Insektenzählung: Steinhummel auf Platz Eins

Copyright: NABU Helge May

Es gibt in Deutschland etwa 33.000 Insektenarten – doch welche Insekten schwirren tatsächlich herum und welche werden häufig oder selten gesichtet? Die erste Zählaktion “Insektensommer“ des Naturschutzbundes NABU soll Antworten liefern – und zur Halbzeit der Insektenzählung liegt die Steinhummel auf Platz Eins gefolgt von Hainschwebfliege, Asiatischer Marienkäfer, Gemeine Florfliege und Lederwanze.

Zirpen die Heuschrecken im August?

Jetzt wird gespannt gen August geblickt, denn man will auch wissen, ob und wie oft die Heuschrecken zirpen. Im Moment zirpt noch nichts, denn die Jungtiere können das noch nicht. Aber im August sind sie ausgewachsen und dann heißt es bei der Insektenzählung vom 3. bis 12. August: Ohren und Augen aufsperren, um diese Musikanten und andere Insekten zu entdecken.

Knapp 3000 Meldungen im Juni

5.800 Teilnehmer haben sich angemeldet und in der ersten Zähl-Etappe vom 1. bis 10. Juni sind knapp 3000 Meldungen beim NABU eingegangen. Dass die Steinhummel so gut abschneidet, kann mehrere Gründe haben. NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi erklärt: „Die meisten Leute suchen kaum zwischen den Blättern intensiv nach Insekten. Sie schauen eher in die Gegend wie bei den Vogelbeobachtungen. Daher werden Blütenbesucher in dieser Größe sicherlich eher wahrgenommen. Hummeln fliegen Blüten gezielt an im Gegensatz zu Schmetterlingen. Auch ist die Steinhummel unverkennbar und unverwechselbar. Das ist bei anderen Arten schwieriger.“

Noch herrscht etwas Zurückhaltung

Generell scheinen die Teilnehmer bei der Insektenzählung recht zurückhaltend zu sein, weil sie das Insekt vielleicht nicht kennen oder die Art nicht genau bestimmen können. Aber keine Angst: Bei der Zählung darf man auch nur Biene oder Schmetterling angeben und man muss sich nicht auf eine bestimmte Bienen- oder Schmetterlingsart festlegen.

Steinhummel oder nicht? NABU-App hilft mit Fotoerkennung

Nun, es ist ja die erste Insektenzählung und nobody is perfect: Wichtig ist einfach das Mitmachen. Jede einzelne Sichtung ist interessant, denn das Insektensterben ist in aller Munde und nur mit Zählungen kann man der Wahrheit auf die Spur kommen. Das Interesse ist da, denn immerhin wurde die NABU-App „Insektenwelt“ innerhalb von 14 Tagen stolze 30.000 Mal heruntergeladen. Die kostenlose App gibt es beim NABU und sie bietet Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten in Deutschland. Dank Fotoerkennung können mit der App die Tiere erkannt werden.

Im Garten wird am häufigsten gezählt

Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform Naturgucker erfasst. Beobachtet werden darf von der Wiese bis zum Moor überall, doch die meisten Teilnehmer haben sich laut NABU bislang für den eigenen Garten entschieden. Verständlich, denn man ist natürlich besonders neugierig, was direkt vor der Haustür herum fliegt. Dennoch: Ein Spaziergang kann ebenfalls wertvolle Erkenntnisse bringen. Die Insekten sind „stark gefährdet und am wenigsten erforscht. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. So wollen wir einen Überblick bekommen, wo Insekten zu finden sind“, erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Spannende Insekten-Safari in den Ferien

So gesehen können die Sommerferien vom 3. bis 12. August zu einer echt spannenden Expedition werden. Jeden Tag ein anderer Ausflug oder eine andere Spaziergang-Route und dabei Insekten zählen und erkennen. Das ist doch mal eine lehrreiche, sinnvolle und äußerst preiswerte Safari. Also: Mitmachen, Spaß haben, Neues entdecken, lernen und auch noch aktiv an einer wichtigen Naturschutz-Aktion beteiligt sein! Und wer weiß, ob die Steinhummel ihren Platz Eins behalten wird, denn je mehr Leute mitmachen und je unterschiedlicher die Zählorte sind, umso größer ist die Möglichkeit, dass sich die bisherigen Ergebnisse noch ändern. Text: Marion Friedl / Foto: NABU Helge May

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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