Daran erkennen Sie den Boss im Hunderudel

bossSchön, wenn Sie nicht nur einen Hund haben, sondern gleich mehrere Hunde ein Zuhause bei Ihnen gefunden haben. Doch es schadet nie, wenn man weiß, wer der Boss im Hunderudel ist. So fällt es leichter, Situationen einzuschätzen und auch mal Zoff zu schlichten.

Beobachten Sie sich schlau: Der Boss geht voran

Es ist gar nicht so schwierig, den Boss im Hunderudel zu entdecken: Öffnen Sie die Haustür oder die Tür zum Garten und beobachten Sie, wer als erstes durch die Tür geht. Der Erste ist nämlich der Chef. Ein weiteres Zeichen für die Chefrolle: Der Boss trägt die Rute am höchsten. Und wenn Sie schon beim Beobachten sind: Wer als erstes fressen darf, wer andere häufig maßregelt und sie knurrend auf einen untergeordneten Platz verweist, der hat das Sagen. Beim Spaziergang übernimmt der Chef die Kontrolle und läuft meist voraus.

So ist die Chefposition im Rudel geregelt

Handelt es sich um ein Rudel mit einem Rüden und mehreren Hündinnen, dann ist es eigentlich immer der Rüde, der das Kommando hat. Sind mehrere Rüden in einem gemischten Rudel, dann ist es meist der älteste und stärkste Rüde. Die Kombination alt und stark sagt aber auch: Es muss nicht immer der älteste Rüde sein, denn wenn der gesundheitlich angeschlagen oder kräftemäßig ohnehin unterlegen ist, dann übernimmt ein Jüngerer das Ruder. Auch bei mehreren Rüden und mehreren Hündinnen in einem Rudel regiert meist der fitteste Rüde. Wenn im Rudel alle Mitglieder weiblich sind, verhält es sich ähnlich wie bei einem Rüden-Rudel: Dann sagt die älteste bzw. fitteste Hundedame, wo es lang geht.

Bei Zoff ist es gut zu wissen, wer der Boss im Hunderudel ist

Es ist gut zu wissen, wer das ranghöchste Tier ist. So können Sie gezielt beobachten, ob der Inhaber des Regentenzepters einen Streit anzettelt und wenn es gefährlich wird, können Sie ebenso gezielt eingreifen. Rügen sollten Sie nämlich nur den Hund, der den Zoff begonnen hat und nicht die anderen Hunde, die eignetlich nur die schlechte Laune des streitlustigen Artgenossen ausbaden müssen. Greifen Sie aber nicht zu früh ein, denn die Rangordung in einem Rudel wird regelmäßig auf den Prüfstand gestellt – eben um herauszufinden, ob der Machtinhaber noch fit genug für seinen Job ist oder ob es Zeit für einen Nachfolger wird. Je eher die Hunde das unter sich geregelt haben, umso eher herrscht auch wieder traute Gemeinsamkeit im Rudel. Ein Eingreifen des Menschen verhindert aber die neue Festlegung der Rangordnung und so geht der Zoff bei nächster Gelegenheit wieder los.

Der Mensch sollte die Rangordnung berücksichtigen

Berücksichtigen Sie auch die Rangordnung bei der Fütterung, denn der Rudel-Anführer darf als erstes fressen. Wenn Sie aber einem rangniederen Tier den Napf zuerst vorsetzen, könnte das ein pingeliger Leithund übel nehmen. Gleiches gilt, wenn Sie eine Runde Leckerlis springen lassen. In gewisser Weise gehören auch die Menschen zum Rudel, aber sie werden eher als liebgewonnener Besitz betrachtet. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass ein Eifersuchtsstreit aufkommen kann, wenn ein Tier bevorzugt behandelt wird. Deshalb: Ob Leckerli oder Streicheleinheit – keiner kriegt eine Extrawust. Und nachts? Da sollte möglichst jeder Hund seinen eigenen Schlafplatz haben und Ihr Bett ist tabu, denn Sie wollen ja nicht mit allen Hunden in einem Bett schafen, oder? Das könnte eng werden. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

1 comment Categories: Hunde Schlagwörter:

One thought on “Daran erkennen Sie den Boss im Hunderudel

  1. Toller Beitrag! Vielen Dank! Ich schlafe mit 2 Hunden (25kg und 50kg) in einem Bett. 🙂 funktioniert einwandfrei! Das Bett sollte allerdings groß genug sein und auch die Möglichkeit, sich einen anderen Schlafplatz zu suchen sollte gegeben sein!
    LG

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