Katzen verweigern nicht ohne Grund Übungen

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Nicht immer stimmt es, wenn man der Katze, die ein Kommando oder eine Übung verweigert, Desinteresse unterstellt. Katzen verweigern auch aus  anderen Gründen Übungen, wie etwa Angst, Unsicherheit, schlechte Erfahrungen oder gar Schmerzen.

Gut, man muss nur an Garfield denken, dann weiß man: Es gibt Stubentiger, die nicht herumtigern wollen. Sie sind lieber faul, futtern gerne und haben mit Kommandos und Übungen nichts am Hut. Das gibt es nicht nur im Comic, sondern auch im wirklichen Leben. Dennoch: Es macht Sinn, dieser Verweigerung auf den Grund zu gehen. Es könnten auch schwerwiegende Gründe dahinter stecken und die gilt es zu berücksichtigen und zu beseitigen. Liegt es an einer Erkrankung, dann ist der Besuch beim Tierarzt ein Muss.

Brückenbau gegen die Angst

Will die Katze nicht weit oder hoch springen, dann ist sie vielleicht aus Ängstlichkeit und Unsicherheit so zurückhaltend. Jeder Mut muss schließlich überlegt sein, wenn es nicht weh tun soll. Nachhelfen kann man da mit hilfreichen Brücken: Das kann der breite Rücken des Menschen sein oder ein zusätzlich aufgestelltes Podest zwischen den Sprunghürden. So wird der Abstand reduziert und der Mut ein bisserl größer.

Schlechte Erfahrungen bleiben im Gedächtnis

Eine andere Ursache für die Verweigerung können schlechte Erfahrungen sein. Ist die Katze mal am Badewannenrand balanciert und ins Waser gefallen, dann merkt sie sich diese unschöne, nasse Lektion und meidet die Übung. Gleiches gilt für einen missglückten Sprung, wenn sie beispielsweise das Ziel verfehlt hat oder vom Menschen trotz Kommando nicht aufgefangen wurde. Das endete unsanft und Miezen bleibt das im Gedächtnis. Katzen verweigern dann aus recht verständlichem Grund so ein Risiko.

Verletzungen und Erkrankungen ausschließen

Katzen verweigern Übungen auch, wenn sie Schmerzen haben. Vielleicht zwickt und zwackt es in Knochen, Gelenken oder Wirbelsäule, wenn Klettern oder Springen auf dem Stundenplan steht. Oder es schmerzt am Bauch, wenn die Katze aufgefangen wird. Sicherheitshalber sollte deshalb ein Tierarzt einen Blick auf das Tier werfen, um Verletzungen oder Erkrankungen auszuschließen.

Hinter Tollpatschigkeit kann das Alter stecken

Der Tierarztbesuch ist auch ratsam, wenn die Tollpatschigkeit zunehmen sollte. Gut möglich, dass mit zunehmendem Alter das Sehvermögen nachlässt und Entfernungen oder Höhen deshalb nicht mehr so zuverlässig eingeschätzt werden können. Das birgt übrigens auch Gefahren beim Freigang im Straßenverkehr. Text/Foto: Marion Friedl

 

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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