Kimba weiss Rat: Der Bettelblick ist Absicht

Copyright: Marion Friedl

Zeigen Hunde eigentlich absichtlich den unwiderstehlichen Bettelblick? Das ist doch eine super Frage für Euren Kimba, denn der beherrscht diesen Blick astrein. Natürlich machen wir das absichtlich und wir üben das täglich und jahrelang bis zur Perfektion.

Hunde verknüpfen und lernen durch Erfolg

Hoppla, jetzt höre ich schon ein paar oberschlaue Wissenschaftler rufen, dass das ja voraussetzen würde, dass wir Hunde denken können. Mal ehrlich Leute: Für den Bettelblick reicht der Grips noch. Aber die klugen, studierten Leute haben auch ein wenig Recht (ich gebe Zweibeinern nie 100 % Recht). Wir probieren das aus, haben Erfolg damit und schon machen wir das wegen des guten Ergebnisses immer wieder. So, jetzt ist wieder Ruhe bei den Wissenschaftlern, denn das ist für sie kein Denken, sondern ein Verknüpfen von Aktion – Erfolg – Wiederholung. Mann bin ich froh, dass die zufrieden sind.

Manchmal ticken Mensch und Hund ähnlich

Aber egal, wir sehen uns das mal genau an: Ein Hund denkt etwas anders als der Mensch. Wobei – der lernt auch mitunter aus Erfahrung. Und gute Erfahrungen motivieren dazu, auch das nächste Mal mit der Aktion einen Erfolg zu erzielen. So gesehen: Mensch und Hund denken da gleich, aber meinetwegen: Ich gebe zu, dass der Mensch auch noch andere Denkweisen beherrscht. Die spielen aber jetzt keine Rolle. Hier geht es um den Bettelblick.

Den Bettelblick trainieren wir von klein auf

Von klein auf üben wir den Bettelblick und wir haben als Welpen besonders großen Erfolg mit unseren herzerweichenden Blöicken. Egal, was ist: Wir schauen den Zweibeiner treuherzig und lieb an – und schon ist unsere Welt in Ordnung, weil der Mensch nach unserer Pfeife tanzt. Kindchenschema nennen die Hundeexperten diese treuherzigen Blicke. Allerdings: Mit der Zeit verlieren wir das Kindchenschema, weil wir erwachsen werden. Aber den treuherzigen Blick behalten wir, weil wir ihn jeden Tag trainieren.

Wir können bei jedem Menschen anders punkten

Wir merken sehr wohl, mit welchem Blick wir immer und mit welchem Blick wir nur manchmal Erfolg haben. Um das Leckerli zu kriegen, wenden wir deshalb immre den besten Blick an. Aber es kommt nch schwieriger: Dieser Super-Bettelblick funktioniert nicht bei jedem Menschen gleich gut. Die haben unterschiedliche Gecshmäcker. Also schauen wir den Einen nur treuherzig von der Seite an, beim Nächsten tätscheln wir zusätzlich das Knie und beim Dritten legen wir den Kopf aufs Bein und schielen von unten zum Menschen hinauf. Das ist mal eine tolle Leistung von uns Hunden, oder? Und wir bringen das auch nicht durcheinander. Wir wissen mit welcher Masche wir welchen Zweibeiner rum kriegen.

Zweibeiner könnten von uns noch etwas lernen

Und was passiert, wenn ein Mensch diesen Blick sieht? Das passiert: „Ach, wie nett Du schaust – na gut, einen Happs bekommst Du.“ Super gelaufen – für den Hund natürlich. Ich habe noch nie beobachtet, dass das bei den Zweibeinern auch funktioniert: Er schaut treuherzig und sie? Nein, sie kommt nicht mit einem Häppchen an. Sie übersieht seinen Blick oder fragt irritiert: „Was ist?“ Kommunikation mit Blicken und ohne Worte haben wir Hunde besser drauf. So viel steht fest. Wir kriegen immer was. Und wir wurden noch nie gefragt, was los ist, wenn wir so schauen. Vielleicht sollten die Zweibeiner ein wenig üben. Sie dürfen gerne bei uns Hunden abschauen. Dann können wir uns stolz aufs Fell klopfen und sagen: Schaut her, wir bringen den Menschen etwas bei. Ohne uns wären die aufgeschmissen. Niemals würden die ohne uns durchs Leben kommen…

Wer will schon ein Leben ohne Bettelblick?

Eigentlich könnte man den Bettelblick auch wieder abgewöhnen, indem man den süßen Blick ignoriert und bettelnden Hunden einfach nichts mehr gibt. Aber wer will das schon? Wir Hunde nicht. Und der Mensch würde ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir dann aussehen wie das Leiden Christi. Das will auch keiner. Also behalten wir den Bettelblick einfach.

Manchmal muss man sich selbst loben

Oh, Frauchen ruft mich. Pah, sie sagt, dass ich nicht so dick auftragen soll. Die ist so eine Spaßbremse… Da hat man die Gelegenheit dazu und dann darf man nix… Ich werde mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden müssen: Schließlich muss ich jeden Freitag in ihrem Blog schreiben. Wahrscheinlich weil ihr nichts einfällt. Und wer ihre Arbeit erledigt, der darf sich auch mal selbst loben… Ich erledige das jetzt mit Frauchen. Bis nächsten Freitag, liebe Freunde! Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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