Auch Katzen können Gassi gehen

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„Komm – Gassi gehen!“ Nicht immer ist mit dieser Aufforderung ein Hund gemeint. Auch Katzen können Gassi gehen. Doch tun sie das wirklich gern und wie klappt das mit der Leine?

Auslauf an der Leine ist nicht der Hit

Vermutlich ist es bei Katzen nicht der Hit, wenn sie an der Leine Gassi gehen sollen. Miezen sind eigenständig und lieben die Freiheit. Aber: Eine Runde an der Leine ist  besser als nichts und manche Katzen freunden sich gut mit dem Gassi gehen an. Nötig ist aber immer Geduld, bis sich die Fellnase an die Leine gewöhnt.

Sicher mit Geschirr und Leine

Störend kann ein Zug an der Leine sein, vor allem, wenn die Katze ein Halsband trägt. Das wird beim Zug enger und schmälert das Freiheitsgefühl. Besser ist ein Geschirr, damit der Druck gleichmäßig auf den Körper verteilt wird. Leine und Geschirr sollten weich sein, damit nichts einengt, drückt oder scheuert. Die Passform sollte so gut sein, dass der Stubentiger nicht heraus schlüpfen kann.

Training mit guter Erfahrung

Das Training startet am besten in der Wohnung. Zu allererst muss sich die Katze an das Geschirr gewöhnen. Das fällt leichter, wenn es immer bei schönen Erlebnissen (z.B. beim Spielen) angelegt und danach wieder abgenommen wird. So verbindet die Katze das Geschirr mit einer guten Erfahrung. Zwang ist tabu. Stattdessen kann man die Katze mit einem Leckerli locken und wenn sie den Kopf durch die Öffnung von Halsband oder Geschirr steckt, gibt es das Leckerli. Auch nach dem Schließen des  Geschirr gibt es ein Häppchen.

Verlockende Leckerlispur

Hat die Katze das Geschirr akzeptiert, wird in der Wohnung die Leine angelegt. Für ein angenehmes Erlebnis kann der Vierbeiner an einer Leckerlispur entlang geführt werden. Die Katze darf die Leckerli auch fressen und wird so zum Vorwärtsgehen motiviert. Anfangs empfiehlt sich eine leichte, schmale Nylon-Leine. Später kann eine Flexi-Leine für kleine Hunde den Bewegungsradius vergrößern. Aber: Ruckartige, heftige Stopps und die dazugehörigen Geräusche können die Katze erschrecken und sie macht nicht mehr mit.

Genug Zeit für die Schnupper-Tour

Wenn es Indoor gut klappt, darf die Katze raus an die frische Luft. Man sollte es gemütlich angehen, denn sie wird viel beobachten, schnuppern, markieren und entdecken. Auch unterwegs sollten Leckerlis als Anreiz und Belohnung dabei sein.

Mit Spaß Gassi gehen

Die Katze sollte beim Gassi gehen immer Freude und Spaß haben, neugierig sein und gerne laufen. Die Tour endet, wenn die Samtpfote nicht mehr mag oder sich sträubt. Übrigens: Nach dem Spaziergang Geschirr, Leine und gegebenenfalls auch das Halsband abnehmen, damit die Katze nirgendwo hängen bleibt. Text: Marion Friedl / Foto: Gerald Förtsch

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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