Hurra, Welpen! Die spannende Trächtigkeit

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Was passiert eigentlich während der Trächtigkeit mit und in der Hundemutter? Ziemlich viel – und das sorgt für eine spannende Trächtigkeit. Allein das ist schon ein guter Grund die Zeit vor und während der Geburt mal genauer zu betrachten.

Der Rüde hängt beim Decken fest

Logisch, alles beginnt mit dem Deckakt: Der Rüde riecht, wenn die läufige Hündin paarungsbereit ist. Er springt auf sie und dann ist das Ende nicht so schnell in Sicht, denn der Rüde steckt regelrecht fest. Beim Schäferstündchen schwellen Penis und Scheide an. Deshalb hängen die beiden aneinander und kommen nicht los voneinander. Nun ist Warten angesagt – bis sich die beiden von selbst irgendwann trennen. Niemals darf man sie mit Gewalt trennen, denn dabei kann der Penisknochen brechen. Das kann auch die Hündin verletzen.

Nach acht Tagen beginnt das Wunder

Nach dem Deckakt bahnen sich die Spermien ihren Weg zu den Eizellen und es findet die Befruchtung statt. Etwa acht Tage später entwickelt sich ein Embryo, der fortan wächst. In der zweiten Trächtigkeitswoche bringt es der Embryo gerade mal auf rund 1 Millimeter Größe. In dieser Zeit stellen sich die Hormone um und es kommt zur Morgenübelkeit bei der werdenden Hundemutter. Ab dem 16. Tag der Trächtigkeit geht es für den Embryo rasant weiter: Die Organe bilden sich und es entwickeln sich der Kopf, die Körperstatur, die Wirbelsäule und das Nervensystem.

Der erste Herzschlag

Zwischen dem 19. und 28. Tag macht es sich der Embryo richtig gemütlich und nistet sich in die Gebärmutter ein. Die Plazenta entsteht und der erste Herzschlag pocht. Nun gibt der Nachwuchs in Sachen Entwicklung Gas, denn er braucht noch Magen, Rücken, Pfoten, Zähne, Augen, Nase, Ohren und einiges mehr.

Ein Outfit für den Hundezwerg

Nun wird es Zeit für die Extra-Ausstattung: Zwischen dem Tag 29 und dem Tag 34 bekommt jeder Hundezwerg Zehen, Krallen und Tasthaare. Man erkennt auch schon  das Geschlecht. Vom 35. bis 41. Tag sprießt das erste Fell und das Hundekind wächst auf 6 Zentimeter Größe heran. Immerhin ein Anfang…

Das Hecheln beginnt und die Mutter hat Hunger

Inzwischen kann man die Kleinen ertasten und es wird eng und auch recht  warm im Mutterleib. Deshalb beginnt nun bei den Kleinen ab dem 42. Tag das große Hecheln. Nun wird es Zeit, dass sich die Hundemutter schon mal mit der Wurfkiste anfreundet. Ihr Bauch wächst, das Gesäuge wird dicker und die Hündin hat richtig Hunger. Sie braucht nun spezielles Futter für trächtige Tiere, damit ihre Energie und Kraft reicht. Schließlich wächst in ihr der Nachwuchs munter weiter, denn jeder Welpe will zwischen dem 50. und 55. Tag mindestens 12 Zentimeter groß sein.

Welpen in Wartestellung

Alle Organe sind ab dem 56. bis 59. Tag vorhanden und eigentlich könnten die etwa 16 Zentimeter großen Welpen auf die Welt kommen. Aber es ist halt so gemütlich und warm in Mamas Bauch. Deshalb dauert es meist bis zum 63. Tag, aber dann erobern die Kleinen endlich die Welt. Bei einem kleinen Wurf kann die Trächtigkeit sogar 68 Tage dauern.

Anzeichen für die Geburt

Wird die Hundemutter unruhig, schwillt die Milchleiste an und fallen im Bereich des Gesäuges Haare aus, dann steht die Geburt kurz bevor. In ihrem Bauch herrscht nun ein dichtes Gedränge und die werdende Mutter muss öfter raus zum Pinkeln. Sie frisst immer nur kleine Häppchen. Außerdem sucht sie eine Höhle – im Idealfall ist es die Wurfkiste, die mit weichen Decken bequemer gemacht wurde.

Hallo Welpen!

Etwa einen Tag vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur der Hündin auf unter 37 Grad, sie frisst nicht mehr und die Wehen setzen ein. Die Hündin hechelt gegen den Schmerz an, sie scharrt, das Fruchtwasser geht ab und die Geburt beginnt. Ein Welpe nach dem anderen rutscht durch den Geburtskanal heraus und wird von der Mutter begrüßt: Sie zerbeißt die Fruchtblase und leckt jeden Neuankömmling mit der Zunge massierend ab. Der Geburtsprozess kann je nach Wurfgröße bis zu fünf Stunden dauern. Man sollte die Hündin abtasten, um sicher zu gehen, dass kein Welpe die Geburt verpennt hat. Sind alle Babys da, werden sie die Milchbar anzapfen und bald erschöpft schlafen. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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