Hilfe, mein Hund ist weg: Das kann man tun

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Es kann immer passieren – der Hund ist weg: Vom Grundstück ausgebüxt, beim Gassi gehen weggelaufen oder bei einem Schreckerlebnis durchgegangen. Auch Welpen können plötzlich verschwinden, weil sie alles interessanter finden als das zu Hause noch funktionierende Abrufkommando des Zweibeiners. Wenn der Hund verloren geht, kann man einiges tun, um den Liebling wieder zu bekommen.

Abruftraining an verschiedenen Orten

Das Abruftraining bei Welpen und Junghunden mag zu Hause klappen, aber bei Ablenkungen ist das eine ganz andere Sache. Dann heißt es plötzlich: Hilfe, mein Hund ist weg. Deshalb sollte man das Abrufen an der langen Schleppleine üben. Wichtig ist auch, dass an verschiedenen Orten geübt wird. So stellt man sicher, dass der Hund das Kommando nicht nur mit einem Ort verknüpft und anderswo die Ohren auf Durchzug stellt. Zweitens gibt es an verschiedenen Orten auch unterschiedliche Ablenkungsreize, wie etwa Passanten, andere Hunde, Straßenverkehr und vieles mehr. Erst, wenn das Abrufen an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Situationen einige Tage lang zuverlässig klappt, kann man es ganz ohne Leine üben.

Den Hund chippen lassen und registrieren

Dennoch: Es gehen immer wieder Hunde verloren – und zwar nicht nur Welpen und Junghunde in der Ausbildung. Deshalb ist die Vorsorge enorm wichtig: Der Vierbeiner sollte vom Tierarzt unbedingt einen Chip implantiert bekommen. Die Nummer wird im Heimtierausweis eingetragen und muss beim Haustierregister (z.B. Tasso) angemeldet werden. Achtung: Dies macht nicht der Tierarzt, sondern es muss vom Hundebesitzer gemacht werden! Ist das Tier dort registriert, kann der Besitzer herausgefunden werden, indem der Chip mit einem Lesegerät ausgelesen wird. Landet die Fellnase beispielsweise im Tierheim oder wird zu einem Tierarzt gebracht, dann wird nach der Chip-Nummer gesucht, beim Haustierregister nachgefragt und der Besitzer verständigt. Tipp: Bitte auch beim Register melden, wenn der Hund weg ist.

Adressanhänger und GPS Tracker sind hilfreich

Parallel zum implantierten Chip kann der Hund auch einen Adressanhänger am Halsband tragen. Verwenden Sie am besten eine Adresshülse, in der Sie einen Zettel mit dem Namen des Hundes und Ihren Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer) aufbewahren. So können Privatpersonen ohne Chip-Lesegerät bei Ihnen anrufen. Als Alternative für die Suche per Smartphone oder Browser kann ein GPS Tracker hilfreich sein, der den Standort des Hundes anzeigt. Übrigens: Auch die Steuermarke am Halsband kann den Hund zurück bringen, denn über die Steuernummer kann die Gemeinde den Besitzer ermitteln. Es schadet übrigens nicht, auch im Rathaus zu melden: Mein Hund ist weg.

Wichtige Ansprechpartner kontaktieren

Ist der Hund abhanden gekommen, dann verständigen Sie auch das örtlliche Tierheim und wenden Sie sich an die Polizei, damit die Beamten die Augen offen halten. Nicht vergessen: Herrenlose Hunde sind in Gefahr, wenn sie von einem Jäger entdeckt werden. Nicht jeder Jäger schießt auf Hunde, aber es gibt leider Jäger, die das tun. Deshalb sollten Sie auch den Jäger/Förster verständigen und ihn bitten, Ausschau zu halten.

Suche mit Flyer und auf Facebook

Verständigen Sie auch Anwohner, Läden, Gaststätten etc. vom Verschwinden der Fellnase, hängen Sie an frequentierten Orten und an Bäumen etc. Flyer mit dem Bild des Hundes aus: Nennen Sie auf dem Flyer Datum, Uhrzeit und Ort des Verschwindens, den Namen des Hundes und natürlich auch Ihre Kontaktdaten. Auch via Internet (z.B. Facebook) kann in Hundegruppen, Lokalgruppen etc. der Aufruf „Hilfe, mein Hund ist weg“ gestartet und um Hilfe bei der Suche gebeten werden.

Suchhunde und Freizeitvereine können helfen

Vielleicht haben Sie eine Suchhundestaffel in der Nähe und können dort um Hilfe bitten. Auch ein örtlicher Hundeverein ist bestimmt hilfsbereit. Als der Dackel meines Vaters einmal bei einem Gewitter im Wald verschwand und einfach nicht mehr zu finden war, konnte ein Reiterverein helfen: Die veranstalteten einen Such-Sternritt und hey: Sie fanden den kleinen Ausreißer und brachten ihn zurück. Das zeigt: Auch Freizeitvereine, die im Suchgebiet unterwegs sind, können eine echte Hilfe sein.

Hunde kehren oft an den letzten gemeinsamen Ort zurück

Im Auge behalten sollten Sie auch den Ort, an dem der Hund verschwunden ist. Hunde kehren oft zu diesem Ort zurück. Sie benutzen ihre Nase und laufen auf ihrer eigenen Spur dort hin, wo sie Herrchen oder Frauchen verlassen haben. Bleiben Sie deshalb vor Ort oder bitten Sie jemanden, dort zu warten. Sollte der Hund längere Zeit weg sein und das Warten so lange nicht möglich sein, dann legen Sie am Ort des Verschwindens ein Kleidungsstück hin, das nach Ihnen riecht. Sehen Sie so oft wie möglich nach, ob der Hund eventuell bei dem Kleidungsstück auf Sie wartet. Parallel dazu können Sie natürlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto auch selbst nach ihm suchen. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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