Katzen schreien nicht ohne Grund

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Wenn Katzen schreien, dann geht das durch Mark und Bein. Die Gründe können unterschiedlich sein und deshalb sollte man die Katze genau beobachten: Wann und wie sie schreit, kann wichtige Hinweise auf die Ursache liefern. Wenn der Grund unklar oder eine Erkrankung nicht auszuschließen ist, dann muss der Schreihals natürlich unbedingt zum Tierarzt.

Schreie aus Leidenschaft

Ganz normal ist es, wenn rollige Katzen schreien, um einen Partner zu rufen und wenn Kater auf einen solchen Liebesschrei lautstark antworten. Auch beim Deckakt wird es laut, denn der Herzallerliebste beendet das Stelldichein wenig charmant mit einem Biss in den Nacken der Katze – und die schreit dann verständlicherweise auf.

Ach Du großer Schreck!

Manchmal passiert so ein Schrei auch einfach. Wer erschrickt, dem rutscht schon mal ein Schreckensschrei heraus. Das kann auch Katzen passieren. Ein lauter Knall oder das plötzliche Auftauchen des Erzfeindes von Nebenan – und schon schreit die überrumpelte Mieze einmal laut auf.

Ein Schrei nach Aufmerksamkeit

Schreit Minka immer wieder mal ohne ersichtlichen Grund, kann das auch bedeuten, dass sie einfach Aufmerksamkeit erregen will. Zu lange am Computer gearbeitet, eine Spielaufforderung übersehen? Dann schreit Mieze einfach mal – und zwar so ein dringlich, dass der Mensch das nicht einfach überhören kann. Bei permanenter Langeweile oder Klagen allein zu Hause hört sich übrigens anders als Schreie an: Das sind ständiges Maunzen, plaudern oder auch Rufe, die sich wie Babylaute anhören.

Ein Schmerz lässt spontan aufschreien

Ein Aufschrei kann aber auch bedeuten, dass urplötzlich etwas weh getan hat. Vielleicht hat sich die Fellnase etwas eingetreten oder sie ist unsanft gelandet und auf einmal fühlt sie einen Schmerz. Sicherheitshalber sollte dann ein Tierarzt nachsehen, was da weh getan hat. Ein spontaner Schmerzensschrei kann übrigens auch auf eine Erkrankung hindeuten, wie etwa eine Arthrose oder Arthritis beim Aufstehen vom Liegeplatz. Ein Blick auf Bewegungsapparat, Organe und Nerven kann dann nicht schaden.

Ein Wutschrei als Antwort auf Zwang

Aber Katzen schreien auch, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht. Zwang ist etwas, das Stubentiger gar nicht mögen. Frauchen besteht auf Fellpflege – meine Güte, kann Mieze da empört und garstig schreien. Sie soll in die Transportbox – da kann aus der friedlichsten Samtpfote plötzlich ein schreiender, kleiner Teufel werden. So ein Wutanfall kann auch passieren, wenn die Katze gegen ihren Willen festgehalten wird oder das Mäulchen geöffnet wird, damit die bittere Pille geschluckt wird. Wut ist auch im Spiel, wenn sich streitende Katzen anschreien oder ein Revierzoff ausgetragen wird.

Schreie am Futternapf

Schmerzvolles Schreien kann sich sogar am Fressnapf zeigen. Dann steht die Kontrolle von Zähnen und Zahnfleisch auf der Agenda. Wer Zahnweh oder eine Zahnfleischentzündung hat, der kann schon mal aus der Haut fahren, wenn kaltes Wasser an die schmerzende Stelle gelangt oder wenn ein Bissen weh tut.

Kranke Katzen schreien auch nachts

Wenn Katzen nachts jammern, klagen und schreien, sollten die Alarmglocken schrillen. Katzen schreien dann meist wegen einer ernsten Erkrankung. Ist die Katze schon älter, kann auch Demenz die Ursache sein. Dann ist die Katze aber auch desorientiert und macht einen verwirrten Eindruck.

Alarmzeichen: Schreie auf dem Katzenklo

Selbst aus der Katzentoilette können Schreie dringen. Auch da sollte der Zweibeiner genau hinhören und ebenso genau hinsehen: Katzen schreien nämlich auch, wenn sie eine Harnwegserkrankung haben oder wenn sie Verdauungsprobleme, wie etwa Verstopfung, haben. Eine Verstopfung kann übrigens auch an einem Fremdkörper liegen, den die Samtpfote ausscheiden will, aber nicht kann. Und damit ist wirklich nicht zu spaßen und der Tierarzt muss dringend helfen! Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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