Duckt sich der Hund weg, hat er kein schlechtes Gewissen

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Da kommt man heim, ärgert sich lautstark über eine Pfütze und der Hund schleicht sich geduckt weg. Viele Menschen denken dann: Der Hund hat ein schlechtes Gewissen und macht sich aus dem Staub, weil er weiß, was er falsch gemacht hat. Aber so ist es nicht, denn der Hund kann die Schelte nicht seiner Tat zuordnen. Dafür liegt sie (auch nach ein paar Sekunden) zu lang zurück. Er hat kein schlechtes Gewissen.

Der schlaue Hund meidet Ärger

Warum schleicht sich der Hund aber so unterwürfig davon? Das ist reine Prophylaxe, denn der schimpfende Ton sagt ihm: Der Mensch ist schlecht drauf. Warum weiß er nicht und es ist ihm auch egal. Er will nur aus der Schusslinie kommen. Also schleicht er sich davon und dabei sieht er aus, als hätte er ein schlechtes Gewissen. Eigentlich ist das eine schlaue Entscheidung, die aber für Missverständnisse sorgt, wenn der Mensch glaubt, der Hund weiß, wofür er geschimpft wird und dass er deshalb sein Verhalten ändern wird. Umso größer ist die Überraschung bei der nächsten Pfütze.

Ignorieren ist besser als vergeblich schimpfen

Besser ist es, die Pfütze zu ignorieren und sie wegzuputzen, wenn der Hund nicht zusieht. Tut man dies im Beisein des Hundes, sagt er sich: Klasse, wenn ich eine Pfütze mache, habe ich die Aufmerksamkeit des Menschen. Zitronenduft macht die Pinkelstelle übrigens unattraktiv fürs nächste Mal. Bitte tunken Sie nicht erniedrigend die Hundenase in den Urin, zumal das gar nichts bringt.

Schelte und Freude liegen nah beieinander

Schimpfen Sie nur, wenn Sie den Hund auf frischer Tat ertappen. Dann weiß er, wofür er geschimpft wird und darf wirklich ein schlechtes Gewissen haben. Doch schimpfen allein reicht nicht. Zusätzlich zur Schelte wird er nach draußen gebracht, damit er lernt: Draußen ja, drinnen Nein. Freuen Sie sich bei jedem Pinkeln im Garten. Vielleicht wundert sich der Nachbar darüber, aber Sie haben dem Hund etwas Wichtiges gesagt: Hier und jetzt hast Du alles richtig gemacht. Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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