Das sind tödliche Medikamente für Hund und Katze

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Medikamente, die für den Menschen bestimmt sind, können tödliche Medikamente für Hund und Katze sein. Was der Zweibeiner gut verträgt, kann für die Vierbeiner sogar tödlich sein. Beispiel: Nur eine Paracetamol-Schmerztablette kann für eine Katze bereits den Tod bedeuten. Deshalb: Keine Selbstbehandlung und Medikamente immer unzugänglich aufbewahren. Sollte dennoch eine Medikamenten-Vergiftung auftreten: Sofort zum Tierarzt, denn es besteht immer Lebensgefahr!

Tod durch falsche Erste Hilfe

Leider gelangen gar nicht so selten tödliche Medikamente da hin, wo sie absolut nicht hingehören: In den Hund und in die Katze. Verständlich, wenn Menschen ihrem Tier spontan mit einem Schmerzmittel helfen wollen, wenn es sich verletzt hat oder eine schmerzhafte Erkrankung hat. Doch diese gut gemeinte Erste Hilfe kann den Tod bedeuten, wenn beispielsweise Leber, Nieren und Herz versagen.

Fataler Medikamenten-Diebstahl

Aber auch das kann vorkommen: Der Mensch lässt eine Medikamentenschachtel liegen und der Vierbeiner schnappt sich die Packung und verschluckt tödliche Medikamente. Mal ehrlich: Wo liegt die Antibaby-Pille? Auf dem Nachttisch. Bitte wegräumen, denn das kann ganz böse ins Auge gehen bei Hund und Katze.

Blick auf tödliche Medikamente und Symptome

Die Liste ist lang, wenn es um tödliche Medikamente für Hund und Katze geht. Eigentlich könnte man pauschal sagen: Alle Medikamente, die der Mensch einnimmt, sollten niemals dem Haustier verabreicht werden. Doch vielleicht hilft ein Blick auf einige häufige Medikamentenvergiftungen, um klar zu machen, welche Gefahr der Fellnase tatsächlich droht.

Übrigens: Erste Symptome können bereits einige Minuten nach der Einnahme oder auch erst ein bis sechs Stunden später auftreten. Und: Bei diesen Symptomen bleibt es nicht, denn sie verschlimmern sich und führen häufig zu Organversagen und damit zum Tod. Deshalb sollten Sie nicht erst auf Symptome warten, sondern sofort in die Tierklinik bzw. zum Tierarzt fahren, damit eine Entgiftung eingeleitet werden kann.

Schmerzmittel und Entzündungshemmer mit Lebensgefahr:

  • Aspirin: Giftig ist vor allem der Wirkstoff Salicylat. Als erste Symptome zeigen sich unter anderem Erbrechen (teilsweise blutig), Krämpfe, Fressunlust und Depressionen.
  • Ibuprofen: Der giftige Wirkstoff Ibuprofen kann zu ersten Symptomen, wie Erbrechen, vermehrtes Harnen, starker Durst und Bewusstseinstrübung führen.
  • Paracetamol: Der gleichnamige Wirkstoff kann zahlreiche erste Symptome hervorrufen: Atemnot, Untertemperatur, Apathie, Erbrechen, starkes Speicheln, unsicherer Gang, Gelbfärbungen an Haut und Schleimhäuten, später können sich Schleimhäute blau verfärben, Magenbluten, Durchfall, Juckreiz, Schwellungen an Kopf und Pfoten.
  • Diclofenac: Medikamente mit dem Wirkstoff Diclofenac führen zu ersten Symptomen, wie Blutungen, erbrechen, Durchfall und Schock.
  • Naproxen: Mittel, die Naproxen enthalten, können von Tierarzt richtig dosiert bei einer Therapie eingesetzt werden, aber könne n falsch dosiert ebenfalls giftig sein. Erste Anzeichen sind z.B. Erbrechen, Durchfall, Magen-/Darmprobleme, neurologische Ausfälle.

Hochgefährliche Schlafmittel:

Ob verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich – auch Schlafmittel sind giftig für Hund und Katze. Erste Alarmzeichen sind schneller und flacher Puls, flache Atmung, bläuliche Schleimhäute, Atem-/Herzstillstand, Bewusstlosigkeit, Tiefschlaf, Koma, kein Erbrechen und kein Durchfall.

Brisante Beruhigungsmittel/Antidepressiva:

Werden Beruhigungsmittel oder Antidepressiva verschluckt, dann schlagen z.B. die Wirkstoffe Diazepam, Oxazepam, Zolpidem und Phenobarbital böse zu. Bemerkbar macht sich dies als erstes durch Schläfrigkeit, Koordinations- und Bewegungsproblem, Lähmungserscheinungen, Taumeln, Tiefschlaf, Koma, Depression, Atem-/Herzstillstand.

Schädliche Antibabypille:

Meist liegt die Antibabypille griffbereit im Schlafzimmer oder Bad herum. Ein fataler Fehler, denn gelangt das Verhütungsmittel ins Tier, dann können sowohl die Hormone aber vor allem auch der hohe Eisengehalt gefährlich werden. Als  Symptome treten Durchfall, Erbrechen, Kreislaufkollaps, Leberversagen, Schädigungen in Magen und Darm sowie Darmverschluss auf.

Achtung bei ADHS-Medikamenten:

Eines der bekanntesten ADHS-Mittel ist beispielsweise Ritalin. Bei Tieren kann die Einnahme unter anderem erste Beschwerden, wie Herzprobleme, Krämpfe, Zittern und erhöhte Temperatur, hervorrufen.

Weitere lebensgefährliche Medikamente bzw. Wirkstoffe sind:

  • Betablocker (Herzmittel)
  • Schilddrüsenpräparate
  • Antiallergika
  • Coffein
  • Tein
  • Eisenhaltige Mineralstoffpräparate
  • Vitaminpräparate mit Vitamin D3
  • Antibiotika (nur vom Tierarzt verschreiben/dosieren lassen)

Vorsicht bei der Parasiten-Prophylaxe

Augen auf, heißt es auch bei der Parasiten-Prophylaxe. Nicht jedes Ungezieferhalsband, Spot On und Spray eignet sich für Hund und Katze gleichermaßen. So sind die Wirkstoffe Amitraz und Permethrin zwar für Hunde geeignet, aber für Katzen toxisch. Auf Vergiftungen mit Amitraz deuten bei der Katze z.B. Benommenheit, weite Pupillen, langsamer Herzschlag, Schwäche hin. Bei einer Vergiftung mit Permethrin treten zunächst Krämpfe und starkes Speicheln auf.

Übrigens: Nicht nur Medikamente sind giftig für Hund, Katze und Co. – darüber habe ich bereits berichtet. Auch Lebensmittel, Putzmittel, Pflanzen und Gartensubstanzen können lebensgefährlich sein. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

2 comments Categories: Hunde, Katzen Schlagwörter:

2 thoughts on “Das sind tödliche Medikamente für Hund und Katze

    1. Hallo Claudia, zu viel Magnesium begünstigt die Harnsteinbildung. Ob und was bei einer einmaligen Einnahme von Magnesium passieren kann, sollten Sie bitte den Tierazt fragen. Am besten gleich mal anrufen und fragen, ob es gefährlich ist und auf welche Symptome Sie achten sollen.

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