heiß. Kein Wunder, dass wir bei Hitze nur am Hecheln sind und da kann es passieren, dass uns – sorry – auch mal der Sabber aus dem Hechelmaul fließt. Naja, Nodoggy is perfect…

Kreislaufprobleme entdecken

Aber wenn wir schon mal beim Maul sind: Ein Druck mit dem Finger auf die Schleimhäute am Oberkiefer kann helfen, ein Kreislaufproblem zu entdecken. Sobald der Finger die Druckstelle verlässt, muss sich das Helle wieder rosa färben. Tut es das nicht oder recht verzögert, dann stimmt etwas nicht. Ganz kritisch ist es übrigens, wenn Zunge und Schleimhäute auch ohne Druckstelle bläulich verfärbt sind – dann muss der Tierarzt aber schnell das Hundeherz untersuchen. Schwächelt das Herz, dann werden wir auch schnell müde und bekommen schlecht Luft.

Richtig Puls messen

Man kann beim Hund natürlich auch den Puls messen. Ihr wisst nicht, wo bei uns der Puls schlägt? Kein Problem: Schnappt Euch ein Hinterbein und den dazugehörigen Oberschenkel. Auf der Innenseite des Schenkels legt Ihr Eure Fingerspitzen in der Mitte auf und dann fühlt Ihr die Arterie. Ist alles okay, dann schaffen wir je nach Größe 70 bis 100 Schläge pro Minute. Die kleinen Hunde geben bei den Pulsschlägen mehr Gas als die großen Vierbeiner. Ob langsamer oder schneller als der Normalwert – irgendwas stimmt dann mit dem Herz-Kreislaufsystem nicht.

Kühle Hilfe, wenn der Kreislauf schlapp macht

Wenn uns zu heiß ist oder der Kreislauf bei schwülem Wetter schlapp macht, dann brauchen wir sofort Hilfe. Bringt uns gleich in den Schatten oder noch besser ins kühle Haus. Super, wenn wir noch nicht zu schlapp sind und noch etwas Wasser trinken können. Mit kühlen, feuchten Tüchern könnt Ihr uns die Pfoten und den Kopf kühlen. Bitte kein Eis drauf packen, sondern langsam runter kühlen.

Pfotenmassage für die Durchblutung

Wenn Ihr schon bei den Pfoten angekommen seid, dann spendiert uns doch auch eine kleine Massage, damit die Durchblutung wieder angekurbelt wird. Massiert erst die Pfoten und wandert dann massierend das Bein entlang nach oben. Tipp: Wir haben vier Beine, die massiert werden können.

Erste Hilfe bei Atemstillstand

Sollte der arme Hund umkippen und keine Luft mehr bekommen – dann haltet schnell die Hinterbeine hoch in die Luft – das entlastet die Atemwege, die Lunge und das Herz und regt den Blutfluss an. Wenn der Hund dann noch keinen Mucks macht, muss die Mund-zu-Schnauze-Beatmung versucht werden: Maul und Lippen zuhalten, drei mal in die Nasenlöcher pusten und prüfen, ob sich der Brustkorb hebt. Die Beatmung müsst Ihr immer wieder machen, bis der Hund wieder selber atmet oder der Tierarzt da ist.

Achtung, bewusstlose Hunde können ersticken!

Übrigens: Bewusstlosen Hunden nichts eingeben, denn sie schlucken nichts und könnten am Eingeflößten bzw. Eingegebenen ersticken. Das gilt auch für den eigenen Speichel oder für Erbrochenes – der Hund muss seitlich liegen, damit möglichst alles aus dem Maul fließen kann.

Rescue-Tropfen und sofort ab zum Tierarzt

Es gibt auch Bach-Blüten als sanfte Gesundheitshelfer, aber die sind wirklich nur was für die Erste Hilfe, denn jeder Notfall-Hund muss sofort zum Tierarzt bzw. in die Tierklinik. Bei den Bach-Blüten können Rescue-Tropfen (je nach Größe 3, 5 oder 10 Tropfen) eine unterstützende Hilfe sein, um die Zeit bis zum Tierarzt zu überbrücken.

Vorsorge-Tipps bei heißen Tagen

Am besten ist, wenn Ihr vorsorgt: Nur am kühleren Morgen und Abend Gassi gehen und keine großen Belastungen und Stress-Situationen. Hey, das heißt: Die Hundeschule kann auch mal ausfallen. Super, oder? Autofahren ohne Klima-Anlage geht übrigens gar nicht und im geparkten Auto warten sowieso nicht. Ihr müsst auch genug trinken und solltet immer und überall an frisches Wasser ran kommen (Trinkflasche mitnehmen). Außerdem braucht Ihr genug Schattenplätze im Garten und kühle Rückzugsorte im Haus. Kommt gut durch die Hitze! Text: Kimba / Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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