Buschbrände: Australiens Tiere brauchen noch lange Hilfe

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Die Bilder vom brennenden Australien sind um die Welt gegangen und dazu gehörten auch die grausamen Bilder von im Feuer umgekommenen Kängurus, umherirrenden Wombats und erschöpften Koalas mit schlimmen Verbrennungen. Über eine Milliarde Tiere sind bei den Buschbränden ums Leben gekommen und viele sind auf Hilfe angewiesen.

Das Feuer brachte Tod und Zerstörung

So schrecklich die Bilder auch sind – es geht bei der Hilfe nicht nur um die Tierrettung und die ärztliche Versorgung der verletzten Wildtiere. Es geht auch um deren Zukunft, denn ihr Lebensraum wurde mitsamt Nahrungsressourcen ebenfalls ein Raub der Flammen.

Der Koala steht vor dem Nichts

Beispiel Koala: Er ist nicht nur Vegetarier, sondern er ist  abhängig von Eukalyptusblätter als Hauptnahrungsmittel und er lebt in den Bäumen. Wo soll er hin, wenn seine Eukalyptusbäume nicht mehr da sind und wie soll er ohne sie überleben? Klar, es hat nicht überall gebrannt und man kann gerettete und gesund gepflegte Tiere in nicht betroffenen Gebieten wieder auswildern. Doch eines Tages sollen sie doch auch wieder da zu Hause sein, wo sie vor den Buschbränden gelebt haben. Da hilft nur langfristige Aufforstung, damit später eine Wiederansiedlung möglich ist. Fehlen werden in der Populationsdichte die Tiere, die in den Bränden gestorben sind. Nachzuchten sind gerade bei den Koalas in Gefangenschaft schwierig.

Heimatlose und verwaiste Kängurus

Mit viel Liebe, Zeitaufwand und Kraft engagieren sich die Menschen vor Ort für die Tiere Australiens. Auch Kängurus stehen vor einer zerstörten Heimat und vernichteten Nahrungsressourcen. Nicht selten wurden Jungtiere gerettet, deren Mütter in den Flammen gestorben sind. Die Känguru-Kinder müssen nun von Hand aufgezogen werden und sie müssen mit Stoffbeuteln als Ersatz für den Beutel der Mutter klar kommen.

Viele Tiere finden keinen Schutz vor Fressfeinden

Säugetiere, wie etwa Wombats und Rehe, Amphibien, Beuteltiere (z.B. Beutelmarder, Gleithörnchenbeutler, Beutelmäuse), Insekten, Fische und Vögel (u.a. Kakadus) – die Welt der australischen Tiere ist aus den Fugen und wird sich wohl so schnell nicht wieder erholen. Die Buschbrände haben nicht nur Lebensräume und Nahrung vernichtet, sondern auch verstecke zerstört. Wer das Feuer überlebt hat, ist nun in Gefahr, wenn er sich nicht vor Fressfeinden, wie etwa Füchse und Katzen,  verstecken kann.

Spendenbereitschaft und Engagement vor Ort ist groß

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Vor Ort ist der Einsatz für die Wildtiere und die Natur groß. Und ebenso groß ist die Spendenbereitschaft in und außerhalb von Australien. Ich habe im Internet einige Hilfsprojekte aufgestöbert, die den Tieren helfen.

Hier können Sie spenden und helfen:

  • Der WWF wollte eine Million Euro für die Rettung der Koalas sammeln – inzwischen ist diese Summe übertroffen worden und man arbeitet an der 1,5 Millionen-Marke. Mit den Spendengeldern sollen verletzte Koalas behandelt, Bäume gepflanzt und der Druck auf die Regierung erhöht werden, damit Bäume nicht gefällt werden.
  • Der IFAW bietet in New South Wales eine Wildlife-Rescue-App an, mit der die Tierrettung gerufen werden kann. Außerdem werden mit den Spenden Tierärzte für die Versorgung von Brandopfern geschult.
  • Prowildlife sammelt Geld für Wasser, Futter und private Pflegestellen, damit verletzten Wildtieren geholfen werden kann.
  • Die AGA-Artenschutz benötigt Geld, um ehrenamtliche Wildtierpfleger bei ihrer Rettungsarbeit zu unterstützen sowie Verbände, Salben, Medikamente zu finanzieren. Ziel ist die Auswilderung gesunder Tiere. Außerdem beteiligt sich die AGA an Pflanzaktionen.
  • Die Schweizer Koalahilfe vermittelt zusammen mit dem Koala Hospital in Port Macquarie Kola-Patenschaften und sammelt zudem Spenden.
  • Der Wegweiser Freiwilligenarbeit ist Anlaufstelle für Menschen, die nach den Buschbränden in Australien z.B. bei Wiederaufforstung, Tierhilfsprojekten und in Auffangstationen mit anpacken wollen. Text: Marion Friedl / Foto: Pixabay Holger Detje

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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