Katzen schnurren auch bei Schmerz und Angst

schnurrenEs gibt nichts friedlicheres und schöneres als das Schnurren einer Katze. Davon schwärmen Katzenfreunde, aber aufgepasst: Miezen schnurren nicht nur aus Wohlbehagen, sondern auch wenn sie Schmerzen haben, krank sind oder wenn sie Angst haben. Mit dem Schnurren beruhigen und trösten sie sich. Fast scheint es so, als würden sie Schmerz, Krankheit, Unbehagen und Angst wegschnurren zu wollen.

Den Tierarzt fragen oder die Angstursache beseitigen

Deshalb: Genau hinhören und beobachten, denn wenn die Katze sehr oft oder gar dauernd schnurrt, dann könnte etwas nicht stimmen und der Tierarzt sollte sich den Schnurrer mal genauer ansehen.

Wenn Angst im Spiel ist, sollten Sie immer dann die Ohren spitzen und die Blicke schärfen, wenn die Katze schnurrt. Ängstigt sie sich vor lauten Geräuschen im Hausflur? Ist ein Gewitter der Auslöser? Liegt es vielleicht am Baustellenlärm? Schnurrt sie immer dann, wenn ein Besucher kommt? Wird geschnurrt, wenn die Katze etwas Bestimmtes durchs Fenster sieht oder gar die Nachbarskatze vor ihrer Nase herumturnt? Finden Sie heraus, wann und warum Ihre Katze schnurrt und beseitigen Sie die Ursache. Nicht immer ist das möglich, denn eine Baustelle vor dem Haus können Sie nicht einfach auflösen. Aber Sie können die Katze mit einem Spiel ablenken, ihr einen ruhigeren Platz im Nebenzimmer anbieten oder die Geräusche von draußen mindern, indem sie zum Beispiel das Radio oder den Fernseher laufen lassen.

Anti-Angst-Training mit der Geräusch-CD

Helfen kann auch ein Anti-Angst-Training mit einer Geräusch-CD. Beispiel Donner: Das Donnergeräusch wird sehr leise abgespielt und nach einigen Malen hört Mieze den Donner eine Stufe lauter. So erhöhen Sie die Lautstärke des ängstigenden Geräusches nach und nach. Sobald die Katze unruhig wird, brechen Sie das Training ab und beginnen am Tag darauf erneut – allerdings wieder mit zwei bis drei Lautstärkenstufen niedriger als beim Ende des Trainings, denn da fühlte sich die Katze ja noch wohl in ihrer Haut. Dann arbeiten Sie sich wieder step by step zu lauteren Donnergeräuschen vor. Eines Tages wird der Donner so laut sein wie in Wirklichkeit und die Katze wird ruhiger als sonst sein. Dann haben Sie Ihr Trainingsziel erreicht.

Trösten und beruhigen ist der falsche Weg!

Wichtig: Während des CD-Trainings beachten Sie die Katze nicht, sondern Sie lesen scheinbar ein Buch. Kein beruhigendes Wort, kein Trösten, Streicheln, nichts. Wenn die Katze zu Ihnen Kontakt aufnimmt, darf sie das, aber sie gehen nicht auf ihre Annäherung ein, sondern lassen Sie einfach nur direkt bei Ihnen oder in der Nähe sitzen. Das ist nicht hartherzig, sondern schlau von Ihnen: Jedes beruhigende oder tröstende Wort, jede mitfühlende Berührung würde der Katze nur sagen: Ich werde für mein Verhalten bestätigt, also stimmt wirklich etwas nicht und ich habe Recht mit meiner Angst. Genau das wollen Sie ihr aber gar nicht sagen, oder? Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*