Katzen-Symposium: Zucht, Haltung, Futter, Jagd

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Rund 90 Tierärzte, Zoofachhändler und weitere Experten der Heimtierbranche nahmen am Katzen-Symposium des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) teil. Alles drehte sich um das beliebteste Haustier in Deutschland und es gab viele Tipps, positive Informationen, aber auch Hinweise auf Probleme, wie etwa bei neuen Züchtungen.

Häufig Totgeburten bein Hybridkatzen

Fachtierärztin Dr. Petra Kölle ging beim Katzen-Symposium des ZZF auf die Züchtung neuer Rassen und damit entstandene Probleme ein. Vor allem bei der Verpaarung von Haus- und Wildkatze hatte die Expertin keine guten Nachrichten: Gerade bei den immer beliebter werdenden Hybridkatzen „kommt es häufig zu Totgeburten oder sie sind aufgrund des ererbten Verhaltens für die Wohnungshaltung ungeeignet“, lautete ihr Fazit.

Auch Katzen dürfen barfen

Dr. Petra Kölle gab auch Einblick in ihre Studie zur Haltung und Fütterung von Katzen. Unter den knapp 5000 Katzenhaltern hierzulande seien 300 Katzenbesitzer, die ihre Lieblinge mit Rohfleisch füttern. Barfen würden eher jüngere, schlanke Rassekatzen in Wohnungshaltung. Problematisch sei die Barf-Fütterung nur, wenn Menschen mit unterdrückten Abwehrkräften im Haushalt leben würden.

Bessere Anleitungen als Schutz vor Übergewicht

Mit der Fütterung beschäftigte sich beim Katzen-Symposium auch die Tierärztin Dr. Julia Fritz. Mit Bick auf häufiges Übergewicht wünschte sie sich bessere Anleitungen und Hilfestellungen für Katzenhalter durch Hersteller, Tierärzte und Züchter. Dr. Fritz lehnte eine rein vegane Ernährung ab und wies darauf hin, dass die meisten Katzen in Deutschland mit Trocken- und Nassfutter mischgefüttert werden. Sie beleuchtete auch das Thema Kohlenhydrate und Getreide im Katzenfutter und zeigte auf, welche Nährstoffe nicht unter- bzw. überdosiert werden sollten.

Auch satte Katzen jagen

Ein paar Geheimnisse der Katze wurden beim Katzen-Symposium auch gelüftet: Die Biologin Dr. Willa Bohnet erläuterte das Jagd- und Fressverhalten und machte dabei unter anderem auf drehbare Handgelenke, einzeln bewegliche Zehen und besonders gutes Sehen, Riechen und Hören aufmerksam. Zudem räumte sie mit dem häufigen Irrtum auf, dass satte Katzen nicht jagen würden. Das Gegenteil ist der Fall, denn „die Katze jagt erfolgreicher und motivierter, wenn sie ausreichen Grundnahrung erhält“, so Dr. Willa Bohnet. Ganz oben auf der Beutetier-Liste der Katze stehen Mäuse. Wohnungskatzen gehen da leer aus, aber ihnen kann man mit verschiedenen Geschmacksrichtungen beim Futter eine Freude machen.

Auf Freigänger und Wohnungskatzen lauern Gefahren

Dr. Willa Bohnet ging auch auf die Frage „Wohnungskatze oder Freigänger?“ ein. Die artgerechte Haltung von Wohnungskatzen hänge stark von etwaigen Partnerkatzen und der ausreichenden Beschäftigung mit Bezugspersonen ab. Werden die Grundbedürfnisse nicht genügend erfüllt, können Verhaltensprobleme, wie z.B. Aggressionen und Unsauberkeit, die Folge sein. Die Wohnungskatze lebt übrigens nicht sicherer als ein Freigänger, denn es lauern überall Gefahren. In den Wohnungen sind es z.B. giftige Pflanzen und Putzmittel oder gekippte Fenster. Übrigens: Aus einem Freigänger eine Wohnungskatze zu machen, ist äußerst schwierig. Laut Dr. Willa Bohnet ist dies „unter bestimmten Voraussetzungen bei weiblichen, sehr jungen oder alten Tieren möglich.“ Eine Alternative könne der kontrollierte Freigang mit katzensicherer Einzäunung sein.

Das gehört zur katzengerrechten Umgebung

Die Tierärztin Dr. Angelika Drensler erklärte beim  Katzen-Symposium, wie eine katzengerechte Umgebung aussehen sollte. Wegen der sensiblen Nasen sollten Raucherwohnungen und starkes Parfüm tabu sein. Futter- und Wasserplatz, Katzentoilette und Kratzbaum müssten möglichst weit voneinander getrennt sein. Die Katze braucht auch einen „sicheren Platz“, wie etwa eine Höhle. Futterautomaten eignen sich nicht für die Fütterung über mehrere Tage hinweg. Trinkbrunnen hingegen befürwortete Dr. Drensler uneingeschränkt. Kratzbäume sollten sowohl senkrechte als auch waagrechte Attraktionen haben. Zusätzlich Kratzmöglichkeiten seien an strategisch wichtigen Punkten (z.B. Durchgänge) sinnvoll. Als Spielzeug sei der frustierende Laserpointer total ungeeignet, weil es zu keinem richtigen Jagderfolg komme. Für Katzensenioren wünschte sie sich eine Katzentoilette mit weichem, flexiblem Einstieg. Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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