Dolce Vita statt Gartenarbeit ist aktiver Tierschutz

Copyright: Marion Friedl

Eicheln, Kastanien und Haselnüsse fallen ebenso von den Bäumen wie freche Früchtchen. Das Laub stapelt sich, im Beet welken Blumen vor sich hin, Hecken und Bäume müssten geschntten werden. Da gibt es nur ein Problem: Sie haben keine Lust auf diese Gartenarbeit. Kein Problem: Schichten Sie nur das Totholz (Foto) als Rückzugsort für Gartenbewohner auf, lehnen Sie sich dann zurück und lassen Sie alles liegen – Vögel, Insekten und Kleinsäuger werden es Ihnen danken. Und wenn jemand schimpft, wie es bei Ihnen im Garten aussieht? Nennen Sie es einfach naturnahes Gärtnern und aktiven Tierschutz.

Gärten sind Rückzugsorte und Winterquartiere

„Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungs-Möglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden“, sagt Gartenexpertin Marja Rottleb vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). „Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen.“ Einfacher kann Tierschutz doch wirklich nicht sein, oder?

Fallobst, Samen, welke Blüten: Der Herbst deckt den Tisch für die Tiere

Abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen, wie z.B. Sonnenblumen, muss man nicht abschneiden. Wenn sie stehen bleiben, sind sie im Winter eine Nahrungsquelle für Vögel. Warum jedes Stück Fallobst aufsammeln und jedes bisschen Wildobst an den Sträuchern abrupfen? Das ist doch mal wirklich ein leckeres Dessert für die gefiederten Freunde. Und es lockt auch Insekten an – und die stehen auch auf dem Speiseplan von z.B. Vögeln, Fledermäusen und Igeln.

Eicheln, Kastanien und Nüsse sind wichtige Vorräte

Gut, ich sehe es ein: Alle Eicheln, Kastanien und Nüsse kann man nicht im Garten herum liegen lassen. Aber man muss die Arbeit mit dem Rechen auch nicht übertreiben: Was liegen bleibt, wird beispielsweise von Eichhörnchen als Wintervorrat verbuddelt und später gefressen.

Im Laubhaufen lebt, wuselt und schnarcht es 

Wo überwintern eigentlich all die Spinnen und Käfer? Na, in dem Laubhaufen, den Sie nicht wegräumen. Das Laub wärmt und schützt vor Kälte. Aber auch Erdkröten und Igel fühlen sich im Laubhaufen wohl und halten dort ein Winternickerchen. Für Insektenfresser, wie den Igel, ist es natürlich praktisch, wenn er gleichzeitig in der Speisekammer bei den Insekten schläft. Übrigens: Igel freuen sich auch über ein Igelhaus. Wie man das selber bauen kann, erfahren Sie auf der Internetseite des NABU.

Auch Ignoranz kann Tierschutz sein

Wer den Insekten mehr Schutz bieten will, kann ihnen eine Nisthilfe anbieten. Aber auch ein wenig Ignoranz ist ganz hilfreich: Wer den hohlen Ast, das Loch im Boden und die Stängel an den Stauden ignoriert, der schafft damit ein Winterquartier für Solitärbienen. Auch das Mulchen der Beete ist willkommen bei Insekten, denn die Mulchschicht schützt nicht nur die Pflanzen vor Frost, sondern ist auch ein Winterquartier für Insekten.

Eine Totholzhecke hat viele Bewohner

Der Herbst ist meist eine windige bis stürmische Zeit. Da fällt so einiges an Ästen und Reisig herab. Das kann man zu einem Haufen aufschichten oder als Totholzhecke anlegen. In so einer Hecke finden Mäuse, Insekten und Co. Schutz und Vögel suchen dort im Winter nach einem lebendigen Leckerbissen auf sechs oder acht Beinen.

Nicht die Winterfütterung für Vögel, Eichhörnchen und Co. vergessen

Das ist doch wirklich eine ganze Menge an Gartenarbeit, die man sich ersparen kann. Diese Bequemlichkeit ist gleichzeitig eine gute Tat. Wie schön fürs grüne Gewissen und für die Tiere, denen im Winter wirklich geholfen ist. Und wer noch mehr tun will, der kann die Vögel füttern – und ich wette mit Ihnen, dass das Futter nicht nur von den gefiederten Freunden gefressen wird, sondern auch so manche Maus zugreifen wird. Auch für die Eichhörnchen gibt es übrigens Futterstationen. Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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