Wie alt ist die Katze und was bremst das Altern?

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Ach herrje, wie alt ist die Katze nun wirklich? Wussten Sie, dass ein Katzenbaby mit 3 Lebensmonaten eigentlich schon 1 Jahr alt ist, wenn man es in Menschenjahre umrechnet? Und jetzt raten Sie mal, wie alt diese Katze ist, wenn sie ersten Geburtstag feiert: Nicht 4 Jahre, sondern schon 15 Menschenjahre. Irre, was?

Kitten geben richtig Gas

Im ersten Lebensjahr geben die Kitten besonders viel Gas in ihrer Entwicklung und legen dabei tüchtig an Lebensjahren zu. Danach geht es gemächlicher voran: Im zweiten Lebensjahr kommen „nur“ 9 Menschenjahre dazu und ab dem dritten Lebensjahr sind es jährlich bloß noch 4 Menschenjahre. Noch weniger Jahre werden es ab dem 16. Lebensjahr: Da müssen dann jährlich 3 Menschenjahre dazugezählt werden, um die Frage „Wie alt ist die Katze?“ richtig zu beantworten.

Da kommen viele Menschenjahre zusammen

Diese Jahresberechnung bedeutet, dass eine 5jährige Katze 36 Menschenjahre auf dem Buckel hat, eine 10jährige Mieze bringt es auf 56 Menschenjahre und beim 15jährigen Stubentiger sind es 76 Menschenjahre. Ist die Samtpfote gar 20 Jahre alt, dann sind das 92 Menschenjahre. Echte Methusalems sind Fellnasen mit 25 Jahren bzw. 107 Menschenjahren oder mit 30 Jahren bzw. 122 Menschenjahren.

Lebenserwartung: 34 Jahre sind der Weltrekord

Allerdings dürften Katzen mit über 20 Jahren rekordverdächtig alt sein, aber es soll eine Katze geben, die es auf 34 Katzenjahre gebracht hat und damit als älteste Katze der Welt gilt. Im allgemeinen aber beträgt die Lebenserwartung einer Hauskatze durchschnittlich rund 15 Jahre, wenn sie behütet in der Wohnung lebt.

Freigänger gehen größere Risiken ein (z.B. Straßenverkehr, Jäger) und fangen sich durch den Kontakt zu womöglich erkrankten Katzen auch mal eine Krankheit ein. Deshalb wird für die Lebenserwartung von Freigängern ein Durchschnittsalter von nur 8 Jahren angesetzt.

Aber keine Panik: Ob Wohnungskatze oder Freigänger – Ausnahmen gibt es immer und es ist nicht ausgeschlossen, dass Ihr Liebling diese Durchschnittswerte toppt.

Übergewicht kostet Lebenszeit

„Wie alt ist die Katze? Ach schon 8 Jahre, dann ist sie ja schon ein Senior und darf etwas pummelig sein.“ Hallo? Was ist das denn für eine Feststellung? Mit 8 Jahren ist Mieze gerade mal 48 Menschenjahre alt und selbst wenn Seniorenfutter für Katzen ab 8 Jahren verkauft wird, ist man mit 48 doch noch gut drauf, oder? Und in dem Alter kann man schon noch was für die Figur tun.

Damit Ihre Fellnase möglichst alt wird, sollten Sie aufs Gewicht von Minka achten, denn überflüssige Pfunde kosten Fitness, machen krank und rauben Lebenszeit. Die Rippen sollte man nicht sehen, aber man sollte sie fühlen können. Ein für alle gültiges Gewicht kann man nicht nennen, denn Katzen sind unterschiedlich groß. Dennoch: Das Idealgewicht liegt je nach Größe bei etwa 3,5 bis 4,5 Kilogramm. Aber es gibt auch Ausnahmen: Sehr große, kräftige Katzen (z.B. Maine Coone) können 6 und mehr Kilos auf die Waage bringen. Tipp: Den Tierarzt nach dem Idealgewicht fragen und die Katze regelmäßig wiegen.

Futtern und trotzdem abnehmen

Hat die Katze zu viel auf den Rippen, sollte sie – der Gesundheit und der Lebenserwartung zuliebe – abspecken. Aber Achtung: Keine Nulldiät und keine einzelne Mahlzeit einfach weglassen. Katzen müssen fortlaufend futtern, damit der Stoffwechsel funktioniert. Am besten reduziert man die Kohlenhydrate und den Fettanteil im Futter und spart bei den Leckerlis. Tipp: Bei Freigängern kann Übergewicht auch daran liegen, dass sie sich zwischendrin eine Maus fangen oder sich an einem fremden Napf bedienen.

Vor Übergewicht schützt auch die richtige Futtermenge. Viele richten sich nach den Angaben auf der Futterverpackung. Die ist aber in der Regel ein wenig großzügig. Eine Katze sollte täglich eine Futtermenge bekommen, die etwa 3 % des  Körpergewichts beträgt. Im Handel wird Diätfutter und Seniorenfutter angeboten.

Bewegung gehört zum Katzenleben

Bewegung ist ein natürliches Grundbedürfnis der Katze, die gerne läuft, springt und klettert. Freigänger können dem natürlichen Drang einfach nachgeben. Bei Wohnungskatzen muss man ein wenig nachhelfen: Jagdspiele (z.B. Trainingsangel, Fellmaus) sind ebenso geeignet dazu, wie ein Kratzbaum, bei dem mehrere Ebenen erobert werden können. Ein Parcours über Sofalehne, Schrank, Kratzbaum und unter einem Stuhl hindurch bringt ebenfalls Bewegung ins Spiel. Selbst die Fütterung kann aktiv gestaltet werden, wenn der Napf nicht auf dem Boden steht, sondern zum Beispiel auf dem Fensterbrett oder wenn Mieze den Futterturm plündern oder den Futterball rollen und schubsen muss, damit das Trockenfutter heraus purzelt.

Gesundheitsvorsorge ist wichtig

Nicht minder wichtig ist die regelmäßige Gesundheitsvorsorge beim Tierarzt: In jungen Jahren genügt ein jährlicher Check up für gesunde Katzen, aber je älter Minka wird, umso häufiger sollte sie zur Routineuntersuchung: Im Normalfall reichen dann zwei Untersuchungen pro Jahr. Achten Sie auch darauf, dass die Impfungen pünktlich aufgefrischt werden und die Katze regelmäßig entwurmt wird. Wer gesund ist, kann schließlich ein Methusalem werden und wäre es nicht schön, wenn Sie die Frage „Wie alt ist die Katze?“ mit dem stolzen Hinweis auf 20 oder gar mehr Katzenjahre beantworten könnten?

Fellpflege gegen das Altern

Ebenso wichtig ist die Fellpflege, bei der auch auf ärgerliche und krankmachende Parasiten (Zecken, Flöhe, Läuse, Milben) geachtet werden sollte. Diese Lästlinge müssen natürlich entfernt werden. Damit möglichst wenig Parasiten bei Ihrer Samtpfote Station machen, können Sie mit z.B. einem Spot On vorbeugen. Achtung: Es gibt auch Ungezieferhalsbänder zur Vorbeugung, aber es besteht das Risiko, dass die Katze mit dem Halsband irgendwo hängen bleibt und sich womöglich stranguliert. Denken Sie auch daran, Katzengras anzubieten, damit verschluckte Haarballen leichter ausgewürgt werden können.

Fitness für Geist und Seele

Fit gehalten werden sollte aber nicht nur der Körper, sondern auch der Geist und die Seele. Kuscheln mit kleinen Wohlfühlmassagen (mit den Fingerspitzen kleine, sanfte Kreise ins Fell zeichnen und bitte die Ohren und den Schwanz nicht vergessen) oder auch eine dufte Aromatherapie mit natürlichen Mitbringseln (z.B. Moos, Laub, Erde) sind Wellness für die Seele. Strategiespiele, Kunststücke einstudieren und Erziehung halten den Geist fit. Tipp: Spiel, Beschäftigung, Futterspaß und sogar Wellness gibt es in einem tollen sechsteiligen Set (Jagdspiel, Kratzen, Futterturm, Massage, Fummelbrett, Hühnchensnack) zu kaufen. Text/Foto: Marion Friedl

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Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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