Im Sommer geht es ab in den kühlen Bau

Copyright: Gerald Förtsch

Irgendwann wird jedes Sonnenbad zu heiß und dann lautet das Motto: Ab unter die Erde. Kaninchen, Dachs, Hamster und Co. ziehen sich in den kühlen Bau zurück, wenn die Sonne zu arg auf den Pelz brennt.

Wildkaninchen leben in einem Tunnelsystem

Im kühlen Bau lässt es sich gut leben. „Nicht nur Wildkaninchen haben jetzt einen tierischen Vorteil, auch Feldhamster und Dachs haben bei der Hitze unter der Erde einen coolen Heimvorteil“, so Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung.

Wildkaninchen werden oft mit dem größeren Feldhasen verwechselt. Doch während der Hase oberirdisch unterwegs ist, leben Wildkaninchen unter der Erde und sind dort prima vor der Hitze geschützt. Kaninchen kommen schon in der Erdhöhle zur Welt und verbringen ihr Leben – von einigen Spaziergängen abgesehen – im schützenden Tunnelsystem unter der Erde.

Der Feldhamster baut mit Sicherheitsfaktor

Eine Single-Bude ist das Zuause des Feldhamsters, der gar nicht mehr so häufig anzutreffen ist. Er ist ein Einzelgänger und liebt sein Leben als Solist in einem weit verzweigten Bau. Bis zu 20 Meter misst das Labyrinth mit Gängen, die auch mal 20 Meter in die Tiefe führen können. Sein Heim lässt keine Wünsche offen: Hamster-Klo, Vorratskammern, Schlafnest – im kühlen Bau ist alles da, was ein Hamster braucht. Und alles ist natürlich selbst gebaut. Auch die Innenausstattung kann sich sehen lassen: Mit Pflanzenresten, Stroh und Haaren von anderen Wildtieren wird das Heim so richtig gemütlich eingerichtet.

Bei den Bauarbeiten setzt der Hamster auch auf Sicherheit. Ist er mal über der Erde unterwegs und droht Gefahr, lässt er sich einfach durch eine Fallröhre in seinen Bau fallen. Allerdings gibt es Gefahren, mit denen der kleine Kerl nicht so leicht fertig wird. Es mangelt an Deckung und Nahrung. Vor allem nach der Ernte findet der Winterschläfer wegen der modernen Landwirtschaftsmaschinen immer weniger Rückzugsorte und Körner für seinen Wintervorrat.

Der Dachs wohnt gerne luxuriös

Auf Luxus im kühlen Bau steht der Dachs. Er lebt bis zu fünf Meter tief im Waldboden. Seine Wohnung hat mehrere Wohnkammern, die mit Tunnel verbunden sind. Das Domizil ist sogar mit einer Klimanlage ausgestattet: Die Luftzufuhr wird über ein ausgeklügeltes Gangsystem geregelt, berichtet Eva Goris.

Natürlich gibt es auch ein Dachs-WC – allerdings muss er für seine dringenden Geschäfte aus dem Bau raus. Das stille Örtchen – Dachsabtritte genannt – befindet sich nämlich außerhalb des Baus in kleinen Erdlöchern. So herrscht im sauberen, kühlen Bau keine dicke Luft.

Tierisch viel los unter der Erde

Übrigens: Manchmal muss man schon genau hinschauen, wer in einem Bau wohnt. Es könnte sein, dass kein Dachs zu Hause ist, sondern der Fuchs. Unter der Erde leben auch Maulwürfe, die sozusagen im Kuppelbau residieren, weil sie zum Leidwesen von manchen Gartenbesitzern beachtiche Erdhaufen bei den Grabarbeiten verursachen. Dort findet der Maulwurf frei Haus auch Nahrung, denn einige Insekten und Würmer mögen es ebenfalls unterirdisch. Die Wühlmaus eifert dem Maulwurf nach und buddelt ebenfalls gerne in der Erde, allerdings schafft sie keine so großen Erdhaufen. Text: Marion Friedl / Foto: Gerald Förtsch

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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