Ausgetrickst: Medikamente geben leichter gemacht

Copyright: Marion Friedl

Wer kennt das nicht? Minka oder Bello sollen ihre Medizin nehmen, aber sie weigern sich standhaft. Mit diesen 14 Tricks können Sie sich das Medikamente geben erleichtern.

Mit Leberwurst, Banane oder Käse rutscht es besser

Der bekannteste Trick beim Medikamente geben ist der Leberwurst-Trick: Pille in die Masse einpacken, dem Tier geben und schlucken lassen. Bei Hunden geht dies leichter als bei Katzen, denn Hunde schlingen meist so gierig ein ersehntes Häppchen, dass sie glatt die Füllung ignorieren. Alternativ zur Leberwurst funktioniert der Trick auch mit der weichen Banane oder mit Käse – aber bitte nicht, wenn das Tier an Verstopfung oder Durchfall leidet.

Pillen in der Leckerli-Tasche verstecken

Sie können auch weiche Leckerli-Taschen als kleine Häppchen kaufen, in denen Sie die Tablette verstecken. Medikamente geben wird so erleichtert, denn die Häppchen (Easypill, Pill Pockets) riechen verführerisch und so wird aus der unangenehmen Medizin ein Leckerchen.

Den Patienten mit Futtergeruch austricksen

Hunde und vor allem Katzen riechen den Trick womöglich, wenn sie die Tablette einfach ins Trockenfutter mischen. Der Trick ist nicht falsch, aber er kann noch verbessert werden. Geben Sie die Tablette nicht einfach in den Futternapf, sondern legen Sie die Tablette schon am Tag vorher ins Trockenfutter. Beides sollten Sie in einer geschlossenen Dose aufbewahren, damit sich der Futterduft nicht verflüchtigt und so intensiv wie möglich ist. So nimmt die bittere Pille den Geruch des Futters an und damit steigen die Chancen, dass Hunde und Katzen nicht herum mäkeln.

Das Medikament weit hinten auf die Zunge legen

Wenn Sie Tabletten pur eingeben, dann öffnen Sie das Maul Ihres Vierbeiners mit der einen Hand und mit der anderen Hand legen Sie das Medikament so weit wie möglich hinten auf die Zunge, damit es beim Schluckreflex in das Tier befördert wird.

Der Tablettengeber ersetzt die Finger

Klappt es mit der Hand nicht, dann kann ein Hilfsmittel punkten: Der Tablettengeber. Diese Eingabehilfe hat einen langen Stab mit Greifzange für die Tablette: Die Tablette darin einklemmen, den Stab bis zum Rachen einführen und dann hinten auf den Tablettengeber drücken, damit er vorne die Tablette in den Rachen purzeln lässt.

Tabletten auflösen und einflößen

Manchmal klappen beim  Medikamente geben die verschiedensten Tricks nicht. Also muss man sich für Hund und Katze wieder etwas Neues einfallen lassen. Tabletten können in Wasser aufgelöst werden. Wie praktisch ist das denn! Zerkleinern, auflösen und los geht es: In flüssiger Form kann das Medikament mit einer Einwegspritze eingeflößt werden.

Beim Schluckreflex streichelnd nachhelfen

Auch Hund und Katze tricksen gerne: Die Tablette ist im Maul, aber der Vierbeiner schluckt nicht, sondern wartet auf einen günstigen Moment, um die Pille wieder auszuspucken. Helfen Sie deshalb beim Schluckreflex nach: Das ist sehr einfach, denn Sie müssen nur über den Hals streichen. Strecken Sie dabei den Kopf ein wenig nach oben.

Alkohol in Tropfen löst Verweigerung aus

Nicht immer ist es eine Tablette, sondern es müssen Tropfen verabreicht werden. Achten Sie darauf, dass Tropfen keinen Alkohol für die Haltbarkeit enthalten. Der Geruch lässt Tiere zurückweichen und die Einnahme verweigern. Außerdem könnten sie geraume Zeit nach der Einnahme z.B. miesepetrig und gereizt reagieren, weil sie den Alkohol nicht vertragen. Durch die unangenehme Erfahrung mit dem Alkohol setzt auch das Meideverhalten ein, mit dem die Verabreichung von Tropfen mit Alkohol in Zukunft noch schwieriger wird.

Augentropfen von hinten einträufeln

Das Medikamente geben beschränkt sich nicht nur auf die orale Eingabe. Wer Augentropfen verabreichen muss, sollte sich hinter das Tier stellen und die Tropfen schräg von oben in das Auge fallen lassen. So sieht die Fellnase nicht, was Sie vorhaben. Der Kopf von Hund oder Katze wird für die Eingabe ein wenig anheben, aber nicht zu weit nach hinten strecken, denn das Tier soll ja die Tropfenflasche nicht sehen.

Gute Kombi: Ohrentropfen plus Massage

Sollen die Tropfen ins Ohr hinein, kann Teamarbeit helfen: Ihr Assistent hält das Ohr auf und massiert mit den Fingern sanft das Ohr, während Sie das Medikament in die Ohrmuschel träufeln. Halten Sie dabei ein wenig Distanz zum Ohr ein und stellen Sie sich hinter das Tier, damit es nicht sieht, was gleich passiert.

Gleichzeitig bürsten und salben

Auch beim Salben kann Teamarbeit hilfreich sein: Der Assistent hält das Tier, streichelt es und Sie salben. Alternativ dazu können Sie das Tier auch mit einem angenehmen Trick ablenken: Greifen Sie oder Ihr Helfer zu einer weichen Bürste und verwöhnen Sie den Liebling mit sanften, weichen Bürstenstrichen. Parallel zu diesem Wellness-Vergnügen kann der andere Team-Partner die Salbe auftragen. Gebürstet werden sollte in der Region, wo die Salbe aufgetragen wird – natürlich mit Abstand zur Wunde.

Ein Handtuch bändigt Kratzbrüsten

Zusatz-Tipp für Kratzbrüsten: Wenn sich die Katze mit Krallen und Zähnen gegen die Medikamentengabe wehrt, dann brauchen Sie einen Helfer und ein Handtuch. Mieze wird in das Tuch eingepackt und vom Helfer gehalten, während Sie die Medizin  verabreichen.

Ein „falscher“ Verband lenkt vom Pfotenknabbern ab

Kennen Sie das? Der Hund oder die Katze knabbert immer an einer Pfote und Sie wollen das verhindern. Folgender Trick kann manchmal helfen: Legen Sie an der Pfote einen Verband an, die nicht beknabbert wird. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf den Verband, weil er stört und irritiert. Dann wird die ursprüngliche Pfote nicht mehr benagt, sondern der Verband.

Vorne Leckerlis, hinten Fieber messen

Manchmal geht es nicht ums Medikamente geben, sondern man muss einfach mal Fieber messen. Auch da gibt es einen Trick, den Sie mit Geschick allein oder bequemer zu zweit praktizieren können: Vorne gibt es Leckerlis und hinten wird das Thermometer eingeführt. Die Leckerlis müssen so lange gegeben werden, bis die Temperatur angezeigt wird. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

No comments yet Categories: Hunde, Katzen Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*