Diffiziles Problem: Das Katzenklo

mf-katzenratDas Katzenklo ist eine diffizile Angelegenheit, denn Katzen sind anspruchsvoll und eigen. Die einen wollen eine Katzentoilette mit Dach, die anderen lieben ihr Cabrio-Klo. Vorlieben gibt es auch beim Streu: Die einen mögen’s hart, die andern weich. Geruchs-Deos werden abgelehnt. Das eine Katzenpärchen teilt sich eine Toilette, das andere Pärchen will nur getrennt aufs Klo gehen. Das eine Tier stört sich am unruhigen Standort im Flur, dem anderen Tier ist es egal. Es gibt viele Pingeligkeiten bei Katzen. Doch wer die Pingeligkeiten nicht beachtet, riskiert Stubenunreinheit. Hier ein paar Grundregeln rund ums Katzenklo:

  • Ruhiger, ungestörter und unbeobachteter Standort
  • Das Katzenklo muss jederzeit zugänglich sein (Tür offen lassen!)
  • Faustregel bei mehreren Katzen: 1 Klo mehr als Tiere im Haushalt wohnen
  • Mindestens 2 bis 3 mal wöchentlich das Klo leeren und reinigen
  • Kein Duft-Spray verwenden
  • Zitrusduft (z.B. im Putzmittel, als Raumduft o.ä.) ist tabu, denn Katzen mögen den sauren Geruch nicht und könnten deshalb das Klo meiden
  • Finden Sie die bevorzugte Streusorte und behalten Sie diese bei
  • Mindestens 2 bis 3 cm Streu im Klo, damit Kot verscharrt werden kann
  • Der Einstieg ins Klo muss bequem zu bewältigen sein
  • Das Katzenklo gibt es in allen erdenklichen Varianten und sollte so groß sein, dass sich die Katze umdrehen kann
  • Möglichst keine Handtücher über oder neben der Toilette aufhängen, denn manche Katzen ängstigen sich vor herunterhängenden Tuchzipfeln

Alles beherzigt und immer noch stubenunrein?

Sie haben die oben genannten Tipps beherzigt und dennoch ist die Katze unsauber? Dann liegt es vielleicht nicht am Klo, sondern Ihrer Katze passt etwas anderes nicht:

  • Alle Zimmertüren geöffnet lassen, damit die Katze jederzeit überall hin kann
  • Die Katze nicht verhätscheln/vermenschlichen: Das ist Stress und Katzen protestieren dagegen pinkelnd und kotend
  • Gummierte Teppich-Rückseiten animieren einige Katzen zum Urinieren
  • Keine ammoniakhaltigen Putzmittel (Ammoniak riecht für Katzen wie Urin und animiert zum Harnen)
  • Fressplatz ruhig und immer zugänglich halten, um Protestpinkeln zu vermeiden
  • Futter und Wasser müssen immer frisch sein
  • Keine Zugluft, keine Nässe (außer beim freiwilligen Freigang): Zugluft und Nässe fördern Erkrankungen, wie z.B. Blasen- und Nierenerkrankungen – die Folge sind Harntröpfeln, vermehrter Harndrang etc.
  • Genug Beschäftigung, Abwechslung, Spielzeug, Zuwendung (auch gegen Langeweile und Vernachlässigung wird mit Stubenunreinheit protestiert)
  • Ruhe- und Schlafphasen der Katze sowie Spielabbruch oder Abwehr von Streicheleinheiten akzeptieren, um Protestverhalten zu vermeiden
  • Krankheiten ausschließen (Tierarztbesuch + ein mal pro Jahr Check up)
  • Immer Katzengras anbieten (zur Reinigung des Magens)
  • Artgerechte/gesunde Ernährung (nur Katzenfutter, keine Häppchen vom Menschentisch) und bevorzugte Futtersorte beibehalten
  • Veränderungen beseitigen (protestiert wird z.B. gegen neues/verstelltes Mobiliar, verwehrter Freigang, geänderten Tagesablauf, zu langes Alleinsein, familiäre Veränderungen, unregelmäßige Futterzeiten, neuen Katzenkumpel etc.)
  • Katzenklappe beobachten, denn evtl. wird gegen fremden Katzenbesuch protestiert

Werden Sie zum Detektiv!

Das ist eine Menge Ermittlungsarbeit und Sie müssen wie ein Detektiv vorgehen. Alle möglichen Gründe für Stubenunreinheit aufzuzählen, ist kaum zu schaffen, denn es können noch viele Dinge in Betracht kommen: Alter, Trauer, Angst, Aggression, Markierverhalten, das neue Parfüm von Frauchen – die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Stellen Sie alles auf den Prüfstand und finden Sie die Ursache, um die Stubenunreinheit in den Griff zu kriegen. Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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